Ein Jahr Hohenpeißenberger Umgehungsstraße:

"Glücksfall" für die Gemeinde

+
Vor genau einem Jahr wurde die Umfahrung von Hohenpeißenberg nach acht Jahren Bauzeit freigegeben.

Hohenpeißenberg – Genau ein Jahr ist es her, dass die Umgehungsstraße von Hohenpeißenberg eröffnet wurde. Am 18. Dezember 2017 wurde die Fahrbahn nach acht Jahren Bauzeit endlich freigegeben. Der Kreisbote hat bei Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch nachgefragt, wie sich Verkehr und Leben in der Gemeinde seitdem verändert haben.

Hätten Sie je erwartet, dass die Umgehungsstraße irgendwann tatsächlich fertig wird?

Dorsch: „Ich habe immer gedacht, dass wir das hinbekommen. Alle, die in der Region Verantwortung getragen haben, haben ihr Bestes getan. Die Zusammenarbeit mit den Behörden war hervorragend.“

Dennoch zögerte sich die Fertigstellung immer weiter heraus.

Dorsch: „Mit dem Berg ist das einfach eine schwierige Situation, die es bei anderen Umgehungen nicht gibt. Außerdem waren die Altlasten ein großes Problem. Mit der Aussicht auf das Ergebnis hat es mich aber nicht gestört, dass es länger gedauert hat.“

Wie lebt und arbeitet es sich an der Hauptstraße, seit die Umgehung befahrbar ist?

Dorsch: „Ich könnte es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Früher fuhren täglich rund 15.000 Fahrzeuge durch den Ort – darunter unzählige Lkw. Der Verkehr hat sich massiv reduziert. Früher habe ich aufgehorcht, wenn es mal keinen Geräuschpegel durch die Fahrzeuge gab. Heute ist es oft so ruhig, dass es auffällt, wenn mehr Fahrzeuge fahren.“

So wie zu der Zeit als die Straße zur Fertigstellung der Deckschicht nochmals gesperrt werden musste?

Dorsch: „Genau. Da haben die Leute nochmals gemerkt, wie massiv der Unterschied ist.“

Die Rückmeldung der Bürger ist also positiv?

Dorsch: „Im Großen und Ganzen schon. Natürlich gibt es immer Vorteile und Nachteile. Beispielsweise fahren viele Fahrzeuge nun leider schneller durch den Ort, weil die Straße frei ist. Wir hoffen, dass wir durch die Umgestaltung des Dorfplatzes eine Entschleunigung erreichen können.“

Merken die ansässigen Geschäfte einen Rückgang des Umsatzes?

Dorsch: „Einige schon. Zum Beispiel fallen die Lkw-Fahrer weg, die sich ihre Brotzeit holen. Aber die Betroffenen sagen, es passt noch. Wenn die Hohenpeißenberger die lokalen Geschäfte unterstützen und primär dort einkaufen, lässt sich der Malus leicht ausgleichen. Für manche Läden läuft es nun sogar besser – unter anderem, weil die Parksituation sich verbessert hat.“

Insgesamt sind Sie also zufrieden?

Dorsch: „Auf jeden Fall. Die Umfahrung ist ein echter Glücksfall.“

Interview: Ursula Gallmetzer

Auch interessant

Meistgelesen

Hohenfurchs neuer (Modell-)Bahnhof
Hohenfurchs neuer (Modell-)Bahnhof
Kreisbote und Rotary-Club starten das Projekt "Leuchtturm" für Menschen in Notlagen
Kreisbote und Rotary-Club starten das Projekt "Leuchtturm" für Menschen in Notlagen
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2019
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2019
Bald verstärkt Blitzer in Rottenbuch
Bald verstärkt Blitzer in Rottenbuch

Kommentare