Getriebeteile weltweit im Einsatz Hoerbiger investiert 28 Mio. Euro in neues Schongauer Werk und schafft 122 Arbeitsplätze

Noch vor gut einem Jahr sah die Sache ganz anders aus. Damals kalkulierte die Konzernleitung der Firma Hoerbiger noch mit Stellenstreichungen, Umstruktu- rierungen und Auslagerungen. Davon ist nichts mehr zu spüren – im Gegenteil: 28 Millionen Euro investiert das Unternehmen in einen Gebäudetrakt, in dem schon bald Getriebekomponenten gebaut werden sollen. In knapp einem Jahr soll die Produktion voll laufen und 122 Menschen aus der Region neue Arbeit bringen.

„Es ist letztendlich nur eine Bestätigung der früheren Gangart“, erklärte Dr. Siegmar Schlagau. Im Beisein weiterer Vertreter der Konzernspitze zeigte sich der Manager sehr zufrieden mit der positiven Entwicklung für den Konzern. Denn die Firma Hoerbiger richtete schon vor Jahren ihren Fokus auf den Bau von Synchronkomponenten für Schaltge- triebe im Automobilsektor. „Wir sind da relativ früh eingestiegen und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagte der Geschäftsführer der Synchron-Technik, Franz Soffa. Produziert werden ab 2012 Synchronisierungen für rund eine Millionen Getriebe, die weltweit in Autos Verwendung finden. Es wird mit einem Umsatz von 60 Millionen Euro gerechnet. „Alle Autos, die zurzeit gebaut werden, haben Hoerbiger-Getriebe“, verdeutlichte Soffa, und Robert Notz, der ebenfalls der Leitungsebene bei Hoerbiger angehört, meinte: „Wir sind die Nummer Eins“. Die Nachfrage nach entsprechenden Getrieben hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. „Wir haben eine rasante Entwicklung und die Absatzzahlen gehen weit darüber hinaus, was ursprünglich zu erwarten war“, schilderte Soffa. Der Zeitplan für das Entstehen der neuen Produktionsstätte ist knapp bemessen: Bereits im Mai soll mit der Einrichtung der an der Martina-Hoerbiger-Straße gelegenen Produktionshalle begonnen werden. Dort war bisher die Produktion von hydraulischen Dachsystemen für Cabrios untergebracht. Diese soll bis Mitte Mai nach Polen verlagert werden. Ein halbes Jahr lang werden die zukünftigen Mitarbeiter intensiv in die Verfahrensweise der neuen Produktion und in die Bedienung der Maschinen eingewiesen. Ab November soll dann die Produktion anlaufen. „Wir haben hier einen entsprechenden High-Tech-Standort und den wollen wir auch nutzen“, sagte Franz Soffa, denn es stellt sich schon die Frage, weshalb die Produktion nicht in anderen Ländern erfolgen soll. Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass sich die Konzernspitze für Schongau und gegen China oder den osteuropäischen Raum entschieden hat: „Bei den zu fertigenden Bauteilen handelt es sich um Toleranzen von 1000stel Millimetern. Da braucht man Maschinen, die das können und Leute, die diese Maschinen bedienen können“, sagte Robert Notz und verwies gleichzeitig darauf, dass in solchen Produktionsbereichen das von früher her weitläufig bekannte „Made in Germany“-Gütesiegel noch immer seine Bewandtnis habe.

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