Aggressionen gegenüber Rettungskräften

Beleidigungen nehmen zu

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Rettungskräfte werden immer häufiger Opfer von Gewalt, wie der bayernweite Trend zeigt. Im Schongauer Land gibt es bisher glücklicherweise nur Einzelfälle.

Schongau – Anfang Februar hat ein Mann einen Polizisten in Schongau mit einer Krücke angegriffen. Im Sommer letzten Jahres hat eine Peitingerin eine Rettungssanitäterin mit einer Flasche geschlagen. Immer häufiger werden in Bayern Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten Opfer von Gewalt. Bei uns sind das allerdings Einzelfälle, wie die Einsatzkräfte aus dem Schongauer Land betonen.

An einer Tankstelle in der Schongauer Bahnhofstraße spielte sich Anfang Februar folgendes Szenario ab: Ein 37-jähriger Mann aus Pähl war vom Tankstellengelände verwiesen worden, weil er im alkoholisierten Zustand herumpöbelte. Da er nicht gehen wollte, wurde die Polizei hinzu gerufen, die ihm einen Platzverweis aussprach. Daraufhin zückte der Pähler die Krücke, schlug damit nach einem Beamten und traf ihn an der Brust.

Laut Herbert Kieweg, Chef der Schongauer Polizei, ereignen sich solche Vorfälle aber nur etwa drei bis fünf Mal pro Jahr. Gegenstände, wie im jüngsten Fall eine Krücke, spielen dabei meist keine Rolle. „Das ist eher die Ausnahme“, so der Polizeichef.

Wie auch beim Vorfall in der Schongauer Tankstelle spielt bei solchen Attacken der Alkohol eine große Rolle, sagt Kieweg. Das können auch Werner Berchtold, Kommandant der Feuerwehr, und Markus di Egidio, Wachleiter der Rettungswache, bestätigen. Beide geben allerdings auch an, dass körperliche Attacken oder gar Gewalt absolute Einzelfälle darstellen.

„Wir können hier in der Gegend von Glück reden“, so di Egidio. Er möchte nicht mit Kollegen in Brennpunkten tauschen, sagt er. Auch wenn es bei der Schongauer Feuerwehr ebenfalls fast nie derartige Vorfälle gebe, hofft Berchtold, dass das auch in Zukunft so bleibt: „In den Großstädten ist das wirklich ein Problem. Meistens kommen solche Probleme nach ein paar Jahren dann auch zu uns“, so der Kommandant.

Beleidigungen gegen Beamte haben aber in den letzten Jahre, laut Polizeihauptkommissar Kieweg, massiv zugenommen. Warum das so ist, kann er sich selbst nicht erklären. Vor allem bei der Absperrung von Unfallstellen beobachtet Kieweg fehlende Akzeptanz und Uneinsichtigkeit.

Gleiches erlebt Berchtold, wenn die Feuerwehr die Sperrungen errichtet: „Das Verständnis wird weniger. Da kommt es schon auch mal vor, dass man blöd angeredet wird.“ Auch die Rettungssanitäter müssen sich in Extremfällen schon mal einen dummen Kommentar anhören, weiß di Egidio. Als Extremfall bezeichnet der Wachleiter beispielsweise Fasching. Und auch hier haben meist Alkohol oder Drogen mit der Enthemmung zu tun. „Aber wir können damit umgehen“, sagt di Egidio.

Polizisten und Rettungssanitäter besuchen regelmäßig Schulungen, wie sie im Falle des Falles reagieren sollen. „Besonders deeskaliernde Maßnahmen werden dort gelehrt“, sagt der BRK-Wachleiter. Bei hohem Gefahrenpotential heißt es für ihn aber: Auf die Polizei warten. Bei der Feuerwehr überlege man derzeit ebenfalls, Präventionsmaßnahmen von geschultem Personal in Anspruch zu nehmen, sagt Berchtold.

asn

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