Hoffnung bei Demo – 500 Leute marschieren von "Hoerbiger"-Werkstor zum Marienplatz

Rund 130 Luftballons, jeder mit einer Karte versehen, adressiert an die „Hoerbiger“-Leitung, stiegen am vergangenen Samstag bei einer Demonstration in den Himmel. Darauf geschrieben stand die Bitte zum Erhalt der Arbeitsplätze bei „Hoerbiger“.

Etwa 500 Personen hatten sich vom Werkstor der „Hoerbiger Automotive Komfortsysteme“ in Richtung Marienplatz aufgemacht, wo gegen Mittag die zentrale Demonstration für den Erhalt der Arbeitsplätze stattfand. Ausgestattet mit Trillerpfeifen, Ratschen und Transparenten machten die Demonstranten ihrem Ärger darüber Luft, dass bereits ab dem Sommer zirka 400 Beschäftigte entlassen werden sollen. Mehrere Redner forderten den Erhalt der Arbeitsplätze und plädierten stattdessen für eine Verlängerung der Kurzarbeit. Als „unsozial“ bezeichnete DGB-Regionsvorsitzender Manfred Neupfleger das Verhalten der „Hoerbiger“-Führung. Solidarisch mit den „Hoerbiger“-Beschäftigten zeigte sich Christian Wegele, Betriebsratsvorsitzender bei UPM-Schongau. „Soziale Verantwortung schaut anders aus“, rief dieser den Zuhörern zu und forderte von „Hoerbiger“, weg vom kurzfristigen Denken, verbunden mit Gewinnsucht zu kommen, und stattdessen mehr Verantwortung für die Beschäftigten zu übernehmen. „Die Unternehmen sind für die Menschen da und nicht die Menschen für die Unternehmen“, sagte Wegele. Es gibt allerdings auch etwas Anlass zur Hoffnung, denn der Bevollmächtigte der IG-Metall Weilheim, Günther Schachner konnte den Demonstranten gleich zwei Erfolge der bisherigen Verhandlungen mit „Hoerbiger“ unterbreiten: Zum einen erklärte die Arbeitgeberseite bei den laufenden Interessenausgleichsverhandlungen, dass es neue Aufträge gäbe und deshalb statt der anvisierten 95 Stellenstreichungen bei „Horbiger“-Antriebstechnik keine einzige Stelle wegfalle. Zum anderen zeigte sich die Leitung bei den „Hoerbiger Automotive Komfortsystemen“ bereit, die 126 zu streichenden Stellen auf unter 100 zu reduzieren. Ein Stufenplan soll die geplanten Stellenreduzierungen zeitlich abfedern, so dass dadurch die Zahl der Entlassungen weiter reduziert wird.

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