Hoerbiger investiert sieben Millionen Euro

"Mutiger Schritt in unruhigen Zeiten"

+
Griffen zum Spaten: (v. li.) Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck, Landrat Friedrich Zeller, Siegmar Schlagau (Leiter Antriebstechnik), Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl und Robert Notz (Leiter Produktion).

Schongau – „Heute ist ein schöner Tag“, sagte Siegmar Schlagau und fügte schmunzelnd hinzu: „Davon gibt es für Automobilzulieferer derzeit ja nicht viele.“ Tatsächlich hatte der Leiter der Hoerbiger Antriebstechnik am vergangenen Dienstag mal wieder gut lachen.

Das Unternehmen hatte zum Spatenstich geladen. Für sieben Millionen Euro sollen am Standort an der Bernbeurener Straße eine neue Stanzhalle und rund 400 neue Parkplätze entstehen. 

Als „mutigen Schritt in unruhigen Zeiten“ bezeichnete Schlagau die Entscheidung für einen Ausbau, der bereits 2008 erstmals von Hoerbiger ins Auge gefasst, jedoch aufgrund der Wirtschaftslage verschoben worden war. Diesmal ist es dem Unternehmen ernst, davon zeugt die große Baugrube auf dem Freigelände hinter der vorhandenen Stanzhalle. 

Hier soll bis Ende des Jahres ein 1350 Quadratmeter großer Anbau für zwei zusätzliche Umformpressen entstehen, die für die Herstellung von Synchronringen benötigt werden. Mit rund 30 Millionen Stück pro Jahr sei die Antriebstechnik auf diesem Gebiet Weltmarktführer, erklärte Schlagau. Eine Erweiterung sei aufgrund einer guten Auftragslage dringend nötig. Sollte das Wachstum weiter anhalten, könne die Halle noch einmal um 800 Quadratmeter und zwei Pressen vergrößert werden. „Dann hätten wir unsere heutige Kapazität verdoppelt“, sagte der Unternehmensbereichsleiter. 

Da die Fläche bislang als Parkplatz genutzt wird, benötigt Hoerbiger neue Stellplätze für seine Mitarbeiter. Diese sollen westlich der B17 auf einem 12500 Quadratmeter großen Grundstück an der Verbindungsstraße nach Altenstadt errichtet werden. Insgesamt sieben Millionen Euro investiert das Unternehmen für die Baumaßnahmen. „Das zeigt auch unsere Verbundenheit zum Standort Schongau“, betonte Schlagau. 

Das kam vor allem bei Landrat Friedrich Zeller und Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl gut an. „Wir leben hier von der Industrie. Da ist ein klares Bekenntnis zum Standort natürlich willkommen“, erklärte Zeller. Und es sei ganz selbstverständlich, dass man auf solche Anfragen schnell reagiere, ergänzte Gerbl, der damit das flotte Genehmigungsverfahren seitens der Stadt meinte. 

Anschließend folgte der Spatenstich im extra vorbereiteten Erdkasten. Auf größeres Gerät habe man vorsorglich verzichtet, feixte Schlagau – eine Anspielung auf das Bagger-Unglück von Innenminister Herrmann im vergangenen Jahr. Dementsprechend ging der symbolische Akt ohne Zwischenfälle über die Bühne.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare