Hohenfurcher Inthronisationsball

Närrisches "Wohlfühlparadies"

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Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang (Mitte) wurde in Faschings-Quarantäne geschickt.

Peiting/Hohenfurch – Bürgermeister Guntram Vogelsgesang wurde kurzerhand in Quarantäne gesteckt und ab ging die Post. Mit einem rauschenden Ball in der Schloßberghalle haben die Hohenfurcher Narren ihre Regentschaft eingeläutet.

Das kleine Dorf inmitten des Pfaffenwinkels ist bekannt für seine legendären Faschingsfeiern mit Inthroball und Nachtfaschingszug. Und natürlich bleiben auch die Nachbargemeinden nicht von dem tollen Treiben verschont. Aus Altenstadt leiht der Faschingsclub gerne Prinzen, aus Schongau die Musik und in Peiting den Saal. Von allem eben nur das Beste. Oder das Allerbeste.

„Wir haben die bessere Musik“, bekundete Jürgen Fischer schmunzelnd mit Blick auf den Schongauer Inthroball, wo ebenfalls die Bigband glänzend aufgelegt und mit viel Swing für eine volle Tanzfläche sorgte. Und natürlich blieb auch das Schongauer Prinzenpaar, das in „Zivilkleidung“ die Konkurrenz ausspionierte, nicht unentdeckt.

So ganz und gar nicht mit seiner neuen Hauptstadt zufrieden zeigte sich allerdings Prinz Andreas II. Barbarossa vom Burglachberg (Andreas Nuscheler). „Ein Dörfchen, das nicht viel zu bieten hat, ganz anders als bei uns in Altenstadt“, monierte er und träumte von einem neuen Wohlfühl-Paradies am Löschweiher mit Baywatch von den umliegenden Balkonen. Dazu eine textilfreie Zone beim Huber Lenz, weil „der sich gerne unten ohne“ zeigt und Tauchkurse von Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, der bekanntermaßen gerne schnorchelt. Eventuelle Perlenfunde wären bei Gaby Schratt in der Schmuckinsel gut aufgehoben.

Prinzessin Melanie I. vom Reich der 1000 Tänze (Melanie Grimm) wollte dagegen die Initiative „Hohenfurch bewegt“ starten. Zum Beispiel mit einem „Mährengue-Tag“ beim Schäfer Hans, dessen Sohn Hannes noch „Lammbada“ beisteuern könnte. Da bleibt zu hoffen, dass beim nächtlichen Moonwalk nicht zu viele „Breakdancer“ in den Bach reihern.

Inthro-Ball der Hohenfurcher Narren 2017 - die Bilder

Doch zuerst stand noch die Entmachtung von Bürgermeister Guntram Vogelsgesang an. Sein Husten wurde als Vogelgrippe gedeutet und schon war ein Grund gefunden, ihn ins Hühnerparadies Fischerhof in Quarantäne zu schicken. Mit Mundschutz und Absperr-Zaun wurde er, nachdem er den neuen Tollitäten den Rathausschlüssel überlassen hatte, vom Elferrat abgeführt. Immerhin konnte er noch einen Gegenschlag landen, indem er kräftig auf den Schlüssel hustete.

Ihren traditionellen Auftritt hatte auch wieder die unvergleichliche Feuerwehrkapelle unter der Leitung des übermütigen Jürgen Fischer, der wieder in bewährt deftiger Art für Lachsalven sorgte. Zum Beispiel als er als „Burgerking Singing Bird“ Asylbewerbern das Dorf erklärte: „The name of our pastor is Karl Little - mir ham an Kloan.“ Auch Präsident Johannes Linder wurde nicht verschont, als seine Whatsapp-Gewohnheiten in Form von Sprachnachrichten und irregeleiteten Liebesbotschaften geoutet wurden. Nach einem musikalischen Boarisch-Syrischen Frühstücks-Battle in der Schafhalde kam noch das Märchen von der Brautschau des wegen seines roten Rauschebarts undeutlich sprechenden Prinzen: „Er is halt ein Nuscheler!“

Wie immer kam das beste zum Schluss des offiziellen Programms. Der Showtanz der Garde setzte neue Maßstäbe und wartete unter dem Motto „Zirkus der Narren“ mit fantasievollen Kostümen, buntem Licht, einer gelungenen Choreografie und atemberaubenden Tanzszenen auf. Die Besucher forderten mit tosendem Applaus noch eine Zugabe und schwangen anschließend ausgelassen das Tanzbein bis in die frühen Morgenstunden.

fro

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