Ein Gleichnis, das rockt

Der Chor “Mosaix and Friends“ unter der Leitung von Matthias Eideloth (vorne an der Gitarre) in der Basilika in Altenstadt. Foto: Schmid

Mit Rock, Pop und Spirituals erfüllte die Gruppe „Mosaix and Friends“ am vergangenen Sonntagabend die Basilika in Altenstadt. Doch es war kein gewöhnliches Konzert, mit dem der Chor aus Rott die Besucher in der voll gefüllten Kirche begeisterte: Vielmehr war es die musikalische Umsetzung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn.

Dieses kennt zwar jeder, der einigermaßen bibelfest ist: Doch „Mosaix and Friends“ erzählten die Geschichte auf ihre eigene, moderne Art und Weise – nicht nur mit Musik, sondern auch mit ihren eigenen Gedanken und Überlegungen zur Thematik des Gleichnisses. „It`s my Life – von einem, der auszog, das Leben zu lernen“ war das schwungvolle Konzert übertitelt, das den Mitwirkenden am Ende Standing Ovations einbrachte. In ihrer Inszenierung erzählen die Chormitglieder von dem Sohn, der von zuhause auszog und sein Geld verprasste, während der ältere Bruder daheim blieb und für den Vater schuftete – und von der Freude des Vaters, als der verlorene Sohn dann doch wieder heimkehrte. Und zu jeder Stelle im Gleichnis gibt es ein passendes Musikstück – wie etwa das Lied „Lebendig tot“, das die Gefühlslage des Sohns vor Verlassen des Elternhauses beschreiben sollte, oder das Stück „Father and Son“ für den Zwiespalt zwischen Vater und Sohn. Den Auszug des Sohnes untermalen die Sänger mit Xavier Naidoos Worten: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer ...“ Denn genauso war’s dann auch in dem biblischen Gleichnis: Nachdem der Chor mit „It’s my life“ das Leben in Saus und Braus wiedergab, erzählte er anschließend davon, wie der Sohn in der Ferne irgendwann „ganz tief im Dreck“ steckte und sich schließlich dann doch zur Umkehr entschloss. Dabei beschäftigen sich die Erzähler aber auch mit der Frage, warum es für den Sohn dennoch wichtig war, zu gehen – und kommen zu dem Schluss: „Jeder muss seinen Weg gehen, seinen ganz eigenen, mit all seinen Facetten, Höhen und Krisen.“ Musikalisch bewegte sich die Gruppe unter Leitung von Matthias Eideloth dabei auf hohem Niveau: Ein stimmiger Chor und tolle Solostimmen sorgten für eine gelungene Untermalung des Gleichnisses. „Es ging nicht nur unter die Haut, es ging ins Herz“, sagte Pfarrer Siegfried Beyrer am Ende des Konzerts und sprach vielen Besuchern aus der Seele, die mit ihrem Applaus natürlich noch eine Zugabe einforderten.

Auch interessant

Meistgelesen

Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare