Zuletzt deutliches Defizit

Höhere Friedhofsgebühren in Peiting

Friedhof Bühlach Peiting
+
Nach oben geht es nicht nur im Gelände des neuen Friedhofs am Bühlach; nach oben gehen auch die Grabgebühren für die gemeindlichen Friedhöfe.
  • VonJohannes Jais
    schließen

Peiting – Die Entscheidung hat Gewicht; sie wirkt sich finanziell aus für Familien, die um einen Verstorbenen trauern, aber sie soll auch als Zeichen für eine gerechte Gebührenlast verstanden werden: Gemeint ist der Beschluss der Marktgemeinderäte, die Kosten für Gräber, aber auch für Dienste rund um eine Bestattung (vom Leichenhaus bis zu Sargträgern), zu erhöhen.

Über einen Zeitraum von vier Jahren – also von 2017 bis 2020 – betrachtet, ergibt sich im Bereich Friedhof/Bestattungen eine Unterdeckung von knapp einer Viertelmillion Euro. Das durchschnittliche Defizit im Jahr macht gut 60.000 Euro aus. Die Gebühren werden alle vier Jahre neu berechnet, schilderte Kämmerer Christian Hollrieder im Gemeinderat.

Es gibt mehrere Gründe, die auf die sich verändernde Kostensituation Einfluss haben. Dazu gehören der steigende Anteil an Urnenbestattungen, höhere Personalkosten und die Tatsache, dass Gräber nach Ablauf der Ruhefrist oft nicht mehr verlängert werden.

Heidi Hiemer vom Standesamt hob in diesem Zusammenhang eine Zahl besonders hervor: Mittlerweile macht der Anteil der Urnenbestattungen 64 Prozent aus. Sie erwähnte auch, dass es im alten Friedhof bei der Kirche Maria Egg 1.187 Grab­stätten sind und im Friedhof am Bühlach 756.

Der Friedhof in Herzogsägmühle, das ebenfalls zur Marktgemeinde gehört, wird im Diakoniedorf selbst verwaltet. In Birkl­and ist die örtliche Kirchenstiftung St. Anna zuständig.

Stichwort gerecht: Bei der Gebührengestaltung muss auch der Unterschied zwischen Erdbestattung und Urnengräbern berücksichtigt werden. Ein einheitlicher Betrag sei bei unterschiedlichem Aufwand für die beiden Formen nicht zu vertreten, macht Stefan Kort vom Hauptamt im Rathaus im Gespräch mit dem Kreisboten deutlich.

Gemeinderat Andreas Barnsteiner wies auf „52 leere Grabstellen“ hin. Dies würde auch dazu führen, dass die Kosten nach oben gehen – vor allem bei der traditionellen Form einer Beerdigung. Franz Seidel äußerte Verständnis dafür, dass bei den Friedhofsgebühren das Defizit „zum Nullpunkt“ gebracht werden müsse. Teilweise sei die Anhebung der Gebühr „moderat“, teilweise werde jedoch „heftig erhöht“.

Ab dem nächsten Jahr werden bei der Grabherstellung im Fall einer Urnenbestattung 218 Euro verlangt. Wenn der Leichnam Erwachsener und Jugendlicher im Sarg beigesetzt wird, sind es 575 Euro. Extra berechnet wird eine einfache oder eine zweifache Tieferlegung der Grabsohle bei Erdbestattungen.

In einem eigenen Absatz ist aufgelistet, wie die Arbeit des Friedhofspersonals abgerechnet wird. Dazu gehört die Kostenpausschale bei Bestattung oder Überführung: 151 Euro von Montag bis Freitag, mit Zuschlag am Samstag, Sonntag oder an einem Feiertag sind es 227 Euro.

Die Grabgebühr wird pro Nutzungsrecht für jedes Jahr ausgewiesen. Drei Beispiele: Bei Urnennischen sind es künftig 111 Euro, bei Urnengrabstätten unter Bäumen sind es 64 Euro, bei Einzelgrabstätten mit Nutzung eines Grabsteinfundamentes sind es 65 Euro und bei Familiengrabstätten (ebenfalls mit Fundament) 101 Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Schongau
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Schongau
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Schongau
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Schongau
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten

Kommentare