Andrea Jochner-Weiß im Interview

Landrätinnen-Gipfeltreffen auf dem Auerberg

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Obenauf am Auerberg: die zwei Landrätinnen Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu) und Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau) im Gogomobil.

Weilheim-Schongau/Ostallgäu – Beide sind gut drei Jahre im Amt, für beide ist Halbzeit in der Legislaturperiode, beide sind die einzigen CSU-Landrätinnen in Bayern und verstehen sich prächtig: Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau) und Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu) haben sich auf dem Auerberg getroffen. Veranlasser des kleinen Gipfeltreffens war der Kreisbote. Im Interview spricht Jochner-Weiß über die Rekord-Kreisumlage, Asyl-Politik und eine erneute Kandidatur.

Frau Jochner-Weiß, nennen Sie bitte kurz drei große Projekte, die bis 2020 im Landkreis umgesetzt werden.

Jochner-Weiß: „Erstens wird die Modernisierung unserer Krankenhäuser in Schongau und Weilheim abgeschlossen sein, damit haben wir zwei Top-Kliniken in Bayern. Gesamtinvestitionen: zirka 45 Millionen Euro mit den bereits getätigten Maßnahmen in Schongau. Zweitens wird unsere neue gewerblich-technische Berufsschule 2020 kurz vor der Fertigstellung stehen. Mit ihr sichern wir vielen mittelständischen Betrieben der Region auch künftig die Möglichkeit, Facharbeiter vor Ort auszubilden. Gesamtinvestitionen: zirka 65 Millionen Euro. Drittens dürfte in Schongau dann auch das neue Schulzentrum fertiggestellt sein, mit einem Investitionsvolumen von zirka 30 Millionen Euro blickt der Landkreis hier mit Realschule und Gymnasium ganz optimistisch in die Zukunft.“

Der Landkreis Ostallgäu hat den Hebesatz bei der Kreisumlage der Städte und Gemeinden heuer auf knapp 46 Prozent gesenkt; im Landkreis Weilheim-Schongau ist er mit 56 Prozent der höchste in Bayern. Was sagen Sie zu dem großen Unterschied „unter Nachbarn“?

Jochner-Weiß: „Schauen Sie, es ist wie in einer Familie. Wenn eine Familie ein neues Haus baut, muss man mal den Gürtel etwas enger schnallen. Andere Familien haben das Haus vielleicht schon gebaut oder bauen es erst künftig. Wir haben aktuell ein Investitionsprogramm in Höhe von 250 Millionen Euro im Landkreis auf den Weg gebracht für die nächsten Jahre. Damit machen wir Weilheim-Schongau fit für die Zukunft, fit für unsere Unternehmen und Bürger, aber auch fit für den starken Zuzug aus dem Raum München. Da kommt vieles zusammen gerade – eben im Bereich Krankenhäuser, Schulen, aber auch Amtsgebäude und Kreisstraßen. Wir machen sozusagen ein Landkreis-Update, deswegen haben wir aktuell den wohl höchsten Kreisumlagesatz bayernweit – in Absprache mit den Bürgermeistern.“

Asylbewerber sollen im Lauf der nächsten Jahre auf die größeren Orte im Landkreis konzentriert werden. Wie stehen Sie dazu?

Jochner-Weiß: „Ich persönlich halte nichts davon. Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge sollten flächendeckend auf die Kommunen verteilt sein. Nur so können wir eine Ghettobildung in unseren größeren Gemeinden und Städten verhindern. Zuwanderung und Integration betrifft uns alle und kann nur gelingen, wenn alle mitmachen.“

Wie bewerten Sie das Klima im Kreistag?

Jochner-Weiß: „In unserem Kreistag herrscht ein sehr ergebnisorientiertes und parteiübergreifend gutes Klima. Da geht was voran. Natürlich lassen sich auch wie im richtigen Klima Gewitter, Hochdruckzonen und Kältefronten nicht immer vermeiden. Alles in allem haben wir aber ein sehr gutes Miteinander.“

Wo verbringen Sie mehr Zeit: draußen auf Terminen im Landkreis oder drinnen im Landrats­amt?

Jochner-Weiß: „Das hält sich so ziemlich die Waage. Während ich unter der Woche mehr Zeit im Büro verbringe – Sitzungen, Besprechungen, Sprechstunde, Telefonate etc. –, bin ich vor allem am Wochenende meist auf Veranstaltungen und Festen im Landkreis unterwegs.“

Wenn Sie im Auto unterwegs sind: Worüber reden Sie mit Ihrem Fahrer?

Jochner-Weiß: „Die Zeit, die ich im Auto verbringe, wird genauso genutzt wie die Zeit am Schreibtisch. Telefonieren, Emails schreiben, Akten lesen und die Vorbereitung auf die nächste Veranstaltung lassen nicht viel Zeit für Gespräche mit meinem Fahrer. Er sorgt dafür, dass ich sicher und entspannt bei meinem Termin erscheine und zeichnet sich vor allem durch Loyalität und Verschwiegenheit aus.“

Zum Schluss ergänzen Sie bitte diese Sätze: 

Wenn ich auf dem Auerberg stehe, dann …

„… sehe ich, in welcher traumhaften Region wir hier leben dürfen. Deshalb ist es wichtig, dass auch alles in dieser Region geschehen kann. Wohnen, leben und arbeiten.“

Zwischen dem Allgäu und dem Oberland …

„… bestand von jeher ein guter Kontakt, auch über die Grenzen des Regierungsbezirks hinweg. Und was kann es denn besseres geben als ein Doppelpack Frauenpower als Landrätinnen, die sich noch dazu prächtig verstehen und intensiv austauschen?“

Dass ich bei den Wahlen 2020 erneut kandidiere, …

„… kann ich nicht gänzlich ausschließen!“

Interview: Johannes Jais

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