Harte Vorwürfe von links

Demonstrierten friedlich gegen das geltende Asylrecht: Die „Autonome Antifa Weilheim“. Foto: Sommer

Mit einem Demonstrationszug durch Schongau hat die „Autonome Antifa Weilheim“ am vergangenen Samstag gegen den „Lagerzwang“ demonstriert, sich jedoch gleichzeitig auch für den Bau eines zweiten Asylbewerberheimes stark gemacht. Dabei prangerten sie „menschenunwürdigen Zustände“ an und attackierten die Lechvorstadtler als „rassistischen Bürgermob“.

Knapp zwei Stunden dauerte die genehmigte Demonstration, bei der rund 50 zumeist jugendliche Teilnehmer zwischen 15 und 20 Jahren vom Schongauer Bahnhof zum aktuellen Asylbewerberheim und von dort aus zum Marienplatz der Stadt zogen. Dabei entrollten sie Transparente wie „Lagerzwang abschaffen“ oder „Für ein selbstbestimmtes Leben: Gegen Arbeitsverbot, Essenspakete und Residenz-pflicht.“ Bei ersten Ansprachen am Bahnhof noch prangerten die Redner vor allem den Lagerzwang und die unmenschlichen Bedingungen für Asylbewerber in Deutschland an. Konkret wurden die Schongauer Baracken kritisiert, inmitten eines Industriegebietes und rund eine „halbe Stunde Fußmarsch vom Zentrum“ gelegen. Wie auch später am Marienplatz griffen die Redner die Nachbarn des geplanten zweiten Asylbewerberheims als rassistischen Bürgermob an, der – wie man in den am Straßenrand verteilten Pamphleten der Veranstalter nachlesen konnte – „vor sinkenden Grundstückspreisen und Nichtdeutschen im Wohngebiet“ Angst habe. Persönlich wurde dabei vor allem der CSU-Stadtrat und Fraktionsvorsitzende Michael Eberle angegriffen. Eberle sei „als Richter bekannt für seine Urteile, insbesondere gegen Antifaschisten“ und mache sich „nun als Vertreter des rassistischen Mobs einen Namen“. Am derzeitigen Asylbewerberheim suchten denn auch einige der Teilnehmer das Gespräch mit den Nachbarn, die die Aktion teilweise persönlich verfolgten. Nach einem Marsch durch die Stadt endete die weitgehend friedliche Demo am Marienplatz mit weiteren Statements.

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