Psychologische Beratungsstelle zieht in den ersten Stock des Gonizianer-Hauses

Der erste Mieter hat unterschrieben

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Vermieter und Mieter: Klaus Kirstein (li.) und Kurt Dorn, Leiter der psychologischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung, die am 1. November im ersten Stock des Gonizianer-Hauses in der Weinstraße einzieht.

Schongau – Lange standen die Geschäftsräume im Gonizianer-Haus in der Weinstraße in Schongau leer. Ab November kehrt zumindest in einem Teil wieder Leben ein. 

Dann zieht im ersten Stock die psychologische Beratungsstelle für Erziehungs, Jugend- und Fami-lienberatung ein. Derweil treibt Eigentümer Klaus Kirstein seine Pläne, im Erdgeschoss eine große Modekette unterzubringen, weiter voran.

Die Unterschrift unter dem Mietvertrag ist noch ganz frisch. „Wir können erst seit zwei Tagen darüber reden“, sagte Kirstein am Freitag, als er im Gonizianer-Haus den neuen Mieter präsentierte. Die Freude stand nicht nur dem Hausbesitzer ins Gesicht geschrieben. Auch Kurt Dorn, Leiter der psychologischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung, wirkte mehr als glücklich, ein neues Heim für seine Einrichtung gefunden zu haben. Bislang war die Beratungsstelle direkt beim Landratsamt in der Bauerngasse 5 untergebracht, doch weil dort die Räume für die Betreuungsstelle im ersten Stock zu klein geworden seien, habe man sich nach einer Alternative umsehen müssen, sagte Dorn.

Bei der Suche sprang ihm sofort das Gonizianer-Haus ins Auge. „Von der Lage und der Anbindung war es optimal“, erklärte er. Doch als er sich im Herbst vergangenen Jahres mit Kirstein traf und den Raum im ersten Stock in Augenschein nahm, machte sich Enttäuschung breit. Dieser war nur über die Treppe zu erreichen, ein Aufzug Fehlanzeige. „Das war für uns ein K.O.-Kriterium, da wir barrierefreie Räume brauchen. Zu uns kommen viele Mütter mit Kinderwagen.“

Dass es jetzt doch noch geklappt hat, hat einen einfachen Grund. Derzeit lässt Kirstein für eine sechsstellige Summe einen Aufzug nachrüsten. „Es hat immer geheißen, dass das nicht geht“, sagte er. „Wir haben jetzt aber eine Lösung gefunden.“ Es ist nicht der einzige Umbau im Gebäude. Mit Einbau des Aufzugs werde gleichzeitig ein neuer Eingangsbereich geschaffen, erläuterte Bauleiter Jörg Dittberner. Im ersten Stock werden zudem Wände eingezogen, da die fünf Mitarbeiter starke Beratungsstelle mit 130 Quadratmeter nur einen Teil der vorhandenen Fläche benötigt. Einen Mieter für den restlichen Raum hat Kirstein auch schon im Auge. „Es ist ein weiteres Amt im Gespräch, das eine hohe Frequenz verspricht“, verriet er. Mehr könne er zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Und was geschieht im Erdgeschoss? Diese Frage dürften sich viele stellen, schließlich waren bislang alle Versuche Kirsteins gescheitert, einer großen Modekette wie H&M das Gonizianer-Haus als Standort für eine Filiale schmackhaft zu machen. 

Doch auch hier gibt sich der Besitzer weiter optimistisch. Auch ohne den ersten Stock könne man – den ehemaligen Schlachthof der Metzgerei Boneberger miteingerechnet – eine Verkaufsfläche von rund 870 Quadratmeter anbieten. „Das würde für die Top-Filialisten reichen.“ Nicht reicht ihnen hingegen, den Laster mit den Waren um die Ecke parken zu müssen, wie es derzeit die einzige Möglichkeit wäre, um den Busverkehr nicht zu behindern. Doch laut Kirstein gibt es bei der Stadt bereits ein Konzept, das eine Ladezone direkt vor dem Eingang ermöglichen würde. „Wenn der Stadtrat das beschließt, wäre es ein großer Schritt“, ist der Eigentümer überzeugt. Gerne würde Kirstein den Managern der Modeketten in einem zweiten Schritt auch noch die gegenüberliegenden Parkplätze als Kundenstellplätze anbieten – ein Anliegen, mit dem er bislang allerdings auf wenig Gegenliebe stößt. 

Während im Erdgeschoss also weiter alles offen ist, steht Kirstein kurz davor, den Keller zu vermieten. Dort hatte der Vorbesitzer einst ein Restaurant unterbringen wollen. Was genau der Interessent mit den Räumen vorhat, wollte der Eigentümer indes noch nicht verraten. „Nur so viel: Es wird keine Gastronomie.“

Von Christoph Peters

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