Interview mit Veranstalter Manfred Wodarczyk

Positive Bilanz nach zwölf Tagen Historischer Markt

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Packte nicht nur beim Abbauen der riesigen Schirme mit an: Manfred Wodarczyk.

Schongau – Zwölf Tage lang hat der Historische Markt am Schongauer Volksfestplatz wieder Tausende Besucher aus nah und fern ins Mittelalter zurückversetzt. Am Dienstagabend fiel der Vorhang, tags darauf stand der Abbau an. Mittendrin natürlich: Manfred Wodarczyk. Im Interview mit dem Kreisboten spricht der Veranstalter über Schlechtwettertage, hamburgerholende Polizisten und welche Pläne er für die Altstadt hat.

Herr Wodarczyk, der Historische Markt ist vorüber. Wenn Sie der Veranstaltung eine Schulnote geben müssten, welche wäre das?

Wodarczyk (überlegt kurz): „1,8. Man braucht ja noch Spielraum, um sich zu verbessern (lacht). Aber im Ernst: Wir hatten wieder ein stimmiges Programm, die Besucher waren begeistert. Da gibt es nicht viel zu kritisieren.“

Dann fangen wir gleich mit dem Positiven an. Was ist gut gelaufen in den vergangenen zwölf Tagen?

Wodarczyk: „Die Gastronomie, auch wenn das manchmal regnerische und kalte Wetter den Fieranten zugesetzt hat. Aber der Markt funktioniert mittlerweile wie eine große Familie, das wiegt solche Tage auf. Viele haben schon gefragt, ob sie nächstes Jahr wiederkommen dürfen. Das sagt genug.“

Wo hat es gehakt?

Wodarczyk: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Schongauer die ein oder andere Attraktion noch mehr wahrnehmen, etwa öfter das Badehaus besuchen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. So richtig schlecht gelaufen ist eigentlich nichts. Vor allem das alte Handwerk kam super an. Dass der Markt auch die jungen Leute fasziniert, ließ sich übrigens gut daran beobachten, dass kaum jemand mit seinem Handy in der Hand rumstand. Das ist den Fieranten richtig positiv aufgefallen.“

Was hat den Besuchern besonders gut gefallen?

Wodarczyk: „Wie gesagt, die Vorführungen der alten Handwerkskunst, egal ob Spinnen, Schleifen oder Drechseln, sind wieder der Renner gewesen. Aber auch die Gaukler sowie die kulinarische Vielfalt machen den Markt aus.“

Sie haben es schon angesprochen: Das Wetter war nicht immer das beste. Wie haben die teils niedrigen Temperaturen und der Regen die Besucherbilanz beeinflusst?

Wodarczyk: „Natürlich ist es durch die Witterung nicht so gelaufen wie gewünscht. An vier Tagen ging beim Bierausschank, der ja so etwas wie die Lebensader des Marktes ist, fast nichts. Zwar waren an Schlechtwettertagen auch noch bis zu 2 000 Besucher da, aber wenn es sonst bis zu 6 000 sind, merkt man das doch deutlich. Dafür war das letzte Wochenende bis zum Feiertag umso besser, da konnten wir einen Großteil wieder aufholen. Insofern war es gut, dass der Markt diesmal zwölf Tage gedauert hat.“

Weniger Besucher heißt auch weniger Geld in der Kasse.

Wodarczyk: „Noch fehlt die endgültige Abrechnung, aber dank des guten Schlussspurts werden wir als Verein Schongauer Sommer wohl an die schwarze Null hinkommen. Auch die Gastronomen dürften die letzten schönen Tage versöhnt haben. Ich habe jedenfalls von keinem gehört, dass er nächstes Jahr nicht mehr kommen will.“

Das Thema Sicherheit hat im vergangenen Jahr wegen einigen Vorfällen mit Asylbewerbern für Aufregung gesorgt. Hat sich derartiges heuer wiederholt?

Wodarczyk: „Nein, es gab glücklicherweise überhaupt keine Probleme, die irgendwie erwähnenswert wären. Die Polizei war genau einmal da – zum Hamburger holen (lacht). Als Veranstalter ist man da schon sehr erleichtert.“

Bürgermeister Falk Sluyterman hat es sich nicht nehmen lassen, einen Tag am Bierausschank zu helfen. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass das Stadtoberhaupt den Historischen Markt am liebsten irgendwann zurück in der Altstadt begrüßen würde. Wie stehen die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht?

Wodarczyk: „Für mich ist das Thema durch, unter mir wird es keinen Weg zurück geben. Dafür gibt es zwei gute Gründe. Zum einen würden wir den Markt in dieser Größe, wie er sie am Volksfestplatz mittlerweile erreicht hat, am Marienplatz nicht mehr unterbringen. Zum anderen fehlt es dort an den logistischen Voraussetzungen. Hier unten haben wir Platz für die Toiletten, außerdem können die Aussteller und Künstler beim benachbarten Tennisverein duschen. Dafür im Übrigen an dieser Stelle ein großes Dankeschön. Für die Altstadt habe ich aber eine andere Idee.“

Die wäre?

Wodarczyk: „Heuer hatte ich für den Historischen Markt neben den großen Bands auf der Bühne auch eine Gruppe Straßenmusiker aus Augsburg engagiert. Die haben mit ihren ruhigen Tönen voll eingeschlagen. Das will ich nächstes Jahr ausbauen. Eine Idee ist, ein Festival mit Straßenmusikern in der Altstadt ins Leben zu rufen. Aber da muss ich erst noch Gespräche mit der Stadt führen.“

Interview: Christoph Peters

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