Intelligente Lichtsignalanlagen für Schongau

Die Ampel denkt künftig mit

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An der Kreuzung „Spinne“ unterhalb der Altstadt ereignen sich viele Unfälle. Durch den Umbau der Ampelanlagen soll sich die Situation verbessern und auch der Verkehr besser fließen.

Schongau – In den Hauptverkehrszeiten müssen Autofahrer in Schongau meist viel Geduld mitbringen. Gerade an neuralgischen Punkten wie der „Spinne“ bilden sich oft lange Staus. Doch Besserung ist in Sicht – dank intelligenter Ampelanlagen.

 Niemand steht gern an der Ampel, erst recht nicht, wenn auf der Straße, an der man wartet, überhaupt kein Verkehr herrscht. Und wer hat sich noch nicht darüber geärgert, dass die Grünphase trotz langer Schlange nur für wenige Autos reicht?

In Schongau sind solche Erlebnisse an der Tagesordnung, denn bislang schalten alle Ampeln nach einem vorgegebenen Takt und richten sich nicht nach dem aktuellen Verkehr. Staus zu den Stoßzeiten sind deshalb vorprogrammiert. Doch das soll sich bald ändern. Denn das Staatliche Bauamt plant, die über 20 Jahre alten Lichtanlagen im Stadtgebiet zu erneuern.

Der Clou: Die neuen Ampeln sollen künftig Schwankungen im Verkehr mittels Kamera erkennen können und entsprechend die Schaltungen anpassen. Heißt, ist auf einer Straße viel und auf der einmündenden wenig los, wird die Grünphase entsprechend verlängert beziehungsweise verkürzt.

In Weilheim, wo das Staatliche Bauamt die Umrüstung bereits vollzogen hat, habe sich das intelligente System nach leichten Anlaufschwierigkeiten bewährt, berichtete Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus. „An vielen Anlagen hat die Umstellung zu Verbesserungen im Verkehrsfluss sowie in der Verkehrssicherheit geführt.“

Im Zuge der Umrüstung wäre es zudem möglich, die Kreuzung „Spinne“, die aktuell einen Unfallschwerpunkt darstelle, zu entschärfen, wies Blockhaus hin. Alle Anlagen würden zudem barrierefrei.

Bei der Frage, welche Kosten auf die Stadt zukommen, wurde es kompliziert. Denn diese richten sich zum einen nach der Zuständigkeit, also wer die Baulast für die betroffenen Straßen trägt, als auch nach den Straßenbreiten und der tatsächlichen Verkehrsbelastung.

Um die nötigen Daten zu ermitteln, müsste ein Ingenieurbüro eingeschaltet werden, sagte Blockhaus. Dessen Aufgabe wäre es auch, ein Konzept für die Optimierung der Lichtsignalanlagen zu erstellen sowie die genauen Kosten zu ermitteln. Den Anteil der Stadt an den Gutachtenkosten schätzte der Stadtbauamtsmitarbeiter auf 3000 Euro.

Wie hoch letztendlich die finanzielle Belastung der Stadt ausfallen wird, konnte Blockhaus angesichts der vielen offenen Punkte – müssen Gehwege umgebaut, Fahrbahnen verbreitert, Signalmasten umgesetzt und neue Maststandorte geschaffen werden – nicht sagen. Zum Vergleich: In Weilheim kostete die Maßnahme rund eine halbe Million Euro. Muss die Stadt mehr als 100000 Euro aufbringen, wäre laut Blockhaus eine Förderung durch den Freistaat Bayern möglich.

Besonders Friedrich Zeller hielt das Vorhaben für eine gute Idee. „Wir sollten die Chance nutzen“, sagte der SPD-Stadtrat, der nicht nur die angedachte Verbesserung der Fußgängerquerungen begrüßte, sondern gleich noch anregte, das Thema zu erweitern. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, Bussen bei der Ausfahrt aus der Fanschuhstraße per eigenem Signal Vorfahrt zu gewähren. Die Zustimmung des Gremiums für die Erstellung des Gutachtens fiel einstimmig.

Christoph Peters

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