Hackschnitzel und Windräder

Robert Wiedemann beim Aufbereiten der Hackschnitzel. Im vorderen Bunker kommen diese aus dem Werk, dahinter werden sie mit heißer Luft, die über eine Anlage im Dach erwärmt wird, getrocknet. . Foto: Sommer

Als Riesenchance sieht Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle die Möglichkeit, dass in der Gemeinde Windkrafträder entstehen könnten. Einen entsprechenden Antrag auf Vorbescheid hat die Firma Bavaria Ventus aus Bierdorf bei Dießen am Ammersee gestellt. Außerdem ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um die Wärmeversorgung der Kinderkrippe. Sie wird künftig aus einer Hackschnitzelheizung versorgt.

Wie auch in benachbarten Gemeinden hat die Bierdorfer Firma den Antrag auf Vorentscheid gestellt. Windkraftanlagen gehören zu den privilegierten Bauvorhaben, müssen also ohne größere Überprüfung genehmigt werden, wenn sie in den dafür vorgesehen Vorranggebieten entstehen. Nun sollen vier Standorte an den Bergwiesen im nordöstlichen Teil des Gemeindegebietes untersucht werden. Der Prüfung, ob das Bauvorhaben generell machbar ist, stimmten die Gemeinderäte zu, Er wisse, so Bürgermeister Wörle, aus Gesprächen mit den Bürgern, dass ein generelles Interesse und auch eine Zustimmung für eine solche Anlage vorhanden sei. „Lieber Windkraft als ein Atomkraftwerk um die Ecke“, meinte Wörle, der selbst Geschäftsführer der Bierdorfer Firma ist, darin aber keinen Interessenskonflikt sieht. Ausschlussflächen innerhalb der Gemeinde sind etwa Flächen mit Bezug zum Welterbe „Wies“. Bevor allerdings gebaut werden kann, müssen noch das Landratsamt und die entsprechenden Fachbehörden wie Natur- und Umweltschutz Stellung nehmen. Sehr viel konkreter ist dagegen schon das Vorhaben des Steingadener Sägewerksbesitzers Robert Wiedemann. Dieser möchte zur Wärmeversorgung seines Elternhauses eine Hackschnitzelheizung bauen. Diese sei so ausgelegt, erfuhren die Gemeinderäte, dass damit auch die Kinderkrippe beheizt werden könne. Wiedemann habe ihm das Angebot unterbreitet, so Bürgermeister Wörle. Nachdem die bestehende Heizung des Kindergartens nicht für beide Gebäude ausreicht, hatte man nach einer Lösung gesucht. Wiedemann hat vor drei Jahren das Sägewerk von seinem Vater übernommen und verarbeitet schon seit einiger Zeit das anfallende Abfallholz zu Hackschnitzel. 2010 entstand dazu eine Hackschnitzeltrocknung, die mit Sonnenwärme dem Holz die Feuchtigkeit entzieht und den Heizwert um rund ein Viertel erhöht. Schon jetzt versorgt Wiedemann mit den Hackschnitzeln die Schule in Hohenpeißenberg. Vier seiner Nachbarn wollen sich ebenfalls an das Nahwärmenetz anschließen lassen. Dazu müssen knapp 400 Meter Leitungen verlegt werden.

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