Irritierender Kahlschlag

Kräftig gearbeitet wird derzeit am ehemaligen Resataurant in der Bahnhofstraße. Foto: Peters

Noch wirkt das ehemalige Restaurant in der Bahnhofstraße wenig einladend. Im Garten türmt sich ein Schuttberg, der Anbau sieht so aus, als würde er jeden Moment in sich zusammenstürzen. Doch im In-neren sind Handwerker bereits fleißig damit beschäftigt, die ehemalige Pizzeria wieder herzurichten. Das Projekt beschäftigte nun auch den Schongauer Bauausschuss, will der neue Besitzer doch den baufälligen Anbau durch einen Wintergarten ersetzen. Für Irritationen der Räte sorgte dabei, dass der Bauherr bereits auch alle Bäume auf seinem Grundstück hat fällen lassen.

Bereits im Herbst 2010 hatte die Stadt Schongau selbst die großen Buchen vor dem Grundstück entlang des kleinen Bahnhofswegs entfernt – weil diese krank gewesen seien, wie Stadtbaumeister Ulrich Knecht in Erinnerung rief. Dass nun auch die Bäume auf dem Grundstück weichen mussten, fand Knecht schade. Illegal – wie das manch aufgeregter Anrufer im Bauamt vermutet hatte – sei dies freilich nicht gewesen, versicherte er. „Wir haben dort keine Baumschutzver-ordnung.“ Ebenso klar war die Faktenlage, was den beantragten Neubau eines Wintergarten betraf. Da sich dadurch die Zahl der möglichen Gäste erhöhe, seien die Stellplätze „die entscheidende Frage“, so Knecht. Bei einem dann 130 Quadratmeter großen Gastraum müsse der Gastronom 14 Parkplätze ausweisen. Genug Platz sei hinter dem Haus dafür da, so der Stadtbaumeister, allerdings müsste die Zufahrt von der Bahnhofstraße als Einbahnstraße geregelt werden. Die Ausfahrt würde dann über den Bahnhofsweg erfolgen. 15 Stellplätze wären so möglich, zwei weitere könnten im Eingangsbereich entstehen. Gegen letztere hatte allerdings Stephan Hild so seine Bedenken – zu unübersichtlich würde seiner Meinung nach dadurch die Verkehrssituation. Während die vorgeschlagene Parkplatz-Lösung breite Zustimmung fand, wollte Robert Bohrer (SPD) die Fällung der Bäume nicht ohne weiteres hinnehmen. Von seiner Idee, dem Wirt eine Anzahl zu pflanzender Bäume aufzuerlegen, riet Knecht allerdings ab. „Wir bräuchten dafür eine Veränderungssperre und Bebauungsplan. Das wäre sehr aufwendig.“ Der Stadtbaumeister schlug daher vor, lieber noch einmal das Gespräch mit dem Bauherrn zu suchen. „Vielleicht lässt er sich darauf ein, dass er zwei Bäume pflanzt und die Stadt zwei.“ Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

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