"Schritt in die Selbstständigkeit"

19 neue Appartements für "Menschen mit seelischer Erkrankung"

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Direktor Wilfried Knorr, Architekt Fritz Weinberger, Architektin Gabriele Anderl, Gemeinderätin Silvia Ruhfaß-Bückle, Heimbeiratsvorsitzender Philipp Hase und Fachbereichsleiter Peter Walter (v. links) vor dem neuen Appartementhaus in Peiting.

Peiting – Ehe im Laufe der Woche die ersten Bewohner in das neue Appartementhaus von Herzogsägmühle in Peiting einziehen können, erfolgte die feierliche Einweihung. Das neue Gebäude in der Münchener Straße bietet 19 Menschen mit einer seelischen Erkrankung oder der Doppeldiagnose Psychose und Lernbehinderung ein neues Zuhause. Doch lagen auch einige Stolpersteine auf dem Weg bis zur Eröffnung.

Bereits nach dem Spatenstich im Mai 2016 tauchten die ersten Probleme auf: „Die Baustelle war eine einzige Müllkippe“, so Architekt Fritz Weinberger bei der Einweihungsfeier. Die Entsorgung der im Boden befindlichen Hausmülldeponie kostete nicht nur rund 270.000 Euro oben drauf, sie war auch alles andere als einfach. Teilweise musste der Müll sogar in andere Bundesländer gebracht werden.

Aber auch das Gelände hielt während der Bauzeit einige Überraschungen bereit. Denn die Hanglage führte dazu, dass sich der Verbau neigte. Gewicht sparen war also angesagt, so Weinberger. Trotz aller Widrigkeiten habe man die Kalkulation dennoch wieder einigermaßen eingeholt und auch das Zeitlimit eingehalten, so der Architekt.

Dass wieder etwas fertig geworden ist, darüber freute sich der Direktor des Diakoniedorfes Wilfried Knorr. Hier sei ein Haus für „bestmögliche Förderung und Unterstützung“ entstanden. Dadurch dass sich die neuen Wohnungen nicht in Herzogsägmühle, sondern in Peiting befinden, sei das eine schöne Form der Inklusion, findet der Direktor. Da so keine Sortierung stattfinde, verringere sich auch der Unterschied zwischen den Menschen. Knorr sprach außerdem von einem „Haus für multiple Entwicklungspotenziale“.

Fachbereichsleiter Peter Walter zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf des Baus. Menschen, die teilweise schon seit Jahrzehnten Peitinger Bürger sind, finden hier nun ein gemeinsames Zuhause, sagte er. Das konnte Heimbeiratsvorsitzender Philipp Hase nur bestätigen: „Die Appartements bedeuten für mich und viele andere einen großen Schritt in die Selbstständigkeit.“

Grünen-Gemeinderätin Silvia Ruhfaß-Bückle hatte nur Lob für das Objekt. Vor allem die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz des Gebäudes beeindruckten sie. Denn das Haus wird über Erdwärmepumpen, für die acht Erdsonden erforderlich waren, geheizt.

Pfarrer Dirk Wollenweber segnete am Ende das neue Gebäude und dessen Bewohner: „Wer hier einzieht, soll immer mit Freuden aufgenommen werden.“

Astrid Neumann

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