Seit 20 Jahren:

Gnettner-Sozialplan: Warten auf die letzte Rate

Interessensgemeinschaft: Ehemalige Mitarbeiter fordern Erfüllung des Gnettner-Sozialplans
+
Im Garten von Initiatorin Eleonore Bernert trafen sich von der Gnettner-Schließung Betroffene zum Informationsaustausch.

Schongau – Eine Interessensgemeinschaft ehemaliger Mitarbeiter der Schongauer Traditionsfirma Holzindustrie Gnettner setzt sich nun dafür ein, dass eine noch ausstehende letzte Rate aus dem damals vereinbarten Sozialplan ausgezahlt wird. Der Betrieb des früheren Stadtrats Günther Gnettner hatte vor rund 20 Jahren seine Pforten geschlossen. Heute befindet sich ein großes Neubaugebiet auf dem ehemaligen Firmen­areal an der Altenstadter Straße.

Auf die Restauszahlung des seinerzeit vereinbarten Sozialplanes würden über 100 ehemalige Beschäftigte seit über 20 Jahren vergeblich warten, wie Eleonore Bernert aus Hohenfurch dem Kreisboten schreibt. Im Detail handelt es sich dabei um 500.000 Mark, umgerechnet heute etwa 255.000 Euro.

Im Zuge der Durchsicht der Unterlagen ihres vor sieben Jahren verstorbenen Mannes, der ebenfalls von der Stilllegung des Betriebes betroffen war, fiel Bernert der Sozialplan in die Hände. Eleonore Bernert forderte daraufhin ihr Recht auf Auszahlung ihres Anteils aus dem Sozialplan bei Günther Gnettner. Dieser sehe sich nicht in der Lage, den Sozialplan zu erfüllen, heißt es von Bernert und dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Weilheim Helmut Dinter.

Als Begründung führt Günther Gnettner hierfür vor allem die Blockadehaltung der obersten Vertreter der Stadt Schongau sowie die Behinderung der Stadt an der Verwertung der Grundstücke, wie auch Schwierigkeiten mit der Erschließung und Bebauungsplänen und die damit angefallenen zusätzlichen Finanzierungskosten an, sowie die verbliebenen, noch abzubauenden Verbindlichkeiten. „Dieses Ergebnis ist nicht nur für alle Mitarbeiter der Gnettner KG höchst unbefriedigend, sondern auch für Herrn Gnettner persönlich, der die letzten nahezu 20 Jahre mit hohen persönlichen Engagement versucht hat, hier einen Überschuss zu erwirtschaften“, heißt es in der Antwort einer Münchner Steuerberatungsgesellschaft, die von Gnettner damit beauftragt wurde.

Gegen die Vorwürfe setzt sich Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman zur Wehr. Es werde im Schreiben der Steuerberatungsgesellschaft unzutreffend behauptet, die Stadt Schongau habe die Firma Gnettner bei der Verwertung der Grundstücke behindert. „Nach meinem Dafürhalten entbehrt dieser (pauschalen) Behauptung jedwede Grundlage und sie ist meines Erachtens unzutreffend“, so Sluyterman. Das Schongauer Stadt­oberhaupt bittet um einen schriftlichen Widerruf dieses Vorwurfs und setzt gleichzeitig eine Frist. „Nach deren etwaigem fruchtlosen Ablauf werde ich den Stadtrat über die Angelegenheit informieren und ohne weitere Ankündigung einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der Interessen der Stadt Schongau mandatieren“, so Sluyterman.

Auch Eleonore Bernert will nicht locker lassen und lud einige Betroffene zu sich in den Garten zu einem Informationsaustausch und für einen ersten Schritt für eine Bündelung der Interessen aller Betroffenen ein. Der Einladung war auch IG Metall-Bevollmächtigter Helmut Dinter gefolgt. Während die Sonne strahlte sei die Stimmung bei den Anwesenden sehr getrübt gewesen. Sie werde, gemeinsam mit weiteren Betroffenen weiter um ihren Anspruch kämpfen, erklärte Bernert.

Astrid Neumann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erneuerung der B 17 nun auch nördlich von Schongau
Erneuerung der B 17 nun auch nördlich von Schongau
Erst mal kein Mittelaltermarkt auf Saliterhof
Erst mal kein Mittelaltermarkt auf Saliterhof
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport

Kommentare