Um 16 Cent je Kubikmeter

Höhere Gebühr fürs Wasser in Peiting

Wasser Gebühr Fassung Peiting
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Wo das kostbare Nass herkommt: die Wasserfassung im Süden Peitings. Zum nächsten Jahr wird der Preis, der sieben Jahre konstant gewesen ist, um gut zehn Prozent erhöht.
  • vonJohannes Jais
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Peiting – 646.000 Kubikmeter Wasser sind zuletzt innerhalb eines Jahres in Peiting verbraucht worden. Birkland ist da nicht mitgerechnet; die Ortschaft hat eine eigene Wasserversorgung. Ein Kubikmeter kostet bisher 1,17 Euro, hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 7 Prozent.

Zum Januar 2022 wird der Wasserpreis um 16 Cent angehoben. Der Preis beträgt künftig 1,33 Euro pro Kubikmeter plus Mehrwertsteuer. Für einen Drei-Personen-Haushalt macht diese Anhebung ungefähr 20 Euro im Jahr aus, rechnete Kämmerer Christian Hollrieder vor.

Stefanie Wörnzhofer (CSU) meinte, dass sie zunächst recht geschaut habe beim Zahlenvergleich, weil Schongau (92 Cent) einen wesentlich niedrigeren Wasserzins verlange. Doch Kämmerer Hollrieder erklärte dazu, dass Peiting im Gegensatz zu den anderen größeren Kommunen im Landkreis keine Grundgebühr verlange. Wörnzhofer anerkannte freilich, dass die Marktgemeinde Peiting für Flächen in der Wasserschutzzone eine Ausgleichszahlung vornehme.

Vom Wasserzins zum Milchpreis: Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) wies darauf hin, dass die Auswirkungen für Landwirte mit Viehzucht „heftig“ ausfallen. Mittlerweile seien alle Weiler in der Peitinger Flur am Netz der Gemeinde. Für den eigenen Betrieb bedeutet die Erhöhung Mehrkosten von 1.000 Euro im Jahr.

Die Ausgleichszahlungen für Flächen im Schutzgebiet bekämen Bauern, weil sie Einschränkungen in der Nutzung und im Futterertrag hätten. Er selbst habe mehrere Wiesen innerhalb der Schutzzonen; die Wasserfassung befindet sich östlich von Kurzenried.

»Rücken zur Wand«

Er wolle kein Jammern und keine Neiddebatte anzetteln. Aber dass in der Landwirtschaft viele Betriebe mit dem Rücken zur Wand stehen, möchte er dazu schon ergänzen. Denn andererseits sei der Milchpreis auf dem niedrigen Niveau wie vor 45 Jahren.

Bürgermeister Peter Ostenrieder verwies darauf, dass auch Einzelhandel und Gaststätten wirtschaftlich schwer zu kämpfen hätten. Dann drängte er auf ein Ende der Aussprache. Es werde nicht über den Milchpreis diskutiert, sondern über den Wasserpreis, so der Rathauschef.

Nur Herbert Salzmann brachte kurz zuvor einen kurzen Beitrag. „Mir ist das ein gutes Wasser wert“, sagte der SPD-Fraktionssprecher zu der Anhebung.

Notwendig ist die Anpassung laut Kämmerer Hollrieder, weil bei den Jahresergebnissen ein Minus zustande kommt. Heuer sind es knapp 55.000 Euro. Wenn nach sieben Jahren die Erhöhung des Wasserzinses ab Januar greift, dann wird die Gemeinde Ende 2022 ein leichtes Plus von 35.000 Euro erreichen, das in den darauf folgenden Jahren sogar noch leicht nach oben ginge.

Begründet wird die Erhöhung mit steigenden Kosten für den Strom und mit verschiedenen Baumaßnahmen. Das betrifft das Leitungsnetz und die Elektronik.

