Für die Glocken:

Der Pfarrer versteigerte Erlebnisse

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Pfarrer Jost Herrmann brachte die Geschenke zugunsten der Glockensanierung unter den Hammer.

Schongau – Mit dem Hammer hätte er beim jeweils letzten Gebot nach dem „Zum ersten, zum zweiten, zum dritten …“ noch kräftiger draufschlagen dürfen. Aber ansonsten erwies sich Pfarrer Jost Herrmann in punkto Rhetorik und Motivation als talentierter Auktionator, als am Sonntagabend ein Dutzend an Geschenken zugunsten der Glocken im Kirchturm versteigert wurden. Immerhin wurden 1.300 Euro erlöst.

Nach einem Familiengottesdienst unter freiem Himmel war die Aktion zum Gemeindefest auf dem gepflasterten Hof zwischen Kirche und Gemeindehaus mit Spannung erwartet worden. Tobias Pupeter (Schongau) und Sigune Echter (Altenstadt) hatten sich gegenseitig in die Höhe „geschaukelt“. Die beiden Lehrer wollten unbedingt bei der Privatvorführung im Lagerhauskino zum Zug kommen.

Dieses Geschenk war eines von insgesamt zwölfen, die versteigert wurden. Das letzte Gebot lag dann bei 210 Euro. Den Lieblingsfilm – so hatte es die evangelische Gemeinde mit Lagerhausbetreiber Georg Werner ausgemacht – darf der Gewinner bestimmen. Es wird wohl „Die Kinder der Utopie“ sein. „Jeder Grundschüler sollte den Film gesehen haben“, meinte Tobias Pupeter, der Rektor in Weilheim ist. Pupeter und Echter wollen Schulkinder in die Extravorstellung mitnehmen.

Am zweitmeisten wurde geboten beim exklusiven Hauskonzert mit den „Schongauer Land-Streichern“. 160 Euro wurden dadurch erlöst. Das Ensemble mit mehreren ambitionierten Laienmusikern wird im Hause Kees in Ingenried seine Aufwartung machen. Zu einer Bergwanderung mit Pfarrerin Julia Steller (130 Euro) werden drei Personen aus Altenstadt aufbrechen.

Einen alten Klöppel hat Wolfgang Holzinger (Schongau) aus dem Staub gezogen. Auch der ist bei der Versteigerung unter dem Hammer gekommen. Zudem sind 150 Euro beim Flohmarkt eingegangen, wie drei Jugendliche zum Abschluss des Gemeindefestes berichteten. Mit all den Aktionen ist ein Grundstein dafür gelegt, dass die drei Glocken auf dem Turm der Dreifaltigkeitskirche saniert werden können. 10.000 Euro muss die Kirchengemeinde dazu selbst beisteuern. Insgesamt sind für die Maßnahme 26.000 Euro veranschlagt. Zuschüsse kommen von der evangelischen Kirche und von der Stadt Schongau. 

Johannes Jais

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