Stellplätze, Verdichtung, E-Tankstelle:

Nein zu Anträgen

+
Symbolbild

Peiting – Ob es um eine Erweiterung der Stellplatzverordnung zur Bevorzugung von Carsharing geht, ob nun im Sinne geringeren Flächenverbrauchs kleinere Grundstücke ausgewiesen werden oder ob die Gemeinde am Bahnhof eine per Fotovoltaik betriebene E-Tankstelle errichtet wird: Jeder dieser drei Anträge des Grünen-Gemeinderates Thomas Elste ist im Gremium jeweils mit großer Mehrheit abgelehnt worden.

Für Peiting wünschte sich Thomas Elste zum Thema Carsharing ein ähnliches Vorgehen, wie es in Landsberg im Neubaugebiet Urbanes Leben am Papierbach umgesetzt werden soll. Dort ist eine Reduktion der geforderten Stellplätze vorgesehen, wenn der Bauträger sich für 30 Jahre verpflichtet, ein Carsharing-Angebot mit den künftigen Bewohnern abzuschließen. Das sei, so argumentierte Elste im Gemeinderat, eine „Win-Win-Situation“ für drei Seiten: für den Bauträger, für den Ausbau des Carsharings und für die Gemeinde selbst.

Die Mehrheit sah den Vorstoß skeptisch. Leider würden Car-Sharing-Angebote im Landkreis kaum nachgefragt, sagte Norbert Merk (CSU). Zudem sei Peiting mit Landsberg, das auf 30.000 Einwohner zusteuere, nicht vergleichbar. Bei Stellplatzpreisen zwischen 25.000 und 30.000 Euro stünde „ein großes wirtschaftliches Interesse“ hinter dem Vorgehen.

Ebenso auf große Ablehnung stieß Elste mit dem Antrag, im Innenbereich Peitings eine Verdichtung anzustreben, und zwar bereits vor einer Bebauung der Grundstücke. Im Bereich Basiliwiese, in der nördlichen Vogelsiedlung und im Bachfeld seien für Grundstücke nach wie vor 600 und mehr Quadratmeter angesetzt. Die Größen sollten laut Elste minimiert, die Zahl der Doppelhaushälften sollte erhöht werden. Bürgermeister Michael Asam erklärte, man habe schon versucht, die Flächen klein zu halten. Herwig Skalitza (CSU) merkte dazu an, die richtige Kombination aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern sei wichtig. Außerdem sei zu bedenken, dass man im ländlichen Raum sei.

Gerhard Heiß (CSU) brachte den Hinweis, Leerstände in Gebäuden sollten beseitigt werden. Franz Seidel (Bürgervereinigung) sagte, der Wohnraumbedarf je Person sei in den vergangenen 45 Jahren deutlich angestiegen. Heutzutage sei es nicht selten, dass eine Familie mit einem Kind oder zwei Kindern ein Haus mit 150 Quadratmetern habe, während es 1970 häufig eine Wohnung mit 70 Quadratmeter Größe war. Thomas Elste begründete seinen Antrag auch mit diesem Argument: So bestünde die Chance, dass mehr Interessenten zu einem Grundstück kommen. Das sei letztlich „auch eine Frage der Solidarität“. Alfred Jocher (parteilos) riet ebenfalls dazu, sich kleine Grundstücke zu überlegen. Er empfahl den Kollegen, mal auf eine Karte zu schauen und zu vergleichen, wie viele Wohnflächen seit 1970 dazu gekommen seien, obwohl Peiting damals (ohne Birkland) auch schon 9.400 Einwohner hatte.

Mit großer Mehrheit wurde auch der Antrag Elstes zurückgewiesen, eine E-Tankstelle am Park-and-Ride-Platz beim Bahnhof zu errichten, wo berufstätige Pendler ihr Elektroauto abstellen können. Nachhaltig sei dies im Sinne des Klimaschutzes erst dann, wenn der dafür benötigte Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werde.

Bürgermeister Asam antwortete, es sei „nicht unsere Aufgabe“, dafür zu sorgen. Dies sei vielmehr eine Angelegenheit der Autoindustrie. Gleichwohl ergänzte er, dass die Gemeinde in Verhandlungen stünde, eine E-Tankstelle am Eisstadion und eine weitere am Hauptplatz zu installieren. Er gehe davon aus, dass dies bis Mitte 2018 konkret umgesetzt werden könne.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Nochmal Vollsperrung
Nochmal Vollsperrung
Die Peitinger SPD schickt eine Frau ins Rennen um das Bürgermeisteramt
Die Peitinger SPD schickt eine Frau ins Rennen um das Bürgermeisteramt
Blau statt Grau für die Sparkasse
Blau statt Grau für die Sparkasse
Ein "grüner Kragen" für den Schächen
Ein "grüner Kragen" für den Schächen

Kommentare