Das meint der Peitinger Michl dazu: Seinen Preis wert

„Do hot der Salzmann Herbert scho Recht, wenn er sagt, dass eahm a guats Wasser dean Preis wert isch. Einen Euro und 33 Cent kostet’s ab nächstem Johr und nimma bloß einen Euro und 17 Cent wie jetzat no. So a Wasserfassung, der Brunnen, der Hochbehälter, dös Kilometer lange Leitungsnetz bis naus auf Deuteried und Ramsau, num bis auf Hoachapeißaberg und na bis zum Klärwerk am Lech will scho unterhalta weara.

Erscht gar koa Unterhaltung – im Sinne von ar Diskussion – wollt der Bürgermoaschter neilich im Gmoadsrat zum Thema Wasserpreis aufkomma lasse. Dös war frei it so dia feine Tour, wia er dem Barnsteiner Ändel ins Wort gfahre isch. Bloß weil der amol veranschaulicht haut, wia so a Erhöhung beim Wasserzins bei am Landwirt zu Buche schlägt.

Und wenn der Barnsteiner do in Erinnerung ruft, dass dös bei deana viela Viecher im Stall und auf der Weid ungfähr tausend Euro mehrar im Johr ausmachat, dann hot dös gwiß nix mit am Jammre oder ar Neiddebatte zum tua. So was derfat sich der Bürermoaschter und die andere Gmoadsrät scho ahöre. Do hört ma oft gnua Unwichtigeres in derar Runde.

Dass der Bürgermeister Ostenrieder den Gmoadsrat Barnsteiner zerscht beim Thema Schutzzone und Ausgleichszahlunga abwürgt und dös Mikrofon sofort an dean Salzmann weiterreiche lasst, war scho deftig. Genauso wia später sein Kommentar zu Barnsteiners Hinweis auf den Milchpreis, der immer no it höher isch als wia vor 45 Johr. Mir diskutieret do herinna it übern Milchpreis, sondern übern Wasserpreis, hot der Buargermoaschter zur Antwort geaba.

Der Barnsteiner Ändel weard die schneidige Ansage scho verkrafta. Aber im Gmoadsrat hocktet immerhin oa Bäurin und drei Baure; dia Steffi Wörnzhofer von der CSU und damit von der gleiche politische Fakultät wia der Buargermoaschter. Die Landwirte sind – all drei von der Bürgervereinigung – der Sellmaier Josef vo Kurzaried, der Schleich Hans vo Birkland und eaba der Barnsteiner Ändel vo Peiting. Dia wearat si ihren Teil denka, wenn der Ostenrieder so a Ansag‘ macht.

Der Buargermoaschter hot dann den Vergleich zoga zum Einzelhandel und zu deana Gasthäuser, dia wo genauso aufm Zahnfleisch daher kommat wia manche landwirtschaftliche Betriebe. Aber der Vergleich hinkt. Weil Einzelhandel, Wirtschaften, Hotels und andere Gewerbetriebe aktuell bsonders unter Corona zum Kämpfe ham.

Bei de Baura isch dös Thema aber anders glagert. Der Milchpreis isch unabhängig von Corona scho lang im Keller. Darauf wollt der Barnsteiner mit seim Vergleich „Wia vor 45 Johr“ naus. Außerdem, so moant der Peitinger Michl, derf die Bevölkerung ruhig wissa, dass manche Milchviehbetriebe fürs Wasser 1.000 Euro mehrar im Johr zahla müassen als bisher. Do muascht frei viel Milch schüatta.

Abschließend möcht der Peitinger Michl no amol auf den Satz vom Salzmann Herbert zruckkomma. Eahm sei a guates Wasser den Preis wert, hot der Salzmann zum Versteha geaba. Wünsch mer uns, dass möglichst viele Verbraucher it bloß beim Wasser so denkat. Sondern dass sie genauso mit Überzeugung sagen, eahna sei o a guate Milch oder a guater Käs den Preis wert und it bloß drauf schauen, dass ebbas preiswert isch!“

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