Walderschließungs-Trasse am Kohlgraben in Peiting

Das größte Wegebau-Projekt in der Region

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In der waldreichen östlichen Peitinger Flur soll am Kohlgraben (nahe der roten Gemeindegrenze zu Hohenpeißenberg) ein Weg gebaut werden.

Peiting – Die 1,8 Kilometer lange Trasse, die heuer in der östlichen Peitinger Flur an der Gemeindegrenze zu Hohenpeißenberg entstehen soll, ist 2016 das größte Wegebau-Projekt für die Fortwirtschaft in der Region. Erschlossen werden soll damit der Bereich Kohlgraben zwischen der Bahnlinie im Norden und der Ammer im Süden. Insgesamt stehen zwölf Maßnahmen in den beiden Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen auf der Agenda.

Martin Kainz, der im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abteilungschef für den Bereich Wald ist, erklärt auf Nachfrage, dass für den „Holzweg“ am Kohlgraben mehr als 500 Fuhren Kies erforderlich sein werden. Mit der Trasse, die neu angelegt wird, sollen ungefähr 300 Hektar Privatwald so erschlossen werden, dass Holzfuhrwerke die Stämme und das Papierholz am Wegesrand aufladen können.

Die Besonderheit in diesem Gebiet ist die kleingliedrige Struktur. Er kenne keinen vergleichbaren Fall, „wo so viele Waldbesitzer unter einen Hut gebracht werden müssen“, vergleicht der Forst-Experte. Bis auf einen Eigentümer seien alle der knapp 80 Waldbesitzer damit einverstanden, finanziell ihren Beitrag für den Bau der Trasse zu leisten.

Nach der Zusage der staatlichen Förderung werden die Arbeiten für den Wegebau im März oder April ausgeschrieben, blickt Martin Kainz voraus. Danach könne es losgehen. Erfahrungsgemäß werden mehrere Monate benötigt, bis so eine Trasse fertiggestellt ist. Das hängt stark von Regenfällen und Nässe im Boden ab. Mittlerweile sei ein großer Abschnitt des geplanten Weges schon von Bäumen freigeschnitten worden, ergänzt der Forstexperte. Für die Trasse benötige man zirka 5000 Kubikmeter Material. Das seien deutlich mehr als 500 Fuhren. Zu bedenken ist, dass die Lastwagen eine Brücke über die Pfaffenwinkelbahn, die tonnagenmäßig beschränkt sei, als Zufahrt nutzen werden.

Über Umgehung anfahren

 Dem Peitinger Gemeinderat Andreas Barnsteiner, selbst Land- und Forstwirt ist es ein Anliegen, dass aufgrund der Maßnahme bestehende Wege im Osten der Peitinger Flur nicht zu sehr strapaziert werden. Sein Vorschlag ist, dass die Lastwagen auf der Umgehungsstraße bis kurz vor Hohenpeißenberg fahren und erst dann Richtung Süden zum Kohlgraben abbiegen. Zu vermeiden sei, dass man im Wald zwar „an guaten Weg“ bekomme, aber die Zufahrt dorthin dann ramponiert sei.

Schlechte Wege

Im Gebiet am Kohlgrabenweg, das von Altbeständen mit Fichten dominiert wird, sind bisher nur wenige schlechte Wege vorhanden. Der Wald zwischen Bahnlinie und Ammer sei nur unzureichend erschlossen, erklärt dazu Kainz. Er gibt zu bedenken, dass nach dem Sturm Niklas vom 31. März 2015 mehrere tausend Kubikmeter Holz angefallen sind. Aber es sei schwierig, diese Menge „herauszubringen“, wenn kein Weg geschaffen werde.

Mit Blick auf die „Borkenkäfer-Kalamität“ sei damit zu rechnen, dass 2016 die doppelte Menge aus diesem Bereich abtransportiert werden müsse. Wie viel Schadholz dort im Privatwald heuer aufgearbeitet werde? Eine Mengenangabe sei „Kaffeesatzleserei“, kommentiert Kainz im Gespräch mit dem Kreisboten.

Bei den Kosten für den Wegebau wird mit hundert Euro je laufendem Meter kalkuliert. Das ergibt eine Summe von 184 000 Euro, zu der ein beträchtlicher Teil vom Staat beigesteuert wird. Es ist die größte Maßnahme in den drei Landkreisen Starnberg, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen, für die das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten zuständig ist.

Johannes Jais

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