Eine halbe Million mehr

Solider Haushalt bei hohen Investitionen

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242 Seiten umfasst der von Kämmerer Sebastian Ostenrieder (links) nach den bestehenden Vorgaben erstellte und gemeinsam mit Bürgermeister Albert Hadersbeck präsentierte Haushaltsplan 2020.

Altenstadt – Bürgermeister Albert Hadersbeck hatte den Gemeinderat in der zurückliegenden Woche zur Beratung des Haushaltsplans 2020 ins Rathaus geladen. Der von Kämmerer Sebastian Ostenrieder nach den bestehenden Vorgaben erstellte komplexe Plan umfasst 242 Seiten. Darin ergibt sich ein Haushalt von 9,36 Millionen Euro für die gemäß statistischem Landesamt 3.328 Einwohner zählenden Gemeinde.

Mit dieser Summe liegt der aktuelle Haushalt um mehr als eine halbe Million Euro über dem des Jahres 2019. Trotz des darin enthaltenen hohen Investitionsvolumens bestehen für Albert Hadersbeck keine Zweifel an der Solidität des Plans. Zur Bestreitung der vorgesehenen Investitionen in Höhe von über drei Millionen Euro müssen 50 Prozent der Summe aus den Rücklagen entnommen werden. Angesichts der dann immer noch verbleibenden 2,5 Millionen Euro ist dies für die Gemeinde leicht zu verschmerzen.

Einnahmen

Die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und die Grundsteuer B (sonstige Grundstücke) bleiben unverändert zum Vorjahr bei 400 Prozent. Bei der Gewerbesteuer sind es ebenfalls weiterhin 320 Prozent. Geldlich kann die Gemeinde mit Steuereinnahmen bei der Grundsteuer A und B mit etwa 22.000 bzw. 420.000 Euro und bei der Gewerbesteuer mit 1,1 Millionen Euro rechnen. Die größte Summe bei den Einnahmen bildet der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 2,1 Millionen Euro. Die Schlüsselzuweisung, ein Mittel der Gemeindefinanzierung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs als zweckfreie Zuweisung zur allgemeinen Finanzierung der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes liegt bei 1.090 Euro je Einwohner. Je höher die Einnahmen der Gemeinde, desto geringer fallen die Schlüsselzuweisungen aus. 2019 waren es noch 533.896 Euro, 2020 sind es nur noch 310.052 Euro.

Betrug der Schuldenstand am 31.12.2018 noch fast 1,5 Millionen Euro, ist dieser trotz der vorgenommenen Investitionen auf weniger als 1,2 Millionen Euro gesunken. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 443,40 im letzten und 351,79 Euro im aktuellen Jahr. Hier lohnt sich ein Blick zurück auf das Jahr 2005. Seinerzeit war bei annähernd gleicher Einwohnerzahl die Pro-Kopf-Verschuldung mit 1.048,44 Euro fast exakt dreimal so hoch.

Ausgaben

Als Gemeinde mit einer hohen Steuerkraft wird Altenstadt bei der Kreisumlage mit 2,2 Millionen Euro zur Kasse gebeten. Es ist der größte Ausgabenposten, mit dem sich Altenstadt arrangieren muss.

Die investiven Ausgaben sind unter anderem für die Neugestaltung des Marienplatzes mit 340.000 Euro, der Gestaltung der Sportanlagen in Schwabniederhofen inklusive der Baunebenkosten mit 390.000 Euro und die umfassenden Straßenbaumaßnahmen in der Alpen- und Jahnstraße mit 325.000 Euro vorgesehen. Weiterhin sind 320.000 Euro für den Erwerb von Gewerbegrundstücken vorgesehen. Der Unterhalt des kirchlichen Kindergartens schlägt mit einem Zuschuss von 291.000 Euro zu Buche, für die Beschaffung von Fahrzeugen, den Ersatz von Geräteträgern und Sonstiges in diesem Bereich werden 163.000 Euro und für den Breitbandausbau und erforderliche Tiefbaumaßnahmen 135.000 Euro veranschlagt. Addiert man die mehr als 50 Ausgabenpositionen, ergeben sich Ausgaben in Höhe von exakt 3.062.200 Euro.

Sowohl Bürgermeister Albert Hadersbeck als auch Kämmerer Sebastian Ostenrieder ließen bei der Vorstellung des Haushaltsplans 2020 keinerlei Zweifel an dessen Solidität aufkommen. Somit tat sich der Gemeinderat in Folge auch leicht, diesen einstimmig zu billigen.

„Genaue Zahlen werden wir am Ende vom Haushaltsjahr wissen“, fasste Albert Hadersbeck die vorangegangene Beratung zusammen, wohlwissend dass dies für ihn nach 18 Dienstjahren als Bürgermeister der letzte Haushalt war.

Manfred Ellenberger

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