Grünes Licht vom Marktgemeinderat

Zweistöckiges Parkdeck mitten in Peiting

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Die Nordost-Zufahrt zum neuen Parkdeck an der Bachstraße. Auf zwei Ebenen sollen 145 Autos Platz finden.

Peiting – Einverstanden zeigt sich eine große Mehrheit der Peitinger Gemeinderäte mit der Planung für ein Parkdeck an der Bachstraße. Dort sollen auf zwei Ebenen 145 Autos abgestellt werden können. Der bisherige Parkplatz zwischen Mittelschule, ehemaliger Mädchenschule und dem Wohn- und Geschäftshaus im Westen hat 81 Stellflächen.

Der Gemeinderat beauftragte nach gründlicher Vorstellung und Diskussion das Schongauer Bauunternehmen Haseitl, in die Detailplanung einzusteigen. Auch soll geprüft werden, ob statisch die Option für ein weiteres Deck besteht. Die Kosten bezifferte Geschäftsführer Peter Schrehardt grob auf 1,5 Millionen Euro.

Haseitl-Geschäftsführer Schrehardt führte aus, dass ein Parkdeck auf dem Platz zwischen Mittelschule und ehemaliger Mädchenschule 58 Meter lang und 33 Meter breit sei. Es werde zweigeschossig ausgeführt, wobei der untere Bereich unter dem jetzigen Geländeniveau sei. Eine Verdoppelung der Stellflächen, als Ziel ausgegeben, sei nicht zu erreichen. Die Zahl erhöht sich von 81 auf 145.

Errichtet wird das Parkdeck in einer Stahlkonstruktion, die von außen laut Schrehardt filigran wirkt – keinesfalls zu vergleichen mit einem geschlossenen Parkhaus. Hier in der Ortsmitte sei ganz anders als in einem Industriegebiet heranzugehen.

Mit einem Aufzug

Als Architekten hatte die Firma Haseitl Bau Horst Hafenmayer aus Ingenried ins Boot genommen. Der hob die Wegeverbindung von der Kirche, vom Hauptplatz und vom Rathaus hinüber zu den Schulen im Osten hervor, wo das Parkdeck anknüpfe. Auf der Südseite zur alten Mädchenschule hin soll ein Aufzug installiert werden. Die Konstruktion sei transparent; man sehe von innen nach außen und umgekehrt.

Das sechs Meter hohe Parkdeck soll zur Hälfte in den Boden reichen und zur anderen Hälfte über dem Gelände liegen. Schrehardt und Architekt Hafenmayer verwiesen noch auf das offene Parkdeck, auf die Begrünung der Fassade, den überdachten Zugang in zentraler Position und die barrierefreie Erschließung.

Bürgermeister Michael Asam fand die offene Bauart gut, obgleich er zunächst noch Angst gehabt habe. Gemeinderat Peter Ostenrieder (CSU) bezeichnete die Planung als „sehr gelungen“. Er hinterfragte, ob die Kon­struktion ein weiteres Stockwerk hergeben würde. „Das würde die Architektur verändern“, so Schrehardt.

So stellt sich die Situation im Hof hinter der Bachstraße derzeit dar.

„Dringenden Handlungsbedarf“ sah zweiter Bürgermeister Franz Seidel. Er zeigte sich aber von einem zusätzlichen dritten Geschoss nicht überzeugt. Monika Ludwig (SPD) verglich, dass Orte in der Größenordnung Peitings allgemein einen „zentralen großen Parkplatz“ haben. Gunnar Prielmeier (SPD) brachte das Anliegen vor, eine öffentliche Toi­lette zu berücksichtigen. Herbert Salzmann (SPD) regte an, einen Aufzug so zu platzieren, dass ein barrierefreier Zugang zur Mittelschule erreicht werde.

Christian Lory (Unabhängige) erklärte, Bau und Bewirtschaftung eines Parkdecks seien im Gesamtkonzept für die Ortsmitte zu sehen. Wenn man dort an der Bachstraße für mehrere Stunden oder tagsüber Geld nehme, dann stelle sich die Frage, ob das woanders in der Ortsmitte auch so praktiziert werden soll.

Ablehnende Haltung

Gegen ein Parkdeck waren Thomas Elste und Silvia Ruhfass-Bückle von den Grünen sowie Alfred Jocher (Unabhängige). Das Ensemble der alten Mädchenschule habe „atmosphärischen Charakter“, tat Elste seine Meinung kund. Der ginge mit so einer Konstruktion im Hof verloren. Er schilderte zudem, dass genügend Parkplätze zur Verfügung stünden. Am Dienstag in der Woche vor Pfingsten seien in der Früh neun Stellflächen frei gewesen, mittags um halb zwei sogar 42 und nachmittags gegen 17.15 Uhr immerhin 51. Außerdem sei die Marktgemeinde in Zeiten des Klimawandels gehalten, nicht mehr, sondern weniger Autos „in den Ort reinzubringen“.

Bürgermeister Asam entgegnete, Elste solle nicht an einem einzigen Urlaubstag genau hinschauen, sondern über mehrere Tage beobachten. Es gebe durchaus einen Mangel an Parkplätzen. Mit dem Parkdeck könne der Hauptplatz entlastet werden.

Norbert Merk (CSU) sagte, mit dem Parkdeck werde kein Qua­dratmeter mehr als vorher versiegelt. Doch die Aussage stimmt so nicht. Denn auf dem bisherigen Parkplatz sind nur die Fahrspuren asphaltiert. Die Stellflächen hingegen sind gepflastert und wasserdurchlässig.

jj

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