»Luft nach oben«

Glockengeläut, Hochwasser und Straßenbreite beschäftigt Bernbeurer Gemeinderat

Das Baugebiet an der Pfeifferstraße – bebaut werden soll diese Wiese – war Thema im Gemeinderat Bernbeuren.
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Das Baugebiet an der Pfeifferstraße – bebaut werden soll diese Wiese – war Thema im Gemeinderat Bernbeuren.
  • VonOliver Sommer
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Bernbeuren – In seiner jüngsten Sitzung hat der Bern­beurer Gemeinderat über die Einwendung von Öffentlichkeit und Behörden bei zwei Bebauungsplänen und dem Flächennutzungsplan Pfeifferstraße II zu entscheiden. Dabei kamen auch so skurrile Forderungen wie die Duldung von Glockenlärm zur Sprache.

Christiane Hörner vom gleichnamigen Schongauer Architekturbüro übernahm es, den Gemeinderäten die eingegangenen Einwendungen zu den Plänen zu erklären und die notwendigen Änderungen. Konkret ging es um die Bebauungspläne Pfeifferstraße II, die mittlerweile fünfte Änderung des zu diesem Bereich gehörenden Flächennutzungsplans sowie die zweite Erweiterung des Flächennutzungsplans Weidach West und die erste Änderung des B-Plans Ortskern II – Abschnitt1. Viele der Einwendungen würden andere Planungen betreffen, merkte Hörner an. So sei es nicht Teil des Bebauungsplans, wenn sich die Brandschutzstelle äußere, sondern falle in den Bereich der Bauleitplanung. Auch die Straßenplanung falle nicht in den Bebauungsplan, so Hörner. Bei der Diskussion über die Bereiche Weidach und Pfeifferstraße ging es auch um das Thema Hochwasser bzw. der Rückstau und ein dazu gefordertes Gutachten. Man werde eine so genannte Fließweg-Analyse in Auftrag geben, erfuhren die Gemeinderäte. Diskutiert wurde über die notwendige Breite einer Straße in dem besagten Bereich und ob diese besser sieben anstatt 5,5 Meter breit sein sollte. Ein Beschluss, der seitens der Verwaltung in Frage gestellt wurde. Allerdings müsse man auf ein Gutachten warten, die Pläne mit der entsprechenden Straßenbreite seien ja vom Gemeinderat gebilligt worden, so Geschäftsstellenleiter Thomas Natter. Vorgeschrieben sei eine Mindestbreite von 4,50 Meter, so Natter und ergänzte, dass die Erfahrung zeige, je breiter die Straße sei, desto schneller werde auch gefahren. Man habe hier aber kein Gewerbegebiet, sondern ein Wohngebiet, daher sei eine übermäßige Straßenbreite nicht vonnöten.

Explizit ging es auch um die nicht zugelassenen Keller im Überschwemmungsgebiet. Man habe diese von vornherein ausgeschlossen, nachdem man es mit sogenanntem eingespanntem Wasser zu tun hat. Daher wurde auch das Bezugsniveau des Fertigfußbodens auf 25 Zentimeter über der Straße festgelegt. Luft nach oben gibt es beim Thema Nachwuchs. Denn einer der Träger öffentlicher Belange hatte darauf verwiesen, dass man mit 1,55 Kindern je Familie in dem Neubaugebiet rechnen müsse, hier also bis zu knapp 80 Kindern leben könnten. Diese müssten auch im gemeindlichen Kindergarten beschult werden. Doch hier, so der Bürgermeister mit Blick auf die aktuellen Zahlen, „haben wir Luft nach oben“.

Bei der Diskussion zum B-Plan Ortskern ging es dann schließlich um die Grundflächenzahl. Diese hatte man mit 0,3 festgesetzt, seitens der Anrainer war 0,35 angeregt worden. Man habe seinerzeit lange über die Zahl diskutiert und da schon festgestellt, dass auch 0,35 denkbar sei und man sich diesem Wert, der angibt, wie viel Prozent des Grundstücks bebaut werden darf, nicht verschließen würde. Bei drei Gegenstimmen folgten die Räte schließlich dem Vorschlag des Bürgermeisters. Dieser hatte angemerkt, dass die Änderung von 0,3 auf 0,35 nicht so exorbitant ausfalle.

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