Auch ein neues Juze ist in Planung

Peiting baut in Sachen Kinderbetreuung kräftig aus

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Grüne Fläche: Erweiterung Kinderkrippe um zwölf Plätze am Therese-Peter-Haus; Lila Fläche: Gebäude für offene Ganztagsschule am „Schlittenhügel“; Gelbe Fläche: geplanter Abenteuerspielplatz; Orange Fläche: Neubau Kindergarten (ca. 5.500 qm); Blaue Fläche: Neubau Jugendzentrum, Ausführung um 2022.

Peiting – Mit dem Bau eines neuen Kindergartens, dem Ausbau des Betreuungsangebotes im Bereich Kindergarten, Krippe und Hort, kann die Marktgemeinde Peiting wohl spätestens ab 2021 den erforderlichen Bedarf decken. Auch ein neues Jugendzentrum ist in Planung, wenn auch zeitlich etwas später. Ein kleiner Wermutstropfen wird die Schließung des Kindergartens am Rathaus bedeuten, gewonnen wird mit der Zentrierung eines umfassenden Betreuungsangebotes auf dem Gelände rund um die Dreifachturnhalle jedoch sehr viel. Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Michael Asam die dann neu geschaffene Betreuungssituation vor.

Viele Überbrückungsmaßnahmen im Bereich Kinderbetreuung musste die Marktgemeinde in den letzten Jahren stemmen, um den Bedarf an Betreuungsplätzen für Kindergarten-, Krippen- und Hortkinder decken zu können. So musste etwa in den Räumlichkeiten der Mädchenschule kurzfristig für Hortkinder Platz geschaffen werden; die Schaffung von Notgruppen für jeweils 14 Kinder sowohl im Kindergarten St. Michael als auch im Forsthauskindergarten hatten dies notwendig gemacht.

Keine Möglichkeiten

Eng zu geht es auch im Kindergarten am Rathaus, zudem müsste das Gebäude dringend saniert und erweitert werden. Zu bewerkstelligen sei dies nicht, erklärte Michael Asam, allein schon wegen des laufenden Betriebes. Auch liefere das Grundstück keine Möglichkeiten zum Ausbau der Einrichtung. Ebenso offen sei die Ausbausituation des Kindergartens St. Michael an der Angermoosstraße; auch dort zeige sich eine Erweiterung durch den kirchlichen Träger als nicht so ohne weiteres realisierbar, berichtete Asam. Die Errichtung eines Kindergartens auf der unbebauten Fläche Erlach-/Kohlenstraße – im Eigentum der Katholischen Pfarrpfründestiftung St. Michael – hatte sich, zumindest kurzfristig, als nicht machbar erwiesen und wurde zurückgestellt.

Um nun den künftigen Bedarf für rund 70 Krippen- und 410 Regelkinderplätze decken zu können, müsse die Marktgemeinde selbst baulich tätig werden, erklärte Bürgermeister Michael Asam. Als Ersatz für den dann nicht mehr zur Verfügung stehenden Kindergarten am Rathaus, werde ein neuer Kindergarten auf gemeindlicher Fläche am Uhrerskreuzweg/Ecke Jägerstraße errichtet. „Eigentlich war ja ein Neubau auf der Basiliwiese geplant“, sagte Asam, doch das habe sich ja leider zerschlagen. Der neue Kindergarten verfügt dann über Raum für zunächst fünf Regelgruppen und kann, bei Bedarf, um zwei Gruppen erweitert werden.

Ein neuer Hort

Neu geschaffen wird denn auch ein gemeinsames Hortgebäude, um die bisherigen Gruppen aus den Einrichtungen in der Untereggstraße als auch im Forsthaus bündeln zu können. Dafür werde ein eigenes Gebäude auf dem Gelände am Forsthaus errichtet, sagte Asam. Die Marktgemeinde hat die Fläche dort unlängst erworben. Das eigentlich an dieser Stelle geplante neue Jugendzentrum ist dennoch nicht vom Tisch. Auch diese beliebte und in den Augen der Verwaltung sehr wichtige Anlaufstelle für die Peitinger Jugend bekommt einen adäquaten Ersatz: Die bisherige Sportfläche neben dem Stadion am Kampfgartenweg/Ecke Jägerstraße wird neuer Standort. Allerdings zeitlich versetzt, wie Michael Asam erläuterte. „Der Bau wird wohl 2022 erfolgen“, sagte er. Folgen wird zudem ein Abenteuerspielplatz, der das Ensemble an dieser Stelle ideal abrunden soll.

Neu gestaltet sich auch die Betreuungssituation im Therese-Peter-Haus; es wird mittelfristig zur reinen Krippeneinrichtung, eine Erweiterung des Bestandsgebäudes inbegriffen. Die so neu geschaffene Gesamtsituation im Bereich Kinderbetreuung mache ihn sehr froh, sagte Asam, und gestalte sich nachhaltig. „Spätestens ab 2021 hat die Marktgemeinde ihre Aufgaben in diesem Bereich erfüllt“, freute er sich. Tatsächlich sollen alle so geschaffenen Einrichtungen – bis auf das Juze – schon zum Start des Kindergarten- bzw. Schuljahres in 2021 nutzbar sein.

Sehr froh über den neuen Standort des Jugendzentrums an der Dreifachturnhalle zeigte sich Gemeinderat Alex Zila (SPD), wenn er selbst auch die Fläche an der Schlossberghalle bevorzugt hätte. Er freue sich schon darauf, wenn es dort – auch durch die Bündelung von Kindergarten, Hort und Krippe – regelrecht „wuselt“ von Kindern und Jugendlichen. Die Schließung des Rathaus-Kindergartens bedauerte Christian Lory (Unabhängige Marktgemeinderäte Peiting); für ihn sei dies ein „Schönheitsfehler“ im sonst gelungenen Ausbau. „Innerhalb des Ortes fällt so eine Einrichtung einfach weg“, folgerte er. Alternativ könne er sich einen Kindergarten am AWO-Seniorenheim vorstellen, wenn dort ein Neubau anstehe.

Thomas Elste (Grüne) zeigte sich erfreut über das dann tolle Angebot, das zudem „alle Generationen vereint“. Leben könne auch Herbert Salzmann (SPD) mit der Situation, obschon es dann „in der Mitte und südlich im Ort keinen Kindergarten mehr gibt“. Er sehe ein Ergebnis, das eben nur so möglich sei. Alfred Jocher (Unabhängige Marktgemeinderäte Peiting) schlug vor, Jugendzentrum und Kindergarten in einem neuen Gebäude zu bündeln, um Einsparungen im Bereich Unterhalt zu erreichen. Norbert Merk (CSU) regte die Erstellung eines Quartierskonzepts an, um die Kapazitätsmöglichkeiten zur Versorgung des Kindergartens durch das benachbarte Blockheizkraftwerk am Eisstadion zu prüfen.

Dass sich mit der neuen Betreuungssituation ein großer Traum für sie erfüllt habe, erklärte letztlich Gemeinderätin Monika Ludwig (SPD). „Ein toller Tag in meiner Amtszeit!“, freute sie sich. So ergebe sich an dieser Stelle Peitings ein Synergieeffekt durch Eisstadion, Abenteuerspielplatz und Bolzbereich. „I gfrei mi drauf!“, schloss die Rätin, die damit eine höchst ambitionierte Amtszeit zu einem erfolgreichen Ende bringen kann – wird sie doch im Rahmen der kommenden Kommunalwahl nicht mehr antreten. 

pae

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