Info-Veranstaltung in Peiting

Gegenwind für den Bürgerwind

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Die beiden Doktoranden der TU München, Andreas Dittrich und Daniel Czechowski, stellten ihr Landschaftsgutachten zum Thema Weltkulturerbe Wieskirche und Windkraft vor.

Peiting – Rund 100 Interessierte waren am Montagabend der Einladung zur Informationsveranstaltung der Bürgerwind Pfaffenwinkel in die Schlossberghalle gefolgt. Deren Pläne, auf Peitinger Flur Windkraftanlagen zu errichten, bläst mittlerweile von behördlicher Seite kräftiger Gegenwind entgegen.

Es brauche den Mix aus alternativen Energieformen, damit man in der Region unabhängig von den großen Konzernen werde, indem man sich selbst mit Strom versorge, betonte Peitings Bürgermeister Michael Asam zu Beginn. Dabei blickte der Rathauschef immer wieder auf das japanische Fukushima, wo vor zwei Jahren ein Tsunami die Grundlage für die Energiewende in Deutschland geschaffen hatte. War es doch der Gau in dem AKW, der hierzulande für ein Umdenken gesorgt hatte und schließlich in der Resolution gemündet war, die deutschen Atomkraftwerke nach und nach abzuschalten und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. 

Doch von dieser Aufbruchsstimmung von damals ist nicht mehr viel zu spüren, wie man den Worten Asams und Peter Krecus entnehmen konnte. Der Geschäftsführer der Bürgerwind Pfaffenwinkel Planungs-GmbH hatte einen interessanten Abend geplant, bei dem die verschiedensten Fachleute zu Wort kamen und den aktuellen Stand der Planungen dokumentierten. 

Wie etwa Dietmar Narr, Landschaftsarchitekt und im vorliegenden Fall Gutachter, was den Vogelflug in den beiden Planungsgebieten Bergwiesen / Steingaden und Köpfinger Wiesen bei Kreuth, anbelangt. Doch während der Planer bei der dritten Start- und Landebahn des Flughafens im Erdinger Moos ein geschätzter Gutachter für die bayerische Staatsregierung ist, werden seine Ergebnisse, vor allem die sich daraus ergebenden Konse-quenzen für die Errichtung von Windkraftanlagen, in Zweifel gezogen. 

Es seien Reaktionen wie diese, so Asam, die dem Bürgerwind und der Idee, die Stromversorgung in die Hände der Bürger zu legen, zu schaffen machten. Auch bleibt es unverständlich, warum die Vertreter der Bürgerwind-GmbH, als sie ihr Gutachten einem Vertreter der Regierung von Oberbayern vorlegen wollten, kurzfristig mit zwei Rechtsanwälten abgespeist wurden. Diese hätten noch dazu dass Gutachten in Bausch und Bogen zerpflückt, ärgerte sich Krecu. 

Immerhin sei man beim Denkmalschutz auf einem guten Weg, erklärte der Geschäftsführer, der die Gesamtsituation dennoch als „ungünstig“ darstellte. „Der Hit ist“, bemerkte Krecu sarkastisch, dass man zu Zweidrittel die Bemühungen auf die Bergwiesen konzentriert habe, um dann eher zufällig am 23. Oktober zu erfahren, dass bei der Vorstellung des Regionalplans „die Bergwiesen draußen sind“. 

Man fühle sich von der Regierung und der Behörden äußerst arrogant behandelt, bedauerte er. Einzig der Rückhalt durch die Gemeinden und in der Bevölkerung bestärke ihn und seine Mitstreiter, weiterzumachen und etwas zu bewegen. Wenn das Engagement der Lokalpolitiker und der Bürger gemeinsam mit den Gutachtern nichts bewirke, dann „ist Schluss“, so der Rottenbucher, der auch auf die Unterstützung durch Landrat Friedrich Zeller bauen darf. 

 Der erste Strom aus Wind in Peiting könnte im Sommer 2015 fließen – wenn die weiteren Schritte wie geplant getan werden können.

Oliver Sommer

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