Einige Projekte abgeben

Initiative "Schongau belebt" sucht Unterstützung

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Es mangelt an Mitgliedern: Das Schmücken des Osterbrunnens wird Schongau belebt abgeben. In abgespeckter Form soll die Eiersuche aber durchgeführt werden.

Schongau – Sie haben viele Aktionen geplant und durchgeführt, Ideen erarbeitet und wichtiges Netzwerken betrieben: Jetzt allerdings müssen die Mitglieder der Gruppe Schongau belebt ein wenig zurückschrauben – aufgrund fehlender Manpower.

Ende des vergangenen Jahres stand kurzzeitig sogar das Schreckgespenst „Auflösung“ bei der agilen Gruppe im Raum. Doch hatte man damals nach langer Diskussion beschlossen, diesen endgültigen Schritt nicht zu gehen, sondern sich zu Beginn des neuen Jahres neu aufzustellen. Ein Teil des neuen Plans heißt „Outsourcing“, sprich beliebte und gut angenommene Aktionen in vertrauensvolle Hände zu geben.

So wird beispielsweise schon in diesem Jahr der Pfarrgemeinderat zusammen mit den Ministranten der Pfarrei Mariae Himmelfahrt das Schmücken des Osterbrunnens übernehmen. Das gemeinsame Frühstück mit dem Eiersuchen für die Kleinen am Ostermontag könnte sich die evangelische Gemeinde vorstellen zu übernehmen, allerdings erst im nächsten Jahr. So wird es heuer eine „kleine Version“ am Ostermontag am Bürgermeister-Schaegger-Platz geben, die noch einmal Schongau belebt übernimmt.

Der Bürgersteigflohmarkt im Frühsommer wird höchstwahrscheinlich von der Werbegemeinschaft in Zusammenarbeit mit der CSU-Ortsgruppe weitergeführt und der Fotowalk, der im letzten Jahr so begeistert angenommen wurde, wird vermutlich auch wieder stattfinden: Allerdings nicht mehr von der Gruppe, sondern privat organisiert.

„Ich freue mich sehr, dass sich unsere Projekte doch so großer Beliebtheit erfreuen, dass sie nun von anderen am Leben erhalten werden“, ist die Vorsitzende Beatrice Amberg glücklich über die Personen und Vereine, die nun einspringen. Allein die Zukunft des Gartentags „Schongau blüht auf“ steht noch in den Sternen, denn bislang hat Amberg noch keine Rückmeldung der Angefragten bekommen. Doch: „Ich bin optimistisch, dass sich auch hier Freiwillige finden, die den Gartentag übernehmen. Es könnte ja auch im zwei-Jahres-Rhythmus sein.“

In den Händen der Gruppe bleibt auch heuer das Dinner in Weiß, der Kürbiswettbewerb bei der Hexennacht und der Lebendige Adventskalender im Dezember. Und natürlich der Weibsdeifi-Markt – neben der Bücherzelle das zweite langfristige Projekt von Schongau belebt. Auch dies ist Teil der Neuausrichtung der Gruppe: Bei der Mitgliederversammlung einigte man sich darauf, künftig den Fokus auf nachhaltige, dauerhafte Vorhaben zu richten. Eines davon könnte schon bald Wirklichkeit werden: Ein offener Bücherschrank im Zentrum von Schongau West. Hier ist die Gruppe bereits im Gespräch mit der Bürgerinitiative Schongau West, mit der sie sich auch eine längerfristige Zusammenarbeit vorstellen könnte. „Wir sind ja alle Schongauer, die dasselbe Ziel haben“, so Amberg. Ein Treffen der beiden Gruppen soll demnächst stattfinden und dabei die Weichen gestellt werden. „Und natürlich darf sich immer noch jeder gerne bei uns melden, wenn er sich für seine Heimatstadt einbringen möchte, gute Ideen hat oder einfach einmal unverbindlich mithelfen möchte“, bietet Beatrice Amberg allen Schongauern an.

Die regelmäßigen, monatlichen Treffen werden ab sofort in projektbezogene Termine umgewandelt, die dann rechtzeitig via Presse, Facebook-Auftritt und die eigene Internetseite bekannt gegeben werden. „Und je mehr Menschen mitmachen, desto mehr Aktionen könnten es sein“, wünscht sich die Gruppe.

Höherer Zuschuss als beantragt

Ein Zuschussantrag über 500 Euro des Vereins Schongau belebt spaltete derweil in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend den Stadtrat: Während die einen gleich einen doppelten Geldbetrag gewähren wollten, plädierten die anderen für die Einhaltung des beantragten Zuschusses. Die Entscheidung im Gremium fiel denkbar knapp mit 12:11 Stimmen für eine Verdopplung.

Während Stefan Konrad (SPD) und Robert Stöhr (CSU) gleich eine Erhöhung auf 1.000 Euro vorschlugen, um dem Verein mehr Spielraum zu gewähren, waren Stephan Hild (UWV), Bettina Buresch sowie Nina Konstantin (beide ALS) da anderer Meinung. „500 Euro sind beantragt. Die werden sich da was dabei gedacht haben“, so Buresch. Er sei voll dafür, dass der Verein einen Zuschuss erhalte, so Hild. In der Verdoppelung vermutete er allerdings einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wahljahr. „Da wird ja gerne mehr ausgegeben“, so Hild. „Ich finde das Vorgehen befremdlich.“ Mit knappem Ergebnis erhält der Verein künftig 1.000 Euro jährlich an Zuschuss.

cw/asn

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