Hoerbiger "Safety-Day"

Siebenstellig für Sicherheit

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Andreas Jäger vor einer der modernen Maschinen, die beim Thema Sicherheit Stand der Technik sind.

Altenstadt – Den hausinternen Safety-Day hat man am Hoerbiger-Standort Altenstadt genutzt, um auch der Öffentlichkeit das Engagement der Firma vorzuführen. So wurde ein siebenstelliger Betrag in Maschinen investiert, deren Bedienung der Gesundheit der Mitarbeiter zuträglich sind. Auch Produkte der Firma dienen der Sicherheit ihrer Nutzer.

Eigentlich sind unter einem Dach am Hoerbiger-Standort Altenstadt zwei Firmen mit vollkommen unterschiedlicher Ausrichtung untergebracht: Im Geschäftsbereich Hydraulik (Öl) entstehen Steuerblöcke und Hydraulik-Aggregate für Spritzgussmaschinen oder Windkraftanlagen. Im zweiten Geschäftsbereich Flow Control dreht sich alles um Luft, hier werden Stellungsreglermodule entwickelt und produziert, die zur exakten Steuerung von Industriearmaturen eingesetzt werden. Während hier im Fokus stehen, die Luft im feinsten Bereich regeln sollen, geht es im Hydraulikbereich schon handfest zur Sache.

Hier habe man, erklärt Andreas Jäger, Werksleiter von Altenstadt im Geschäftsbereich Hydraulik, einen Millionenbetrag investiert, um die Handhabung der Maschinen für den Bediener sicherer zu machen. So übernimmt ein kleiner Kran an den neuen Anlagen das Heben der schweren Aggregate, die die Mitarbeiter zusammenbauen müssen. Über Schienen geführte Schrauber verhindern den gefürchteten Rückschlageffekt, wenn der Mitarbeiter eine Schraube in das Aggregat dreht. Die Anlagen sind Stand der Technik, so Jäger bei der Führung. Wo der Mitarbeiter früher auf einem Rollwägelchen die Teile herumkarrte und anschließend noch zu einem Prüfstand fahren musste, sind heute alle Stationen in einer Maschine vereinigt. Vor allem auch der Prüfstand erfüllt höchste Sicherheitsansprüche, hinter einer Schutzhaube können die Funktionen getestet werden.

Spezielle Schlauchkupplungen verhindern, dass sich der Schlauch bei mehreren Hundert Bar Druck löst und den Arbeiter durch die Wucht oder austretendes Hydrauliköl gefährdet oder sogar verletzt. Und natürlich wird austretendes Öl sofort in einer Wanne aufgefangen, ehe es als Lache den Hallenboden verunreinigt oder ins Erdreich gelangt.

Ist die Anlage erst einmal im Prüfmodus, ist sie vor Manipulation von außen, die einen Menschen gefährden könnte, geschützt. Moderne Technik ermöglicht aber auch Einsparungen, so reichen jetzt zehn Liter Hydrauliköl, wo früher 200 bis 300 Liter die Maschine in Gang setzten. Dadurch ist die Anlage erheblich leiser.

Man habe mit der Beschaffung nicht nur in die Sicherheit für den Mitarbeiter investiert, so Jäger, sondern auch die Qualität der Produkte erhöht, die Produktionsabläufe und schließlich auch die Ergonomie, also die Handhabung der Maschine für die Angestellten, verbessert. Darum geht es vor allem bei den Safety Days. So heißt es in einer Pressemitteilung, „Menschen sind Hoerbiger wichtig“. Jeder Mitarbeiter solle abends genauso gesund nach Hause gehen, wie er morgens zur Arbeit gekommen ist. Somit habe man bei Hoerbiger die Initiative „SHE“ (Safety, Health, Environment) ins Leben gerufen, ein konzernweites Programm mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz.

Um das Bewusstsein der Mitarbeiter um diese Themen zu fördern, habe man an den Standorten in Altenstadt und Schongau den Sicherheitstag veranstaltet. Dabei wurde vor allem für alltägliche Handgriffe sensibilisiert, es ging etwa um das richtige Heben einer Last, auch im Büro. Weiters wurden spezielle Wagen konzipiert, mit denen Teile im Werk sicher transportiert werden. Ergebnis bis September 2018: keine Verletzten in der Produktion. Lediglich eine Schnittverletzung im Jahre 2017 und ein Versandmitarbeiter, der an der LKW-Rampe Blessuren davontrug. „Die Gelder sind gut eingesetzt“.

Doch auch mit seinen Produkten sorgt Hoerbiger für Sicherheit, wie Jägers Kollegen Phillip Baldermann (Leiter Sales & Marketing im Geschäftsbereich Flow Control) und Norbert Schmidtner (Leiter Operations im Geschäftsbereich Flow Control) für die Kompressortechnologie zeigten. Hier hatte die Firma vor mehr als 30 Jahren schon einen „Chip“ zur Steuerung von Luft erfunden, der, mit Abwandlungen, seitdem millionenfach am Standort Altenstadt produziert wird – einmalig auf der Welt. Mit Hilfe der Piezotechnologie (ähnlich einem Quarz in der Uhr) werden feinste Luftströme reguliert, etwa Beatmungsapparate für Säuglinge und Frühchen betrieben, die einerseits einen oszillierenden und konstanten Luftstrom benötigten, wobei andererseits keine Wärme durch den Luftgeber entstehen darf.

Deshalb auch kommen diese Chips in den verschiedensten Aggregaten in explosionsgefährdeten Bereichen zur Anwendung. Etwa als Failsafe-Schaltung in der Öl- und Gasindustrie. Mit der Energie, die eine Erdbeere (130 Joule) hat, könne man den Chip mehr als eine Milliarde Mal schalten, so Baldermann. Ideal für die Beatmung, aber auch ideal, wenn unter extremen Bedingungen Verlass sein muss auf die Schaltung, damit diese, auch nach Jahren der Inaktivität, eine Katastrophe verhindern kann. Aktuellstes Beispiel für die Anwendung, allerdings nicht für die Sicherheit, ist der Einsatz des Chips auf einer Marslandevorrichtung. Zurecht ist man in Altenstadt stolz auf diese Erfindung, die sogar bei Temperaturen von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius noch funktioniert und dabei besonders schnell wie exakt arbeiten muss.

Andreas Rückleben, zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit, zeigte sich mit der Resonanz und den Ergebnissen sehr zufrieden: „Mit der Veranstaltung wollten wir das Bewusstsein unserer Mitarbeiter und Führungskräfte schärfen. Wir möchten, dass jeder für seine eigene Sicherheit sorgt, und für die Sicherheit anderer Verantwortung übernimmt, damit Unfälle vermieden werden.“ Dies sei auch ein Kernwert der Hoerbiger Safety Principles. „Mit dem Safety Day sind wir diesem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen.“

Oliver Sommer

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