"Wir stehen gut da"

Hohenpeißenberg: Erfreuliche Zahlen bei der Bürgerversammlung

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Stand Rede und Antwort: Bürgermeister Dorsch.

Hohenpeißenberg – Bei vielen Bürgerversammlungen kommen nur wenige Besucher. Anders in Hohenpeißenberg: Schon kurz vor Beginn der Veranstaltung am letzten Donnerstag war das Haus der Vereine bis auf den letzten Stuhl besetzt.

Zunächst stellte Thomas Dorsch in einer Präsentation dar, wie es um die Gemeinde steht. Dafür hatte der Bürgermeister viele Zahlen parat: 3.902 Einwohner hat die Gemeinde derzeit. Im bisherigen Verlauf des Jahres gab es 282 Zuzüge und 210 Wegzüge. 225 Ausländer aus 50 Nationen sind aktuell gemeldet, darunter 32 Asylsuchende und 16 anerkannte Asylbewerber. Den 33 Geburten standen 38 Sterbefälle gegenüber. Am Friedhof sorgten 26 Urnenbeisetzungen dafür, dass die Urnenwand nun voll ist und erweitert werden muss. Die 17 Erdbestattungen sorgten für keine räumlichen Probleme.

Stark ist die Wirtschaft in Hohenpeißenberg. 300 Gewerbe sind derzeit angemeldet. „Wir sind die günstigste Gemeinde im Landkreis“, warb Dorsch mit dem niedrigen Gewerbehebesatz um weitere Firmen und dankte den bestehenden. Nicht nur durch die Einnahmen der Gewerbesteuer (1.300.000 Euro), auch die Einkommenssteuerbeteiligung spüle eine „gewaltige Summe“ (2.400.000 Euro) in die Gemeindekassen, da es in Hohenpeißenberg viele Gutverdiener gebe. Abgeführt werden müssten davon jedoch sofort wieder die Gewerbesteuerumlage (221.000 Euro) sowie die Kreisumlage (2.061.000 Euro).

Die Rücklagen werden auf dem geforderten Mindeststand gehalten. Dieser liegt bei rund 64.000 Euro. „Beim momentanen Zinssatz sollte man nicht horten, sondern investieren“, erklärte der Bürgermeister, warum nicht weiter gespart werde. Auch in Sachen Schulden zeigte sich Dorsch ohne Sorgen. „Sie sind recht übersichtlich für die Größe unserer Gemeinde“, sagte er angesichts der 2.594.000 Euro, die zum Jahresende vermutlich im Soll stehen. Diese entsprechen einer Pro-Kopf-Verschuldung von 685 Euro. „Die letzten zwei Jahre mussten wir die vorgesehen Kredite gar nicht aufnehmen“, verdeutlichte er die entspannte Lage.

Über das ganze Jahr sammelten sich verschiedene Ausgaben an. Dazu gehörten unter anderem Umbauten und Möblierungen im Rathaus (9.000 Euro), ein Anhänger für die Feuerwehr (7.000 Euro), ein Teamboard für die Primus-Koch-Grundschule (5.500 Euro) und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung (30.000 Euro). Zu den größeren Posten zählten ein Radlader und ein Schneepflug für den gemeindlichen Bauhof (118.000 Euro), die Kosten für die Fertigstellung des Vereinsstadls (140.000 Euro) sowie der Umbau des neuen Jugendtreffs (170.000 Euro), der Mitte 2019 bezugsfertig sein soll.

Im Budget für 2019 mit 20.000 Euro eingeplant wurden Anbau und Umbau des Kindergartens am Hetten. „Das sind lediglich die Planungskosten“, kündigte Dorsch an, dass auf die Gemeinde in diesem Bereich demnächst rund eine viertel Million zukommen wird. Zwar gebe es fürs nächste Kindergartenjahr dank einer Notgruppe ausreichend Plätze, dennoch sei eine Erweiterung unumgänglich. Geplant seien zusätzlich neue Therapie- und Personalräume.

Einen weiteren „großen Brocken“ dröselte das Gemeindeoberhaupt in einzelne Beträge auf. Denn rund um die Entwässerung gebe es Handlungsbedarf. „Die Kanäle sind alle sehr marode. Wir wir werden investieren müssen. Das wird uns sehr, sehr viel kosten“, kündigte Dorsch an. In diesem Jahr wurden verschiedene Stellen im Rahmen des Generalentwässerungsplans bereits für 150.000 Euro saniert. Die nötige Verrohrung der Ammer schlug zusätzlich mit 240.000 Euro zu Buche. In der Kläranlage war eine neue Drossel- und Sieb­anlage für 120.000 Euro fällig. Sie dient dazu „abzufangen, was aus dem Kanal kommt“, erläuterte der Bürgermeister. Diesbezüglich hatte er noch einen Appell an die Bürger: „Bitte benutzt den Kanal nicht als Restmülltonne.“ Denn gerade Feuchttücher oder andere Arten von Müll würden in der Kläranlage zu Problemen führen und dadurch mehr Kosten erzeugen, die wiederum auf die Bürger umgelegt würden.

Erfreuliches hatte Dorsch hinsichtlich des Breitbandausbaus zu berichten. 2019 startet das dritte Förderverfahren, durch das auch die abgelegenen Höfe schnelles Internet bekommen. Insgesamt konnten bereits über 780.000 Euro Fördergelder in Anspruch genommen werden, so dass die drei bisherigen Maßnahmen die Gemeinde nur 220.000 Euro gekostet haben.

Um bereits kursierenden Gerüchten vorzugreifen, bestätigte Dorsch: „Ja, wir haben die ehemalige amerikanische Sendestation angekauft – zu einem absoluten Schnäppchenpreis.“ Auf 35.000 Euro habe Bauamtsleiter Stefan Fischer den Preis heruntergehandelt. „Das konnten wir uns nicht entgehen lassen“, zeigte sich der Bürgermeister zufrieden über den Kauf des 3500 Quadratmeter großen Areals am Hohen Peißenberg. Wie die Fläche und das Gebäude genutzt werden sollen, steht noch nicht fest. Im Frühling ist ein Tag der offenen Tür geplant, bei dem es die Gelegenheit geben wird, das ehemals abgeriegelte Areal zu besichtigen.

Der größte Punkt auf der Tagesordnung galt dem geplanten „grünen Kragen“ um den Schächen. Ein separater Bericht folgt.

Ursula Gallmetzer

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