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Cool, cooler, Schongauer Prinzenpaar

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Sie übernehmen ab sofort die Macht im Schongauer Rathaus: Bürgermeister Falk Sluytermann übergab symbolisch die Schlüssel an Prinzessin Johanna I. und Prinz Martin II. © Wölfle

Schongau – In Schongau hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Der traditionelle Inthronisationsball war wie immer ein Riesenerfolg. Und doch war irgendwie alles anders: Die Gardekostüme, ein neuer Mini-Hofmarschall, und das wahrscheinlich coolste Prinzenpaar, das je die Lechstadt regiert hat.

Schon der Einzug der Tollitäten ließ alle Gäste im Jakob-Pfeiffer-Haus aufmerken: Die Prinzengarde in ihren wunderschönen neuen Kostümen, die Minis mit ihrem Hofmarschall, der Elferrat, das scheidende und neue Prinzenpaar mit ihrem Hofstaat und Präsident Andreas Mock betraten nicht einfach die Bühne. Nein, das wäre zu langweilig. Sie marschierten gemeinsam zum Regimentsgruß durch den voll besetzten Saal. Wie es sich für echte Trachtler gehört, denn das Prinzenpaar stammt aus den Reihen der aktiven Plattler der Schloßbergler. Und dass dies kein Nachteil ist, bewies nicht zuletzt der grandiose Prinzenwalzer, den die beiden aufs Parkett legten. Doch dazu später.

Den ersten Glanzpunkt setzten Prinzessin Johanna I. vom Schloß Seitzenhof und Prinz Martin I. von der Hipster Hochburg mit ihrer, wie sollte es anders sein, absolut coolen Antrittsrede. In neun Thesen, die ab sofort an den Stadttoren angeschlagen werden, fassten sie in Reimform zusammen, was in und wie Schongau sein soll oder was gewesen ist. Da wird schon einmal das Gebaren eines Schongauer Einzelhändlers in sozialen Netzwerken im „Ra(e)pper-Song“ auf die Schippe genommen. Oder die Schongauer als „knickerte Schwaben“ bezeichnet, weil jeder nur noch eine Stunde lang kostenlos parken will, und damit keine Zeit mehr für „a Rätschle“ hat. Und natürlich musste Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman bluten, der den Fußgängerzonen-Rap („Mein Platz“) mitsingen, und als roter Adonis-Anziehungspunkt seine Pantomimen-Talent beweisen musste.

Viele lustige Gedanken hatte sich das Prinzenpaar auch zum neuen Baugebiet am Hohen Graben („oder Hohenfurch Süd oder Altenstadt Ost?“) gemacht und kurzerhand schon jetzt alle neuen Straßen und Plätze betitelt: Vom „Boneberger-Burger-Boulevard“, über den „Lech-Floß-Holzweg-Platz“ bis zum Cobi-Reiser-Memorial wurde alles auf eine augenzwinkernde und natürlich coole Art durch den Kakao gezogen.

Gleich darauf folgte der nächste Höhepunkt: Der Prinzenwalzer. Einfach ein Stück vom Walzerkönig Johann Strauss auflegen? Zu langweilig. Dieser traditionelle Tanz wurde mit coolen Beats unterlegt und nach ein paar Minuten durch Gloria Estefans mitreißendes „Conga“ ersetzt, bei dem das Prinzenpaar beweisen konnte, was für hervorragende Tänzer sie sind.

Doch nicht nur sie legten eine flotte Sohle aufs Parkett: Die Prinzengarde in ihren tollen neuen Kostümen in den Schongauer Stadtfarben und auch die Minigarde zeigten einmal mehr, dass sie es voll draufhaben. Ob Marsch oder Showtanz, die Gardemädels sind immer ein echter Hingucker. Unterstützt und vorgestellt werden die großen Mädchen auch in diesem Jahr von Hofmarschall Christian Schamper. Und auch die Kleinen haben heuer Unterstützung bekommen: Der neue Mini-Hofmarschall Leonhard Seelig absolvierte seine Premiere so souverän wie sein großes Pendant – sogar mit weniger Spicken auf die Karteikarten.

Ehrenmitglied und Ehrenpräsident

Auch Präsident Andreas Mock musste spicken beim nächsten Höhepunkt des Abends, doch das war mehr als verständlich. Denn die beiden Vereinsmitglieder, die geehrt wurden, haben über viele Jahre so viele Ämter bekleidet und so viel für die SFG geleistet, dass ihre komplette Vita auf einer Karte gar keinen Platz gefunden hätte. Norbert Biller wurde für seine mittlerweile 45-jährige aktive Mitgliedschaft beim Faschingsclub zum Ehrenmitglied ernannt. Und der ehemalige Präsident Sigi Müller für seine Verdienste um den Verein gar zum Ehrenpräsidenten. „Dass wir heute so sauber dastehen und so viele junge Mitglieder und Aktive haben, ist nicht mein, das ist immer noch dein Verdienst“, würdigte Mock die langjährige und erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers. Diesem fehlten beinahe die Worte, denn er wusste bis dato nichts von der Ehrung.

Zum Glück kann bei kurzen Sprachlosigkeiten immer jemand einspringen: Die Schongauer Big Band unter der Leitung von Marcus Graf. Diese zauberte wieder eine grandiose musikalische Mischung, die alle tanzbegeisterten Gäste wie magisch zur Tanzfläche zog. Denn die Musiker der Big Band haben einiges mit dem Prinzenpaar gemeinsam: Sie sind authentisch, professionell, immer für eine Überraschung gut und einfach cool. Aha,Chapeau, yeah!

cho

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