Familien helfen Familien

»Herz aus Peiting«: Bürgermedaille für Marianne Spindler

Mit Urkunde und Medaille: Bürgermeister Peter Ostenrieder und Marianne Spindler nach der Verleihung.
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Mit Urkunde und Medaille: Bürgermeister Peter Ostenrieder und Marianne Spindler nach der Verleihung.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Es ist eine Würdigung für großes soziales Engagement – und dafür, dass sie „das Herz aus Peiting in die Welt getragen hat“: So hat es Bürgermeister Peter Ostenrieder beschrieben, als er an Marianne Spindler vom Verein „Familien helfen Familien“ die Bürgermedaille verliehen hat. 

30 Jahre ist es her, dass 1991 alles ins Rollen kam. Marianne Spindler, vom Bürgermeister in der Laudatio als „menschlich, einfach, unkompliziert“ charakterisiert, rief damals die Aktion mit Weihnachtspäckchen für Notleidende ins Leben. Sie hatte die erste Sammlung organisiert, die für Familien in Kroatien bestimmt war. Im ehemaligen Jugoslawien herrschte damals Krieg.

Die Hilfsaktion nahm ihren Anfang. Beim ersten Mal waren es 2.000 Päckchen. Seitdem steuert jedes Jahr ein voll beladener Lastwagen Orte in Ländern an, wo die Spenden dankbar entgegengenommen werden. Die Transporte gingen schon bis in den Kosovo und bis nach Moskau.

Marianne Spindler hat, wie der Rathauschef in der Laudatio würdigte, mit der Zeit ein großes Netzwerk aufgebaut. Am Tag der Sammlung, die meist im November stattfindet, packen 300 Helfer mit an im Gebiet zwischen Kinsau und Oberammergau sowie zwischen Sachsenried und Weilheim. In 36 Pfarreien bzw. Ortschaften werden Päckchen vorbereitet und eingesammelt.

Seit 2004 wird Familien und Kindern in der Ukraine geholfen – der Kontakt kam über die aus Peiting stammende Ordensschwester Paula Straub zustande. Auch heuer soll, wenn es in Corona-Zeiten genehmigt wird, wieder ein Transport in das osteuropäische Land erfolgen. Letztes Jahr war dies auch möglich. Marianne Spindler war selbst sechsmal in der Ukraine.

In all den Jahren wurden 60.000 Pakete zu hilfsbedürftigen Familien gebracht. Mit Geldspenden unterstützt der Verein „Familien helfen Familien“ seit 2014 das Projekt „Mary‘s Meals“ in Ma­lawi im Südosten Afrikas. Dabei wird an fünf Schulen eine tägliche warme Speisung für Schulkinder ermöglicht. Für 18 Euro im Jahr erhält ein Kind ein ganzes Jahr lang Schulspeisung. Die erste Schulküche hatte der Verein selber gekauft.

„Was macht einer schon allein?“ Mit dieser Frage bekundet Marianne Spindler am Tag nach der Ehrung im Gespräch mit der Redaktion, dass es vieler Mitstreiter bedarf. Bei all den Aktionen habe sie festgestellt: „Es gibt so viele hilfsbereite Menschen.“ Bürgermeister Ostenrieder verwies auch noch darauf, dass die Familie Spindler 2011 am Bühlach die Bildstockkapelle „zum barmherzigen Jesus“ errichtet hatte.

Marianne Spindler (69) wohnt zusammen mit ihrem Mann Hans, der ebenfalls in die Schloßberghalle gekommen war, in Peiting. Viele Jahre haben beide die Landwirtschaft in Kellershof geführt, die jetzt der älteste Sohn mit der Familie betreibt. Dort helfen die Eltern, wo sie gebraucht werden.

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