Wegebau: Neue Vereinbarung

Jagdgenossen und Gemeinde im Boot

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Viele Feldwege auf Peitinger Flur befinden sich in keinem guten Zustand. Das soll sich nun ändern: Die Jagdpacht wird künftig auch für den Wegebau verwendet.

Peiting – Das Instandhalten nicht ausgebauter Feld- und Waldwege gestaltet sich zunehmend schwieriger. Weil das früher weit verbreitete „Scharwerken“ – damit ist das gemeinsame Ertüchtigen der Feldwege durch angrenzende Eigentümer gemeint – inzwischen eher die Ausnahme ist – befinden sich viele Feldwege in einem schlechten Zustand. Nun wurde vereinbart, dass die Jagdpacht zum Wegebau verwendet wird. Die Gemeinde unterstützt dies und reicht den 1,5-fachen Betrag als Zuschuss aus.

Bürgermeister Michael Asam („ein schwieriges Thema“) brachte gleich ein Beispiel. Wenn aus der Jagdpacht 10.000 Euro für den Wegebau hergenommen werden, dann gibt die Gemeinde 15.000 Euro dazu. Zu dieser „durchgreifenden Entscheidung“ sei man in Birk­land gekommen, wo auf der Versammlung der Jagdgenossen der Vorschlag dann auch unterstützt wurde. Das gleiche Prozedere soll auch bei den Jagdbögen in der Gemarkung Peiting Anwendung finden.

Im Klartext heißt dies: Jagdgenossen und Gemeinde sitzen in einem Boot, wenn’s um das Ertüchtigen der Wege geht. Zweiter Bürgermeister Franz Seidel sieht dieses Vereinbarung so: Damit trage die Gemeinde der Entwicklung der Zeit Rechnung. Die Wege könnten so ausgebaut werden, dass sie den heutigen Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft entsprechen.

Schon 2018 anwenden

Peter Ostenrieder, Gemeinderat aus Birkland, erwähnte in der letzten Sitzung, das Thema sei in der Ortschaft lang diskutiert worden. Noch 2018 soll die erste Maßnahme im Wegebau ausgeführt werden. In der Praxis schaue das so aus, dass die Jagdgenossenschaft das Geld dafür an die Gemeinde überweise, die dann wiederum den anderthalbfachen Betrag dazu gebe. Dann können Bauhof-Mitarbeiter bzw. Fremdfirmen aktiv werden und die Wege ertüchtigen.

Welche Maßnahmen wann in Angriff genommen werden, legt eine Arbeitsgruppe fest. Ihr gehören drei Vertreter der Jagdgenossenschaft, der Bürgermeister, der Leiter des gemeindlichen Bauhofs und ein Sachverständiger an, wobei da an den Tiefbaureferenten Gerhard Habersetzer gedacht wird.

Forciert werden soll eine gründliche Ertüchtigung der Wege. Bislang ist häufig nur Kies eingebracht worden, was einige Monate hält, aber dann wieder abgefahren wird. Dies möchte die Gemeinde zukünftig vermeiden: „Da verbraten wir Steuergelder“, kommentierte Bürgermeister Asam.

"Desolater Zustand"

Laut Bauhofchef Franz Multerer sind viele Feld- und Radwege in einem „desolaten Zustand“. Früher seien sie von Bauern meist mit kleinen Traktoren und mit schmalen Anhängern (höchstens 1,80 Meter Spurbreite) genutzt worden. Heutzutage seien Landwirte mit Traktoren unterwegs, die über 100 PS haben und die breite Güllefässer mit 7.000 bis 12.000 Liter ziehen. Für solche Belastungen bräuchte es einen stabilen Untergrund bei den Feld- und Waldwegen. Doch es gebe „a paar gute Wege“, zum Beispiel „bei Ramsau hinten naus oder in die Schnalz hinunter“.

Gemeinderat Andreas Barnsteiner – selbst Landwirt – merkte dazu an, bei 800 Grundstücksbesitzern in Peiting, der flächengrößten Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau, sei dies „schwierig zu händeln“. Zu bedenken sei aber neben den großen Maschinen auch die Beanspruchung der Wege durch zunehmenden Freizeitverkehr, womit er die Radler und Reiter meinte. Barnsteiner plädierte für mehr Investitionen der Jagdgenossen. „In Peiting hocket se auf dem Geld droba wie a Henna auf am Oa“, fügte er hinzu. 

Johannes Jais

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