IGBK stellt Projekt vor

Werben für Windkraft auf den Bergerwiesen

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Peter Krecu von der Interessensgemeinschaft Bergerwiesen/Köpfingerwiesen (IGBK) warb in Steingaden für das Windkraftprojekt in Bürgerhand.

Steingaden – Das Projekt Bürgerwind im Pfaffenwinkel schreitet voran. Nach einer ersten Vorstellung im kleinen Kreis vor zwei Monaten, präsentierte die Interessensgemeinschaft ihr Vorhaben nun in Steingaden erstmals einer größeren Öffentlichkeit. 

„Die Unterstützung von Böbing haben Sie“, versicherte Bürgermeister Peter Erhard in Richtung seines Peitinger Amtskollegen. Und weiter: „Respekt für das, was die IGBK geschafft hat“. Ein besseres Schlusswort könne man fast nicht finden, befand dann auch Georg Saur, der die erste öffentliche Vorstellung der IGBK, der Interessensgemeinschaft Bergerwiesen/Köpfingerwiesen, in Steingaden moderiert hatte. Dabei wurde das Geschäftsmodell vorgestellt und auch interessante Fragen beantwortet. 

Wie viel Rückenwind, vor allem Interesse der Bürgerwind generiert, konnte man an der Anwesenheit der Bürgermeister aus dem südlichen Altlandkreis Schongau ablesen. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Gemeinderäten, aber auch zahlreichen Interessierten füllten sie den großen Saal der Post in Steingaden. Hier laufen schließlich alle Fäden zusammen, liegen die windträchtigsten Flächen im Landkreis doch nördlich der Gemeinde auf den Bergerwiesen, die schon vor einiger Zeit das Interesse der Investoren geweckt hatten. Fukushima und der Beschluss der Bayerischen Regierung, den Anteil der Windkraft an der Stromversorgung im Freistaat von unter einem auf knapp sieben Prozent zu erhöhen, habe eine Art Goldgräberstimmung ausgelöst, erklärte IGBK-Sprecher Franz Schwaiger. Und ähnlich dem Wilden Westen seien auch die Methoden der Investoren. So hatten sich mit den Verträgen und Klauseln überforderte Grundstückseigentümer an ihn und Georg Saur vom Maschinenring Oberland gewandt. Was zur Gründung der IGBK im Juni 2012 führte (der KREISBOTE berichtete). Damit herrsche jetzt Frieden unter den Grundstückseigentümern, so Schweiger.

Laufe es normalerweise so, dass nur der, auf dessen Grundstück das Windrad steht, wirklich gutes Geld erhalte, während die Nachbarn abgespeist werden, wolle die IGBK alle beteiligen, erklärte Peter Krecu, der die Strukturen der IGBK und der möglichen Planungs- und der späteren Betreibergesellschaft vorstellte. Diese wird es allerdings erst geben, wenn die Windkraftanlagen auf den geplanten Standorten – hier betonten alle die Bergerwiesen – genehmigt sind. Um die Planungen voranzutreiben, sind die Grundstückseigner bereit, das Risikokapital für die Gutachten und Pläne in Höhe von rund 300000 Euro vorzuschießen. Sollte es zum Bau kommen, im Gespräch sind zur Zeit zwei, wohl eher drei Windenergieanlagen (WEA), müssten um die 1,5 Millionen Euro fließen. Rund ein Fünftel davon brauche es als Anzahlung, Eigenkapital soll in Höhe von etwa 40 Prozent fließen. Wobei diese Gelder vor allem durch die Investoren, Bürger aus den drei, in erster Linie beteiligten, Gemeinden Böbing, Steingaden und Peiting kommen sollen. 

Doch bis es soweit ist, kann es noch dauern, denn während Peiting bereits einen Teilflächennutzungsplan Windkraft aufgestellt hat, um die möglichen Standorte festzulegen (es gibt noch einen am Grubsee), hat der regionale Planungsverband 17 Oberland seine Pläne noch nicht einmal ausgelegt. Dabei ist das Interesse der Bevölkerung, auch der benachbarten Orte wie etwa Schongau schon vorhanden, wie sich in der Diskussion zeigte. Man wolle vor allem eine Deckelung des Großkapitals, nicht der Bürgerbeteiligung, beruhigte denn auch Krecu. Zum Zeitrahmen meinte Franz Schwaiger, dass sich nicht vor dem Herbst 2014 die ersten Windräder drehen könnten. Zuvor muss neben dem Regionalverband ein Standortgutachten angefertigt werden, wo es neben dem Naturschutz auch weitere Fragen zu klären gilt. gau

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