Pro Hauptamt

Steingadener Gemeinderat votiert für Bürgermeister-Vollzeitstelle

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„Bei der Größenordnung der Gemeinde wäre ein hauptamtlicher Bürgermeister sinnvoll, sonst ist das nicht mehr zu schaffen“, erklärt Steingadens scheidendes Oberhaupt Xaver Wörle.

Steingaden – Als „sehr weise“ hat Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle das Votum seiner Gemeinderäte gelobt. Nachdem im kommenden Jahr Kommunalwahlen anstehen und auch der Rathauschef neu zu bestimmen ist, machten sich die Gemeinderäte bereits jetzt Gedanken um das Prozedere.

Es sollte vor allem mit Blick auf die möglichen Kandidaten ein Signal sein, das man in Steingaden setzen wollte. So wurde nun die Rechtsstellung des ersten Bürgermeisters der Gemeinde diskutiert.

Bislang erledigte der Rathaus­chef die Amtsgeschäfte quasi nebenher, nebenberuflich. Bis 2010 noch war der 1996 zum Bürgermeister gewählte Xaver Wörle Geschäftsführer der Oberlandkommunaldienste, dann lief der Vertrag aus, den Wörle nicht mehr verlängern ließ. Und er erklärte auch, warum: „Es sind zu viele Aufgaben“, so Wörle.

„Bei der Größenordnung der Gemeinde wäre ein hauptamtlicher Bürgermeister sinnvoll, sonst ist das nicht mehr zu schaffen“, versuchte Wörle den Steingadener Räten die Herausforderung klar zu machen; es gehe ja nicht nur um die Gemeinde, sondern auch um die Verwaltungsgemeinschaft mit Wildsteig und Prem, die von Steingaden aus geführt wird. Wörle bedankte sich gleichzeitig für die Unterstützung durch die Gemeinde und den Gemeinderat, die er insbesondere nach 2010 erhalten hatte.

Um zu verdeutlichen, welche Arbeiten auf den Bürgermeister von Steingaden in den nächsten Jahren zukommen, verwies Wörle auf die anstehenden Bauvorhaben in Millionenhöhe, den Zusammenschluss der Abwasser­entsorgung mit Lechbruck und Bernbeuren, den Lückenschluss in der Wasserversorgung und den Wegebau. „Als Bürgermeister ist man da schon gefordert“, meinte der scheidende Amtsträger und fügte noch an: „Da wird sich der nächste Bürgermeister oder die nächste Bürgermeisterin bestimmt nicht langweilen“.

Punkte, die die Gemeinderäte so noch unterstrichen: Der Bürgermeister sei nun mal Chef von immerhin um die 40 Angestellten, man habe einen Haushalt einer kleineren Stadt mit einem Volumen von gut zehn Millionen und eben Mammutprojekte in der kleinen Kommune zu stemmen. Auch mit Blick auf die Altersvorsorge hätte man eine Vollzeitstelle vorgeschlagen, wurde deutlich.

Doch es ging nicht nur um die finanzielle Seite, ein nebenberuflicher Bürgermeister wird mit rund 4.600 Euro entschädigt, in Vollzeit ist die Stelle in Steingaden mit gut 6.000 Euro dotiert. Angefügt wurde auch, dass sich ein Hauptamtlicher mehr der Gemeinde und der Arbeit dafür widmen könnte.

„Er muss keinen Beruf haben, um für sich und seine Familie zu sorgen“. Insbesondere könne die Arbeit „nebenher“ zu gesundheitlichen Belastungen führen, wie Wörle lernen musste und als Argument in die Diskussion einfließen ließ.

Die Verwaltung informierte über die entstehenden Kosten: Für einen nebenberuflichen Bürgermeister muss die Gemeinde einen Ehrensold, in Abhängigkeit von der Amtszeit bis zu 42 Prozent der ehemaligen Bezüge, zahlen. Bei einem Beamten auf Zeit gibt es zum Bruttogrundgehalt noch einen Familienzuschlag und die Gemeinde übernimmt alle Kosten bis auf die Krankenversicherung – Beamte versichern sich selbst – und das Arbeitslosengeld.

Denn „ein Beamter bzw. Bürgermeister wird nicht arbeitslos“, so Siegfried Bernert. So votierten die Räte schließlich einstimmig dafür, mit einem verbeamteten hauptamtlichen Bürgermeister in die nächste Legislaturperiode zu gehen. Entsprechend wurde die Satzung abgeändert. Als Wahlleiter hatte das Gremium zuvor schon Peter Lutz und Alfred Rammbach bestimmt.

gau

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