Die Heiligen zieren wieder den Altar

In einer Prozession wird die Heilige Ursula zur Kapelle getragen (links vorne Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang). Foto: Schmid

Die Sonne strahlte über Hohenfurch, als die Pfarrgemeinde die Figur der Heiligen Ursula in einer feierlichen Prozession von der Kirche aus bis hinauf zur St.-Ursula-Kapelle begleiteten. Die Heilige Ursula ziert nun als Hauptfigur wieder den Altar in der Kapelle – zusammen mit den anderen, einst gestohlenen Heiligenfiguren, die ebenfalls neu geschnitzt worden sind.

Nachdem der Zug, der von der Hohenfurcher Blaskapelle angeführt wurde, oben in der Kapelle angekommen war, nahm Pater Victor die Segnung der Figuren vor. Zahlreiche Gläubige füllten bei der Segnungszeremonie die Kapelle. „Nach nunmehr 40 Jahren ist unser Altar wieder komplett“, freute sich Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, der gleichzeitig als Vorstand des Vereins „Freunde der St. Ursula-Kapelle Hohenfurch sprach. Lediglich die Abbildung der Legende der Heiligen Ursula (die Heilige ist darauf zusammen mit ihren Begleiterinnen in einem Schiff gezeigt) sei nur in Form einer Fotografie vorhanden. Neben den Figuren seien auch die gestohlenen Altarflügel neu hergestellt worden. „Die Wiederherstellung des Altars verdanken wir vielen Personen“, erklärte der Bürgermeister. Zum einen nannte er dabei Karl Motz, Fotograf und früherer Verleger der Schongauer Nachrichten, der als einziger Farbaufnahmen des Altars vor den Diebstählen angefertigt hatte, zum anderen Dr. Albrecht Miller, den ehemaligen Leiter der Bayerischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, welcher in den Sechzigern Jahren detailgetreue Schwarz-Weiß-Bilder des Altars gemacht hatte. Mit Hilfe der vorhandenen Bilder konnten die Figuren der Kapelle neu geschnitzt und die Altarflügel sehr detailgetreu den alten Flügeln nachgebildet werden. Dem Schöpfer der neuen Figuren, Anton Westermair, dankte Vogelsgesang für die „wunderbaren Schnitzarbeiten“, und dem Kirchenrestaurator Johann Pfister und dessen Familie für die Fassung der Figuren und der Flügel. Vor allem bedankte sich der Vorstand des Fördervereins aber bei allen Spendern und Helfern, „die in den vergangenen Jahren durch ihre tatkräftige Mithilfe zur Finanzierung beigetragen haben“. Wer die Heilige Ursula, der die Kapelle geweiht ist, eigentlich war, erzählte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang am Ende des Festakts: Der überlieferten Geschichte nach reiste die schöne, christliche Tochter eines Königs aus der französischen Bretagne mit ihren Gefährtinnen nach Rom, um für die Bekehrung des Prinzen zu beten, welcher sie heiraten wollte. Als die Hunnen über die Frauen herfielen und Ursula sich weigerte, deren Anführer zu ehelichen, wurde sie durch einen Pfeil getötet. Vogelsgesang nahm die Segnung der neuen Figuren zum Anlass, um sich auch bei Mesnerin Elisabeth Fichtl zu bedanken, die sich seit rund 40 Jahren unentgeltlich um die Ursula-Kapelle kümmert. Als Geschenk erhielt Fichtl einen Geldgutschein für den Schönachhof.

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