Marie-Eberth Altenheim

Grundstein für die Nische

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Landrätin Andrea Jochner-Weiß legte am Freitag unter Beobachtung von wob-Geschäftsführer Stefan Schiessl (rechts) selbst Hand an den Grundstein für das neue Marie-Eberth Altenheim und verschloss ihn.

Schongau – Normalerweise ist der Grundstein der erste Stein einer Grundmauer für ein neues Gebäude. Damit ist er nach dem symbolischen Akt der Grundsteinlegung nicht mehr zu sehen und verschwindet in der Erde. Nicht so beim Neubau des Marie-Eberth Wohn- und Pflegezentrums in Schongau. Denn dort wird er künftig gemeinsam mit der Büste von Namensgeberin Marie Eberth den Eingangsbereich zieren.

1964 konnte das Altenheim am Krankenhaus durch die Spende der Generalswitwe Marie Eberth errichtet werden. Damals, so blickte Einrichtungsleiterin Gisela Mair zurück, standen 55 Betten zur Verfügung, ein Einzelzimmer kostete 405 Mark. Zwischenzeitlich wurde das Heim auf 120 Betten erweitert, derzeit sind es 59. „Ja, wir sind in die Jahre gekommen“, sagte Mair. Im Innern sei die Ausstattung jedoch modern und mit viel Charme.

Die Zeichen der Zeit hatte man auch im Landkreis erkannt, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der Grundsteinlegung betonte. „Wenn der Standard im eigenen Haus nicht auf dem neuesten Stand ist, ist es höchste Zeit zu handeln.“ Da eine Sanierung vom wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht zu stemmen gewesen sei, habe der Landkreis sich mit der Grünwalder Firma wob Immobilien einen Partner ins Boot geholt.

Die zeichnet für den Neubau neben dem bestehenden Haus verantwortlich. Hier werden 100 Standardzimmer, zwei Ein-Bett-Apartments sowie zehn zwei-Bett-Apartments auf vier Geschossen entstehen. Momentan liege man im Zeitplan, sagt der Leiter Marketing und Vertrieb Stefan Schiessl. Mitte 2019 soll das neue Heim bezugsfertig sein.

Als Betreiber steht bereits die A+R Betriebsgesellschaft mbH als Tochtergesellschaft der GesA-­mbH („Gesellschaft für soziale Aufgaben“) fest. Deren Geschäftsführer Kenneth Woods ging vor allem auf das sich verändernde Verständnis von Pflegeheimen ein: „Man kann nicht jeden Menschen gleich verpflegen wollen“, so Woods. Er sei sich aber sicher, dass das neue Haus auch in 15 bis 20 Jahren noch den Bedürfnissen entsprechen werde. Als logistische Herausforderung bezeichnete er den im kommenden Jahr anstehenden Umzug, der für die Bewohner des bestehenden Hauses sicher nicht einfach werden würde.

Mittels Kran kam dann schließlich der Grundstein angeschwebt. In eine Öffnung gaben die anwesenden Ehrengäste einige Dinge hinein. Bürgermeister Falk Sluyterman hatte beispielsweise extra den damaligen Stadtratsbeschluss mitgebracht, der den Neubau des Heimes abgesegnet hatte. Einrichtungsleiterin Gisela Mair legte ein Foto von der Grundsteinlegung des alten Gebäudes aus dem Jahr 1964 bei. Das Verschließen des Steines erledigte Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Anders als für gewöhnlich üblich, wurde der Grundstein allerdings nicht im Fundament versenkt. Er bekommt einen Ehrenplatz im Eingangsbereich des neuen Gebäudes, so Schiessl. Dort wird er gemeinsam mit der Büste Marie ­Eberths in einer Nische aufgestellt werden.

Grundstock für die Zukunft

Bevor die Feierlichkeiten zum gemütlichen Teil übergingen, übernahm Seelsorger Hans Stein­hilber die Segnung des Steines. Er sprach seine Hoffnung darüber aus, dass dies ein offenes Haus werde, in dem Fragen zugelassen werden, in dem die Bewohner ihren Glauben leben können und Unterstützung finden. Jeder Bewohner werde hier die Chance haben, alleine sein zu können, aber auch die Gesellschaft zu suchen, so der Seelsorger. Er verwies darauf, dass jeder gefordert sei, die Verantwortung für Alte zu übernehmen. „Dieser Grundstein ist auch Grundstock für unsere Zukunft“, so Steinhilber, „denn wir sind die Alten von morgen.“

Astrid Neumann

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