Hans Schütz spricht über sein neues Buch

"Lyrisches Menü": Mal humorvoll, mal kritisch

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Hans Schütz mit seinem „lyrischen Menü“.

Peiting – Er ist Hauptschullehrer in Peiting und Umweltfachberater. Doch längst hat sich Hans Schütz auch in literarischen Kreisen einen Namen gemacht. Nach dem vielbeachteten Werk „Lechliebe“, das in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Eberhard Pfeuffer entstanden ist, serviert der 62-Jährige jetzt ein „lyrisches Menü“. Der KREISBOTE sprach mit dem Autor über sein fünftes Buch und seine Pläne für die Zukunft.

Herr Schütz, wie ist die Idee zu Ihrem neuen Buch entstanden?

Schütz: „Ich habe 2008 schon einen kleinen Gedichtband mit dem Namen „Ich nehm’ das Tagesgedicht“ veröffentlicht. An das wollte ich bei einem größeren Werk anknüpfen und so ist daraus ein lyrisches Menü geworden.“ 

Die Kapitel lesen sich wie eine Speisekarte. Von griechischen Vorspeisen, über Hauptgerichte, Vegetarisches, Regionales bis hin zu Nachspeisen ist alles dabei. Ums Essen drehen sich die Gedichte aber nicht. 

Schütz:(lacht) „Nein, es ist ja im übertragenen Sinn gemeint. Ein lyrisches Menü eben. Ich wollte nicht nur ein wildes Sammelsurium an Texten. Die Kapitel fassen zusammen, was zusammengehört. Unter Regionales sind das zum Beispiel die Mundart-Gedichte.“ 

Der Untertitel des Buches lautet Naturgedichte und Landart-Arbeiten. Was muss man sich darunter vorstellen?

Schütz:„Nun, alle Gedichte befassen sich mit der Natur, der Landschaft, der Pflanzenwelt. Das mal humorvoll, mal in kritischer Art und Weise. Als Umweltfachberater denke ich automatisch an die Gefährdung, die Natur und Umwelt erleiden müssen. Aber ich will in meinen Texten nicht die moralische Keule schwingen, sondern versuche einfach, zum Nachdenken anzuregen. Da sind auch die Bilder der Landart-Arbeiten sehr wichtig.“ 

Erläutern Sie das genauer.

Schütz: „Den Begriff gibt es seit 50 Jahren. Darunter versteht man, Kunstwerke in der Natur mit der Natur zu gestalten. Man bringt nichts hin und nimmt nichts weg und überlässt die geschaffenen Objekte anschließend wieder der Natur. Ein Beispiel, das sicher jeder kennt, sind die Steinmänner. In der Umweltbildung wird Landart gerne als Mittel verwendet, um bei Kindern das Naturverständnis zu wecken. Ich mache das seit vielen Jahren, wodurch ein entsprechend umfangreicher Fundus an Bildern zusammengekommen ist, die, wie ich finde, wunderbar zu Naturgedichten passen.“ 

Gibt es in Ihrem neuen Band ein Gedicht, das Ihnen besonders am Herzen liegt? 

Schütz:(blättert) „Das ist schwierig, denn oft hängt es von der Stimmungslage ab. Besonders gut gefallen mir die kurzen Haiku-Gedichte. Die spielen eine besondere Rolle, seit ich sie in Augsburg im botanischen Garten vortragen durfte. Aber hier haben wir eins: Es heißt Schmetterling. Der Einfall dazu kam mir, als ich im Herbst im Lechtal beim Wandern war und mehrere Schmetterlinge gesehen habe, die die Spätsonne genossen. Es ist ein nachdenkliches Gedicht, das von Abschied handelt. Vielleicht gefällt es mir so gut, weil ich selber im fortgeschrittenen Alter bin (lacht).“ 

Sie haben es schon angesprochen. Unter Regionales findet man mehrere Mundart-Gedichte. Sie nehmen aber nur einen kleinen Teil ein. Haben Sie Angst, nicht verstanden zu werden? 

Schütz: „Dazu muss man sagen, dass es so gut wie keinen Verlag gibt, der Gedichte in Mundart veröffentlicht. Beim Buch Lechliebe hatte ich es zur Bedingung gemacht, dass drei Texte in Mundart erscheinen, am Ende sind es vier geworden. Beim gleichen Verlag sind wir nun bei sechs angelangt. Das Problem ist einfach, das Mundart-Texte schwer zu lesen sind und am besten funktionieren, wenn sie vorgetragen werden. Deshalb plane ich auch, eine CD zu veröffentlichen, die sich ganz dem Thema annimmt.“ 

Das klingt, als würde Ihnen der Stoff auch nach 108 Seiten nicht ausgehen. 

Schütz: „Es ist mein fünftes Werk, das allein zeigt, dass es keine Eintagsfliege ist. Tatsächlich habe ich den Kopf voller Ideen, die vom Roman bis zu einem weiteren Gedichtband reichen. Sie können sich also sicher sein, da kommt noch mehr nach.“ 

Wem würden Sie Ihr „lyrische Menü“ empfehlen? 

Schütz: „Jedem, der Freude daran hat, sich Zeit zu nehmen, um sich mit Texten und Bildern zu beschäftigen. Entschleunigt lesen nenne ich das. Diese Art ist bei vielen leider verloren gegangen, aber – und das ist die gute Nachricht – sie kann wieder erlernt werden.“

Interview: Christoph Peters

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