Kosten steigen um eine Million Euro

Grundschul-Neubau wird teurer

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So soll die neue Grundschule einmal aussehen.

Schongau – Es ist mit Abstand das größte Projekt der nächsten Jahre für die Stadt Schongau – und das teuerste. Die Stadträte mussten daher gewaltig schlucken, als die Planer am Dienstag die neueste Kostenberechnung für den Teilneubau der Grundschule präsentierten. Demnach verteuert sich der Bau um mehr als eine Million Euro. Er könnte damit im schlechtesten Fall die 20 Millionen Euro-Schallmauer durchbrechen.

 Vor einem Jahr hatten Architekt Franz Balda und sein Team im Stadtrat die qualifizierte Kostenschätzung präsentiert. Damals ging man von Kosten für den Teilneubau der Grundschule in Höhe von 17,2 Millionen Euro aus. Noch nicht eingerechnet war in diesem Betrag die zu erwartenden Preissteigerungen von rund 585 000 Euro sowie ein Risikopuffer von 1,4 Millionen Euro.

Zusammen ergab dies eine Summe von 19,2 Millionen Euro, die die Stadt maximal aufbringen müsse. „Die Kosten haben Substanz, es ist eine scharfe Zahl“, betonte der Architekt damals. Damit sollte Balda allerdings nicht recht behalten, wie am Dienstag die endgültige Kostenberechnung zeigte, die der Architekt den Räten vorstellte.

So liegt sie 1,1 Millionen Euro höher als die Kostenschätzung vor einem Jahr. Demnach verteuert sich allein der Bau von 17,2 auf 18,7 Millionen Euro. Zusammen mit dem wegen des Planungs-Fortschritts auf 1,1 Millionen Euro gesenkten Risikobudgets und den jetzt noch zu erwartenden Preissteigerungen von 317 000 Euro kämen auf die Stadt im schlimmsten Fall Kosten von 20,2 Millionen Euro zu.

Die Gründe dafür liegen zum einen in Änderungen an der Planung. Allein die nachträglich beschlossene Erweiterung der Mensa schlägt mit 322 000 Euro zu Buche. Einen Teil der Kosten wird allerdings der Landkreis übernehmen. Unerwartet teurer werden die Abbrucharbeiten, die um satte 388 000 Euro steigen. Schuld daran seien schärfere Vorgaben bei der Entsorgung, erklärte Balda.

Hinzu kommen bislang nicht einkalkulierte Mehrkosten bei der Bodenplatte aufgrund des hohen Grundwasserspiegels. Außerdem muss die komplette Telefon- und Brandmeldeanlage ausgetauscht werden und auch bei den Außenanlagen wird es aufgrund von Flächenänderungen teurer. Zusammen ergibt dies 1,1 Millionen Euro.

Kritik an den gestiegenen Kosten kam von der CSU. „Wir sind mal bei zwölf Millionen Euro gestartet und jetzt sind es schon acht Millionen mehr“, erinnerte Michael Eberle. Es könne nicht sein, kritisierte der CSU-Fraktionschef, dass das Projekt immer teurer werde. „Wir sind als kleine Stadt an der Grenze unserer Möglichkeiten“. Er verlangte von Balda, dass dieser auch Spielräume nach unten suche. „Weitere Erhöhungen werde ich nicht mittragen.“

Eberle stellte auch die Frage in den Raum, ob angesichts der hohen Ausgaben die Entscheidung für den Neubau richtig gewesen sei und man nicht besser auf eine Sanierung gesetzt hätte.

Doch hier konnte Dietrich beruhigen. Von der Regierung von Oberbayern werde ganz genau geprüft, ob ein Neubau wirtschaftlicher als eine Bestandssanierung sei, erklärte er. Nur so sei dieser auch förderfähig. Diese Bedingung sei erfüllt, betonte der Stadtbauamtsmitarbeiter. „Wir haben die mündliche Zusage von der Regierung.“

Ob er weitere Steigerungen ausschließen könne, wollte anschließend Friedrich Zeller (SPD) vom Architekten wissen. Doch dessen Antwort dürfte der SPD-Stadtrat bereits geahnt haben. „Ich kann Ihnen nicht sagen, dass das ein Fixpreis ist“, sagte Balda.

Immerhin hatte Kämmerer Werner Hefele Erfreuliches zu berichten. So müsse die Stadt für die bislang nicht im Haushalt berücksichtigten Kosten von – je nach Fördersatz – bis zu 3,3 Millionen Euro für das Gesamtprojekt keine neuen Kredite aufnehmen. Grund dafür sind sprudelnde Gewerbesteuer-Einnahmen (voraussichtlich drei Millionen Euro zusätzlich) sowie die Entscheidung des Freistaats, die zuschussfähigen Flächen pro Neubau-Klassenzimmer zu erhöhen. Im Falle der Grundschule wären dies 500 000 Euro.

Der Durchführungsbeschluss wurde mit einer Gegenstimme gefasst.

Christoph Peters

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