Hebauffeier für Wärmenetz in Hohenfurch

Energie aus der Biogasanlage

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Herbert Hefele und Petra Braunegger (beide Schönach Energie GmbH), Bürgermeister Guntram Vogelsgesang und Andreas Scharli (Energiewende Oberland) vor der neuen Übergabestation im Rathaus Hohenfurch (v. li.).

Hohenfurch – Mit einem symbolischen Akt ist vor kurzem das Hohenfurcher Rathaus an das Nahwärmenetz der Schönach Energie GmbH angeschlossen worden. Rund ein Kilometer Wärmeleitung konnte bis dato schon realisiert werden, bei einer Hebauffeier erinnerte der Geschäftsführer Herbert Hefele an die Geschichte hinter der Schönach Energie GmbH.

Wenn der Winter doch irgendwann wieder zurückkommen sollte mit Schmuddelwetter und tiefen Temperaturen, dann sind zumindest die Hohenfurcher gut gerüstet. Denn dort konnte die Schönach Energie-Gesellschaft die Inbetriebnahme einer Übergabestation feiern und die Fertigstellung von gut einem Kilometer Wärmeleitung. Die Geschichte um dieses Wärmenetz ist allerdings alles andere als kurz und reicht gut fünf Jahre zurück, wie Herbert Hefele, einer der beiden Geschäftsführer des Energieversorgers bei der Hebauffeier in Erinnerung brachte.

Vor allem war Hefele zunächst gar nicht direkt involviert in die Idee einer Fernwärmeversorgung, wie er erzählte. Denn dieses Projekt geht auf Max Braunegger zurück, so Hefele. Max Braunegger hatte eine Biogasanlage gebaut und suchte nach weiteren Möglichkeiten, die Anlage zu nutzen. Weshalb er sich 2011 an den Schwabsoier wendete mit der Bitte um eine Kostenschätzung für ein Fernwärmenetz. So sei man zusammengekommen und habe diskutiert, „was kostet’s, wo kann man’s legen, was kann man machen“.

Zu dem Zeitpunkt hatte Braunegger bereits eine Trassenführung erarbeitet und die Grundstücksbesitzer angeschrieben. Denn auf die Anschlussnehmer kommt es an, sie müssen die nachhaltige Wärme abnehmen. Über 80 interessierte Hausbesitzer meldeten sich. Der Wermutstropfen: die Gebäude lagen verstreut über das ganze Gemeindegebiet. Derart verstreut, dass man mit fünf Kilometern noch nicht einmal die Hälfte aller Häuser hätte anschließen können.

Immer wieder habe man sich getroffen und diskutiert, welche Straßenzüge machbar wären, erinnerte Hefele. Damit sei das Jahr 2012 ins Land gegangen. Einem Glücksfall und seinem Neffen Jonas verdankten Hefele und Braunegger, dass Schwung in die Angelegenheit kam. Denn jener Neffe schrieb seine Bachelor-Arbeit an der FH Regensburg, Fachrichtung Regenerative Energien, über die thermische und hydraulische Auslegung des Wärmenetzes in Hohenfurch. Und lieferte mit dieser Arbeit die Grundlage für den Ausbau. Damit habe man gewusst, welches Netz, nämlich die Strecke zum Rathaus man in Angriff nehmen werde, so Hefele.

Gespräche über weitere kommunale Einrichtungen gingen ins Leere. Dafür wurden die ersten Verträge mit Hausbesitzern geschlossen. Anfang 2015 gründeten Braunegger und Hefele die Schönach Energie-Gesellschaft. Die Trassen wurden nun im Detail geplant, neben dem Wärmenetz sollten Leerrohre für einen Ausbau des Breitbandnetzes mit Glasfaser gelegt werden. Doch dann: Im Mai 2015 stirbt Max Braunegger, das Projekt drohte, zu scheitern.

An dieser Stelle kam Petra Braunegger ins Spiel. Im Juli 2015 wurde sie zweite Gesellschafterin, die Planungen konnten weiterlaufen und auch die Finanzierung stand. Am 11. August folgte der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt. Im September begann man mit dem Bau der Übergabestation, im Oktober folgten der zweite und dritte Bauabschnitt des Netzes. Insgesamt habe man nun 850 laufende Meter Wärmenetz, so Hefele und 110 Meter Hausanschlussleitungen verlegt, wobei sechs Gebäude, neben vier Wohnhäusern auch der Gasthof Negele und das Rathaus, angeschlossen sind.

Nun müssen noch die jeweiligen Installateure die Hausanschlüsse selbst legen, dann kann die Wärme direkt in die Häuser strömen. Dimensioniert sind die Anschlüsse derzeit auf eine Leistung von 15 Kilowatt je Einfamilienhaus, was den Besitzer pro Jahr etwa 1100 Euro kosten wird, je nach Verbrauch. Die Kilowattstunde koste 6,9 Cent, so Hefele, seit fixiert und werde vom Statistischen Bundesamt berechnet.

Für Bürgermeister Guntram Vogelsgesang ist das Fernwärmenetz eine Entscheidung für die Zukunft, insbesondere, wenn man den Ölpreis betrachte. Insbesondere freute sich Vogelsgesang über das Glasfasernetz, mit dem auch das Wärmenetz gesteuert werden soll und das auch ein schnelleres Internet, unabhängig von einem Provider ermöglichen könnte.

Oliver Sommer

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