Großtagespflege KimBa in Schongau

Am Ziel angekommen

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Kam natürlich nicht mit leeren Händen: Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman überreichte zur Eröffnung zwei Kinderbücher an die KimBa-Betreuerinnen Birgit Risse, Carolin Kronmüller, Brigitte Pust, Christine Keim, Diana Luchsbacher und Devani Mahner (v. li.).

Schongau – Aller Anfang ist schwer: Diese Erfahrung mussten auch die Gründerinnen von KimBa machen, als sie die Tagesmüttergemeinschaft 2013 aus der Taufe hoben. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt. „KimBa ist eine Erfolgsgeschichte“, lobte Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman am Freitag bei der offiziellen Einweihung der neuen Räume in der Liedlstraße, welche die Großtagespflege Anfang Januar bezogen hat.

Für Sozialpädagogin Birgit Risse und ihre fünf Mitstreiterinnen schien das Händeschütteln gar nicht mehr enden zu wollen, so viele Gäste waren der Einladung zur offiziellen Eröffnung gefolgt – darunter auch einige Stadträte. Und die staunten nicht schlecht, was aus der ehemaligen Steuerberater-Kanzlei geworden war. 

Binnen weniger Monate hatte Architekt Fritz Weinberger ganze Arbeit geleistet und eine Wohlfühl-Oase für kleinere und größere Kinder geschaffen. Dazu gehören ein großer, heller Spielraum mit Turm zum Klettern und Verstecken, Badezimmer für Kinder und Personal, getrennte Räume zum Schlafen, Essen und zur Hausaufgabenbetreuung, eine Küche sowie ein kleiner Garten. Alles ist auf die Bedürfnisse und Anforderungen einer Großtagespflege zugeschnitten. „Wir durften überall unsere Wünsche äußern“, erklärte Tagesmutter Diana Luchsbacher, die sich dafür stellvertretend für das KimBa-Team bei Vermieter und Architekt bedankte.

Der neue Standort ist tatsächlich ein Quantensprung im Vergleich zum vorherigen Heim in der Kanzleistraße, wo es an Platz mangelte und die Räume alles andere als praktikabel waren. Ganz zu schweigen von der Geburtsstätte KimBas, einem einfachen Kellerraum in Luchsbachers Privathaus. 

Dort hatte vor vier Jahren alles seinen Anfang genommen, die Startschwierigkeiten waren groß. Kein Bedarf hieß es vom damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, als Risse, Luchsbacher und Christine Keim dem Rathauschef ihr Konzept einer Tagesmüttergemeinschaft vorstellten. Doch die drei ließen sich davon nicht entmutigen, mieteten sich in der Kanzleistraße ein. „Wir wussten ja aus eigener Erfahrung, dass es Bedarf gibt“, so Luchsbacher.

Hartes erstes Jahr

Das erste Jahr bis zur offiziellen Anerkennung als Großtagespflegeeinrichtung sei hart gewesen, blickte Risse zurück, die mit ihrem Team in dieser Zeit quasi ohne Gehalt arbeitete. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt. Die Nachfrage nach Plätzen in der Einrichtung ist mittlerweile so groß, dass es eine Warteliste gibt. Maximal zehn Kinder und damit zwei mehr als in der Kanzleistraße können am neuen Standort gleichzeitig betreut werden. Aktuell sind 16 Kinder vom Krippen- bis zum Schulalter angemeldet.

Spielgruppe kommt an

Seit dem Umzug bietet KimBa am Freitag zudem eine Spielgruppe an, zu der auch einrichtungsfremde Kinder kommen können – vorausgesetzt, sie ergattern einen Platz. „Mit zehn Kindern sind wir derzeit voll belegt. Es gibt auch hier eine Warteliste“, berichtete deren Leiterin Devani Mahner stolz.

Bei der Stadt unter Gerbls Nachfolger weiß man mittlerweile um die Bedeutung KimBas. Gerade vor dem Hintergrund der immer wichtiger werdenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf komme der Kinderbetreuung ein hoher Stellenwert zu, sagte Sluyterman. Diese spiele auch für die örtlichen Firmen bei der Suche nach Fachkräften eine entscheidende Rolle. Die Übernahme der Mietkosten durch die Stadt sei deshalb im Stadtrat kein großer Kampf gewesen.

Keims Dank galt zum Schluss den vielen Spendern, die den Verein in der Vergangenheit finanziell unterstützt haben. „Und natürlich wollen wir uns ganz besonders bei den Eltern bedanken, die ihre Kinder bei uns in die Obhut geben.“

Christoph Peters

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