"Die Säulen der Gesellschaft"

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Michael Boos (Theaterverein Treibhaus), Barbara Karg (AWO), Susanne Tremer (Förderverein Mittelschule), Tine Kuisel (Rolliwelten) (1. bis 4. v. links), Heide-Maria Krauthauf (Historischer Verein) und Bastian Karg (Stadtkapelle) (6. und 7. v. links) nahmen von Bürgermeister Falk Sluyterman die finanzielle Unterstützung für ihre Vereine aus der Bürgerstiftung entgegen.

Schongau – „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitierte Bürgermeister Falk Sluyterman bei der jüngsten Schongauer Stadtratssitzung Erich Kästner. Gleich drei Tagesordnungspunkte widmeten sich dem Ehrenamt in der Stadt: So war es am Rathauschef, den Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung an Kornelia Funke und die Silberne Ehrenmedaille an Evelyn Schmidbauer zu verleihen; danach überreichte das Stadt­oberhaupt Schecks an sechs Vereine.

Unverzichtbare Säulen stellten Ehrenamt und Engagement für die Gesellschaft da, lobte Sluyterman. „Diese Menschen machen uns ein wertvolles Geschenk: Ihre Aufmerksamkeit und ihre Zeit.“

Zwei Frauen, deren Einsatz er besonders würdigen wollte, saßen in diesem Moment direkt vor ihm und warteten auf ihren großen Moment. Zuerst war Kornelia Funke an der Reihe. Sie hatte den Anfang der Sitzung noch mit ihren Fraktionskollegen von der CSU auf ihrem angestammten Stadtrats-Sitz verbracht, um dann auf den Ehrenplatz zu wechseln. Sluyterman zählte eine schier endlose Liste an Tätigkeiten auf: Dekanatsrätin, Vorsitzende des Elternbeirats der Musikschule, Vorsitzende des Seniorenbeirats sowie der Frauenunion und einige mehr. „Und das waren nur die Ämter der Vergangenheit“, schob er nach.

Evelyn Schmidbauer (2. v. links, mit Ehemann Helmut) erhielt die Silberne Ehrenmedaille aus den Händen Bürgermeisters Falk Sluyterman. Kornelia Funke (2. v. rechts, mit Ehemann Wilfried), freute sich über den Ehrenamtspreis.

Kurz Luft geholt, dann richtete er seinen Blick auf die Gegenwart. Die Leitung der Büchereien der Pfarrei Verklärung Christi und am Münztor, die Vorstandschaft im Förderverein des Altenheimes der Heiliggeist-Spital-Stiftung und den stellvertretenden Vorsitz der Orts-CSU hat Stadtführerin und -rätin Funke unter anderem aktuell inne. Weshalb der Einsatz? „Als wir hier her kamen, haben wir durch das Ehrenamt Fuß gefasst und gelernt, uns wohlzufühlen“, beschreibt sie die Zeit nach ihrem Umzug nach Schongau. „Es wurde dann immer mehr. Ich mache es gerne und mache es weiter“, sagte Funke, nachdem sie Urkunde, Blumenstrauß und einen Scheck über 500 Euro entgegen genommen hatte. Es mache Spaß, im Team etwas für sein Umfeld zu bewegen. Der Ehrenamtspreis war 2016 zum dritten Mal ausgelobt worden, der Rat der Bürgerstiftung hatte für Funke votiert.

Ein kleiner Schreck war Evelyn Schmidbauer in die Glieder gefahren, als sie ein Schreiben in ihrem Briefkasten entdeckte. „Ich dachte erst an eine Rechnung“, schildert sie den Moment, als sie es schwarz auf weiß vor sich hatte: Sie hatte sich mit ihren Bemühungen um die Städteverschwisterung die Silberne Ehrenmedaille der Stadt verdient. Seit sie im Jahre 1990 Austauschschüler aus Abingdon bei sich aufgenommen hatte, ließ das Thema der Völkerverständigung Schmidbauer nicht mehr los. „So lebt man Europa. Der Europäische Gedanke ist mehr, als politische Einmischungen“, erklärte sie in ihrer Dankesrede. Unter anderem organisierte Schmidbauer in dieser Zeit Wanderungen und Sprachkurse, besuchte die Partnerstädte und warb um Gastfamilien. 2002 erfolgte die Gründung des Freundeskreises Städtepartnerschaft – ein Meilenstein für die Verschwisterung.

Unterstützung für Vereine

Große Projekte haben auch sechs Vereine vor oder hinter sich, deren Vertreter Schecks über 500 bis 2 000 Euro von der Bürgerstiftung entgegen nehmen durften. Michael Boos machte den Anfang, er vertrat den Theaterverein Treibhaus, „der mit dem Festspiel ‚Die Henkerstochter‘ mehrere tausend Besucher in die Altstadt gelotst hat“, wie Sluyterman lobte. Boos kündigte an, es werde bis 2020 ein weiteres Festspiel geben.

Die Eintrittspreise für die Klassik-Komödie „Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ am 27. Januar im Ballenhaus mithilfe seiner Spende zu senken, hat sich der Förderverein der Mittelschule vorgenommen, der durch seine Vorsitzende Susanne Tremer vertreten wurde.

Für seine Aktionstage, den nächsten am 6. Mai, wolle ihr Verein Rolli-Welten seine Finanzspritze nutzen, kündigte Gründerin Tine Kuisel an. In die Renovierung des Mohrenhauses steckt hingegen die AWO ihre Zuwendung.

Wieder etwas anderes hatte die Stadtkapelle im Sinn: Sie nahm, gemeinsam mit dem Trachtenverein, erstmals nach 25 Jahren 2016 wieder am Festumzug des Oktoberfests teil. Die Kosten über 500 Euro, die für den Transport des Fuhrwagens und der Pferde anfielen, übernimmt nun die Bürgerstiftung.

In Vorleistung war auch der Historische Verein gegangen, als es im Herbst um die Rettung der Cobi Reiser-Wanduhr und acht Bilder an der Grundschule ging. Rund 27 000 Euro hatte die Aktion verschlungen. „Wir sind ein finanzielles Wagnis eingegangen“, erklärte die Vorsitzende Heide-Maria Krauthauf. Mit Erfolg: Dank Spenden und der Übergabe von 2 000 Euro durch die Bürgerstiftung sei nur noch ein Darlehen über 4 000 Euro zu begleichen.

ras

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