Jahreshaushalt 2019

Peiting liegt bei Steuerkraft im vorderen Landkreis-Drittel

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Deutlich nach oben gegangen ist in den letzten Jahren die Steuerkraft je Einwohner in Peiting.

Peiting – Bemerkenswert am Peitinger Haushalt für 2019 ist nicht nur, dass er ein Rekordvolumen von gut 33 Millionen Euro erreicht. Im Etat spiegelt sich vor allem wider, dass es bei der Steuerkraft in den letzten Jahren deutlich aufwärts geht. Sie steigt heuer auf knapp 950 Euro je Einwohner. Damit belegt Peiting den Prognosen zufolge Platz zwölf unter den 34 Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau.

Zwar verzeichnen auch andere Kommunen zwischen Penz­berg und Bernbeuren eine höhere Steuerkraft. Doch in Peiting ist sie in den vergangenen Jahren deutlicher gestiegen als in vielen anderen Städten und Gemeinden. Bei einer Steuerkraft von 950 Euro je Einwohner liegt die Marktgemeinde im vorderen Drittel. Unternehmen und Beschäftigte haben sich bei diesem Vergleichswert gleichsam vorgearbeitet – auf Platz zwölf. Zuletzt war Peiting auf Platz 18. Auch gab es früher schon Jahre, in denen Peiting in der zweiten Hälfte angesiedelt war.

Der Schuldenstand

Heuer tilgt die Marktgemeinde eine halbe Million Euro, berichtete Kämmerer Christian Hollrieder, der das komplette Finanzpaket im Gemeinderat veranschaulichte, ehe es die Räte einstimmig verabschiedeten. Lag die Verschuldung Ende 2019 bei 1,71 Millionen Euro, so wird sie bis Dezember 2019 auf 1,2 Millionen Euro sinken. Der Schuldenstand pro Einwohner beträgt dann 151 Euro, rechnete Hollrieder vor. Allerdings wird er ab 2021 wieder nach oben gehen.

Der Kämmerer ging auch auf die großen Investitionen in den Jahren 2019/2020 ein. Es sind der Anbau und der Umbau bei der Alfons-Peter-Schule (2,25 Millionen Euro), der Neubau des Jugendzentrums nahe der Schloßberghalle (850.000 Euro), der Grunderwerb dafür an der Forstamtstraße (350.000 Euro), die Notwasserversorgung mit Schongau (550.000 Euro) und der Neubau des gemeindlichen Kindergartens, der später mal das alte Gebäude beim Rathaus ersetzen soll (1,7 Millionen Euro bis 2021). Als Zuschuss zum Breitbandausbau sind heuer und nächstes Jahr 1,6 Millionen Euro erforderlich.

Weitere Vorhaben in den nächsten zwei Jahren sind der Kreisverkehr an der Azamstraße (vor der Blauen Sparkasse) für 615.000 Euro, die Müllerstraße (zwischen Ortsmitte und Münchner Straße) für 685.000 Euro, die Drosselstraße im Norden Peitings (1,14 Millionen Euro) und Maßnahmen im Bachfeld (670.000 Euro). Nächstes Jahr wird die Gemeinde noch gut eine Million Euro an Restkosten für den Ausbau der Bahnhofstraße begleichen müssen; dieses Projekt wird über einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag abgewickelt, bei dem die Gemeinde sich das Geld bei einem Finanzdienstleister geliehen hat.

2020 möchte Peiting zusammen mit Herzogsägmühle und der Firma Haseitl in Herzog­sägmühle ein Projekt im sozialen Wohnungsbau in Angriff nehmen: Kostenpunkt dafür: 3,5 Millionen Euro. „Da sind wir der Initiator“, merkte Bürgermeister Michael Asam an.

Bereits heuer ist der größte Ausgabeposten, dass für den Ankauf von Wohnbaugrundstücken 3,6 Millionen Euro vorgesehen sind. Zu stemmen ist das durch einen Griff in die Rücklagen, woraus vier Millionen Euro entnommen werden und wo am Jahresende wohl noch 2,4 Millionen Euro vorhanden sind. 2020 soll diese Ziffer noch weiter sinken bis auf eine halbe Million Euro, ehe sie laut Kämmerer Hollrieder bis 2022 wieder bis auf gut sechs Millionen Euro steigt.

Der Verwaltungshaushalt, in dem die Einnahmen und Ausgaben für den laufenden Betrieb abgebildet sind, umfasst 24 Millionen Euro. Die Investitionen, die der Vermögenshaushalt auflistet, umfassen 9,1 Millionen Euro.

Wesentliche Einnahmen sind für die Marktgemeinde der 15-prozentige Anteil an der Einkommensteuer (in der Summe 6,3 Millionen Euro), die Gewerbesteuer (2018 waren es sieben Millionen Euro, heuer plant Hollrieder vorsichtig mit fünf Millionen Euro) und die Schlüsselzuweisungen des Staates (1,6 Millionen Euro). Die größten Ausgaben sind die Kreisumlage (6,9 Millionen Euro) an die Weilheim-Schongauer Kasse und die Personalkosten (knapp sechs Millionen Euro).

„Ich bin überaus glücklich“, bekannte Bürgermeister Asam. Noch vor fünf Jahren habe der Haushalt zehn Millionen Euro weniger Volumen gehabt. Es habe „überhaupt keine Streichungen“ gegeben. Man lebe „nicht im Überfluss“, habe aber eine gesunde Wirtschaftsstruktur.

Herwig Skalitza (CSU) wertete die Zahlen des Etats 2019 als Ausdruck dafür, dass man nach den „Einschränkungen in schwierigen Zeiten“ nunmehr vorangekommen sei. Die politischen Kräfte im Gemeinderat seien einander nicht in den Rücken gefallen. Es wäre positiv, wenn auch im Jahr des bevorstehenden Wahlkampfs Zurückhaltung gezeigt werde. 

jj

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