Erneute Wirtschaftlichkeitsprüfung abgelehnt

Grundschule Schongau: Y-Bau bleibt definitiv stehen

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Muss von den Architekten bei der Planung berücksichtig werden: der Y-Bau an der Grundschule.

Schongau – Eigentlich hatte der Schongauer Stadtrat im Frühjahr eine klare Entscheidung gefällt: Der Y-Bau der Grundschule sollte bei der Neugestaltung des Schulzentrums erhalten und nicht abgerissen werden. In der jüngsten Sitzung landete der Punkt allerdings erneut auf der Tagesordnung.

Es hätten sich neue Erkenntnisse ergeben, begründete Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl den Antrag der Verwaltung, ein Gutachten in Auftrag zu geben, dass die Wirtschaftlichkeit beider Varianten noch einmal untersucht. Die Mehrheit der Stadträte sah das jedoch anders. Mit 12:11-Stimmen lehnte das Gremium das Ansinnen ab.

Aufgekommen war das Thema bei der Preisrichtervorbesprechung Ende Oktober, wie Sebastian Dietrich vom Bauamt der Stadt mitteilte. Wie berichtetet soll ein Architektenwettbewerb Vorschläge für die Neugestaltung des gesamten Schulzentrums liefern. Dieser startet allerdings anders als geplant wegen einiger Änderungen am Verfahren nicht mehr in diesem Jahr sondern erst 2013. „Das gibt uns die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeitsprüfung ohne Zeitverlust durchzuführen“, erklärte Dietrich. 

Schon 2008 hätten Gutachten gezeigt, dass die zwei der vier Gebäudeteile, die aus dem Erbauungsjahr 1952 stammen, erhebliche Mängel aufweisen und abgerissen werden müssten. Um eine Förderung zu erhalten, müssten zudem die neueren Teile wahrscheinlich komplett saniert werden, erläuterte er. „Teilmaßnahmen werden nicht unterstützt“. Hinzu komme, dass die Gebäudeteile aus dem Jahr 1995 durch ihre ungünstige Lage auf dem Gelände die Entwicklung erheblich einschränken, weshalb von Seiten der Fachpreisrichter die Bitte gekommen sei, einen Abriss erneut zu prüfen. 

Hohe Nutzungskosten

Für eine Wirtschaftlichkeitsprüfung spreche außerdem, sagte Dietrich, dass bei den vorliegenden Untersuchungen bislang die Nutzungskosten nicht berücksichtigt worden seien. Diese lägen bei einem sanierten Gebäude ungleich höher als bei einem Neubau. Allerdings müsste bei einem Abriss der Gebäude ein Teil der bereits kassierten Fördergelder wieder zurückgezahlt werden, räumte Dietrich ein.

Für Michael Eberle war allein der Gedanke an einen möglichen Abriss zu viel des Guten. „Wir haben das ganze bereits auf Herz und Nieren geprüft und uns entschieden, dass der Y-Bau stehen bleiben soll.“ Funktionsfähige Teile einfach abzureißen und zwei Millionen Euro für einen Neubau auszugeben, „dazu fehlt uns das Geld“, polterte der CSU-Fraktionschef. Unterstützung erhielt er von Stephan Hild. „Ein 17 Jahre altes Gebäude abzureißen, das ist einfach nicht vermittelbar“, betonte der UWV-Stadtrat. Helmut Schmidbauer (CSU) schlug in die gleiche Kerbe: „Das hätte eine verheerende Signalwirkung.“

Für Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) ging die Diskussion am Thema vorbei. „Wir reden hier erstmal nur über eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Wir wollen jetzt nicht den Abriss beschließen. Wenn herauskommt, dass es sich nicht lohnt, dann lassen wir es.“

Auch Robert Bohrer konnte die Aufregung nicht verstehen. „Die Betriebskosten sind bisher nicht genau untersucht worden, das sollten wir tun“, forderte der SPD-Fraktions-vorsitzende: „Es ist schließlich eines der wichtigsten Projekte der nächsten 20 Jahre.“ Allerdings räumte er ein: „Es gehört schon Mut dazu, einen Bau abzureißen, der 17 Jahre alt wird.“ Seine Fraktionskollegin Ilona Böse machte dagegen keinen Hehl daraus, dass für sie nur ein kompletter Neubau in Frage kommt. „Wir wollen doch etwas Innovatives und Schönes. Wenn wir den Bau stehen lassen, schränken wir die Architekten zu stark ein.“

Unklarheit herrschte kurzzeitig darüber, ob die Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht ohnehin nötig ist, um Fördergelder zu bekommen. „Klar ist, dass wir den Nachweis erbringen müssen, ob ein Neubau nicht wirtschaftlicher wäre“, erklärte Stadtkämmerer Werner Hefele. Doch auf Nachfragen von Hild und Eberle betonte er, dass dieser ohne weiteres durch die bereits vorliegenden Unter-suchungen erbracht werden könne. 

„Die 8500 Euro können wir uns also sparen“, sagte Eberle. Das sah bei der Abstimmung auch eine – wenn auch knappe  – Mehrheit der Ratsmitglieder so. Mit 12:11-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. chpe

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