Werk in Schongau

Hochland plant riesige Erweiterung

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Das Schongauer Werk von Hochland (oben links) soll kräftig erweitert werden. Die rote Fläche markiert das Grundstück, auf dem der Neubau geplant ist. Gelb eingerahmt ist die Wiese vor den Wohnblöcken, die die Stadt als zusätzliche Gewerbefläche aufnehmen will.

Schongau – Das Schongauer Werk von Hochland ist eine der bedeutendsten Fertigungsstätten für Frisch- und Weißkäse in Europa. In Zukunft könnte der Standort sogar noch an Bedeutung gewinnen. Im Stadtrat wurden jetzt Pläne vorgestellt, wonach das Unternehmen seine Produktionskapazität nahezu verdoppeln will. Die Bauarbeiten für die immerhin 4,5 Hektar große Erweiterung östlich des bestehenden Werks könnten im Mai 2016 beginnen.

Schon 2012 war die Stadt auf Hochland zugegangen, als man damit begonnen hatte, die Fläche des ehemaligen LEW-Umspannwerks an der Burggener Straße zu überplanen. „Wir haben damals gesagt, dass die Firma, sollte sie sich vergrößern wollen, der erste Ansprechpartner wäre“, blickte Stadtbaumeister Ulrich Knecht zurück. 

Von diesem Angebot habe das Unternehmen nun Gebrauch gemacht. „Hochland hat die Fläche von den Lechwerken gekauft“, berichtete Knecht. Kurz vor dem Abschluss stünden zudem die Verhandlungen über den Erwerb des ehemaligen Eon-Grundstücks, das der Stadt gehöre. 

Die geplante Erweiterung auf dem 4,5 Hektar großen Gelände bedeutet fast eine Verdopplung der bisherigen Produktion. „Aktuell verarbeitet Hochland 600000 Liter Milch pro Tag. Durch den Neubau kommen noch einmal 550000 Liter dazu“, verglich Knecht. 

Was genau das Unternehmen dort vorhat, darüber konnte Knecht nur vage Auskünfte geben. Hochland wolle ein neues Produkt herstellen und eine Produktionslinie für Hartkäse aufbauen, erklärte der Stadtbaumeister. Stadtrat Markus Wühr (CSU), wollte dagegen erfahren haben, dass es sich um Frisch- beziehungsweise Schnittkäse handle, der hergestellt werden solle.

Beim Unternehmen selbst will man die Pläne aktuell noch nicht kommentieren. Pressesprecherin Petra Berners bestätigte nur den Grundstückskauf. „Für weitere Auskünfte ist es zu früh. Wir befinden uns noch im Projektstadium.“ Das heißt auch, dass die Entscheidung für eine Erweiterung in Schongau noch nicht endgültig gefallen ist. „Das Unternehmen prüft noch andere Standorte“, erklärte Knecht, der deshalb beim Genehmigungsverfahren auf die Tube drücken will. 

Eile ist geboten, denn Hochland will mit den Bauarbeiten möglichst im Mai 2016 beginnen – ein ambitionierter Zeitplan, so der Stadtbaumeister. „Für uns ist aber entscheidend, dass sich Hochland zum Standort bekennt.“

Das sei in der Tat auch aus Sicht der Landwirtschaft mehr als erfreulich, betonte Wühr. Denn mit dem Ende der Milchquote werde die Menge, die die 44 Genossenschaften an die Molkerei liefern, noch einmal deutlich zunehmen.

Dass mit Verdopplung der Produktionskapazität auch die Zahl der Lkw-Fahrten deutlich zunehmen wird, sei lärmtechnisch kein Problem, beruhigte Knecht mit Blick auf die angrenzende Wohnbebauung. Die Erschließung des neuen Werks werde über das bestehende erfolgen. Auch die vorhandene Kläranlage sei groß genug dimensioniert, um die zusätzlichen Abwasser aufzunehmen, so der Stadtbaumeister. 

Für Diskussion sorgten dagegen die Pläne, die bislang brachliegende und im städtischen Besitz befindliche Wiese vor den Wohnblöcken an der Hans-Böckler-Straße in vier Gewerbegrundstücke mit einer Gesamtgröße von 8000 Quadratmetern umzuwandeln. 

Wie Planer Dietmar Hörner ausführte, könnten die dort errichteten Gebäude mit sieben Meter Wandhöhe als Lärmpuffer zwischen Hochland und den Wohnhäusern dienen. Vorgesehen sei sogenanntes „Flüstergewerbe. Barbara Karg (SPD) und Bettina Buresch (ALS) sorgten sich um den Freiraum der Bewohner und plädierten dafür, die Wiese den Anwohnern zu belassen. „Da spielen Kinder.“ 

Acht Meter Abstand zur bestehenden Bebauung seien zudem viel zu gering. Knecht wies darauf hin, dass es sich dabei um einen „durchaus normalen Abstand“ handle. Man könne allerdings um ein bis zwei Meter reden, bot er an. Der Stadtbaumeister riet allerdings davon ab, die Planung ganz aufzugeben. „Wir haben viele Anfragen nach Gewerbeflächen.“ 

Michael Eberle (CSU) wollte die Bedenken nicht einfach beiseite schieben, wies aber darauf hin, dass es beim Bebauungsplan jetzt vor allem um Hochland gehe. „Das ist ein wichtiger Schritt.“ Aus diesem Grund wurde auch der Vorschlag von Gregor Schuppe (ALS), die Grundstücke erst einmal aus der Planung herauszunehmen nicht weiter verfolgt. Denn das hätte bedeutet, dass das Schallgutachten neu erstellt werden muss. „Wir sollten das jetzt auf den Weg bringen“, forderte Friedrich Zeller (SPD) . Man könne im weiteren Verlauf des Verfahrens ja noch nacharbeiten. Mit 21:3 Stimmen fiel der Grundsatzbeschluss.

Christoph Peters

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