Hohenfurcher Trachtenverein mit Jubiläum:

100 Jahre Schwalbenstoaner

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Am kommenden Wochenende wollten die Schwalbenstoaner Gastgeber des 97. Lechgau-Trachtenfests sein.

Hohenfurch – Es wäre der Höhepunkt des Trachtler-Jahres gewesen: Das 97. Lechgau-Trachtenfest am kommenden Wochenende in Hohenfurch. Und zugleich ein würdiger Schlusspunkt für Franz Linder, der seit 27 Jahren den Schwalbenstoanern vorsteht. Doch daraus wird bekanntlich nichts. Nichtsdestotrotz hat der Hohenfurcher Trachtenverein Geburtstag, seinen hundertsten.

Es war im Jahre 1920 als 22 junge Burschen und sechs Mädla den Entschluss fassten einen Trachtenverein zu gründen, blickt die heutige Schriftführerin Gabi Hagl zurück. Mit der sofortigen Eintragung ins Vereinsregister am 9. Mai und dem Beitritt zum Lechgau-Trachtenverband war der Grundstein für die inzwischen 100-jährige Vereinsgeschichte gelegt.

Namensgebender Felsblock

Der „Schwalbenstoa“, ein Felsblock am Lech, dessen Quelle die Gemeinde lange Zeit mit Trinkwasser versorgte, wurde zum Namensgeber, erklärt Hagl. Mit der Vereinsfarbe Grün war die Tracht „auf unsere Gegend und Flur abgestimmt“.

Allen Anfangs-Widrigkeiten und Umständen zum Trotz veranstaltete der immer schon recht rührige Verein viele größere und kleinere Feste und trug damit wesentlich zum Dorfleben bei. Zu den bedeutendsten zählen fünf Gaufeste, bei denen drei Mal auch eine Fahne geweiht bzw. nachgeweiht, und das dazugehörige Preisplatteln durchgeführt wurde. Zwölf Maibäume wurden zur Ehre und zur Zier des ganzen Dorfes aufgestellt und Theateraufführungen, Faschingskränzle, Kirchweihschutzgen sowie Almfeste und die „Lebende Krippe“ beim Hohenfurcher Weihnachtsmarkt gehören zum Jahresprogramm.

Die ersten Schwalbenstoaner: Das Bild entstand im Gründungsjahr 1920.

„Die Jugendarbeit war ebenfalls immer schon ein wichtiger Bestandteil des Vereins und unter der Führung unseres langjährigen Jugendleiters Helmut Linder wuchs die Trachtenjugend beständig auf eine Stärke von 40 bis 50 Kinder und Jugendliche an“, schildert die Schriftführerin. Linder war es auch, der den Brauch des „Klöpfelns“ einführte. „Unsere Klöpfler ziehen nun schon über 50 Jahren vor Weihnachten durchs Dorf und sammeln für gute Zwecke.“ Auch das Binden von Kräuterbüscheln zum Frauentag sowie Palmbüscheln und Kolben für Palmsonntag zählt sie als wichtigen Brauch auf. „Beim Preis­platteln waren unsere Kinder und Jugendlichen immer wieder vorn mit dabei und die Karriere so mancher Jugendlichen wurde bei den Aktiven Plattlern erfolgreich weitergeführt. Dass die Trachtler in Hohenfurch auch sehr musikalisch sind, belegen die zahlreichen Gesangs- und Musikgruppen, die es in der 100-jährigen Geschichte immer wieder gegeben hat.

Jahre der Festigung

Bis heute kann der Verein „zwölf Männer der Stunde“ vorweisen, die seine Geschicke leiteten. Nach vielen Vorstandswechseln in den Anfangsjahren übernahm Sepp Kohler das Amt 1949 und festigte in seiner Amtszeit bis 1969 die Vereinsführung. „Da Linder Hans“ trat seine Nachfolge an und prägte nicht nur durch sein markantes „Sei gegrüßt“ den Verein sehr stark. „Deshalb wäre dieser Ausspruch auch das Motto unseres Festes gewesen“, schlägt Hagl den Bogen zum abgesagten Lechgau-Trachtenfest. Seit 1993 steht sein Sohn Franz an der Vereinsspitze.

Auch im Vorstand des Lechgau-Trachtenverbandes sind und waren die Schwalbenstoaner immer wieder vertreten. Dabei sei besonders das Ehrenmitglied und langjähriger Schriftführer und Chronist Sepp Strauß zu nennen, so Hagl. Er hatte von 1976 bis 1997 das Amt des Gauschriftführers inne und seine Verdienste wurden 1998 mit dem goldenen Gauehrenzeichen gewürdigt und Strauß zum Gauehrenschriftführer ernannt. Zur Zeit gehören Franz Linder als Beisitzer und Tobias Linder als 2. Gauvorplattler dem Gremium an.

"Immer was los"

„Eigentlich ist bei uns das ganze Jahr über, auch ohne ein großes Gaufest, immer etwas los“, beschreibt Hagl. „Ein Trachtler ist man eben nicht nur saisonmäßig – sondern immer: Mit Leib, Seele und Herz!“

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