50 Jahre Basilika minor in Altenstadt

"Ehrfurcht gebietender Raum"

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Beim Einzug zum Pontifikalamt: Weihbischof Dr. Anton Losinger im Mittelgang, davor Pfarrer Klein sowie die Ruhestandsgeistlichen Siegfried Beyrer und Hans Frieß.

Altenstadt – Das Pontifikalamt mit dem Augsburger Weihbischof Anton Losinger, der die Kirche zu Altenstadt als „markantes, in Stein gehauenes Signal des christlichen Glaubens“ bezeichnete, sowie am Abend zuvor die festliche Stunde mit dem Förderverein „Freunde der romanischen Basilika“: Das waren zwei bedeutende Ereignisse, mit denen das Jubiläum 50 Jahre Basilika minor begangen wurde. Wie berichtet, hatte Papst Paul VI. die 800 Jahre alte Kirche im Herbst 1965 damals als drittes Gotteshaus im Bistum Augsburg zur Basilika minor erhoben.

Die festliche Stunde – das war eine stimmige Abwechslung mit Texten von Prälat Hans Frieß zur Urkunde von 1965 und mit Musikbeiträgen dreier Ensembles. Zum Schluss stimmten die 250 Besucher kräftig ein in das Lied „Großer Gott, wir loben dich“, dass die Posaunenbläser Altenstadt spielten. Aber zuvor intonierte das achtköpfige Streicherensemble Schongau in der Basilika das Lied „Yesterday“, das Paul Mc Cartney von den Beatles geschrieben hatte und 1965 – im Jahr der Basilikaerhebung – zum Welthit wurde. 

Festliche Stunde am Vorabend des Bischofsbesuchs: Prälat Hans Frieß und das Streicherensemble Schongau.

Weihbischof Losinger nannte die Kirche zu Altenstadt „einen der bedeutendsten Orte des christlichen Glaubens“. Ihm sei dieser „Ehrfurcht gebietende Raum“ seit der Kindheit vertraut. Die Basilika sei wie eine Stafette des Glaubens, predigte der 58-jährige Weihbischof, die Gläubige jetzt so wie frühere Generationen in die Hand nehmen und an die nächsten Generationen weitergeben müssten. Dies freilich unter dem Vorzeichen, dass gerade die Geschichte des 21. Jahrhunderts mit dem Übergang Europas zu einer modernen Wissensgesellschaft und mit modernen Techniken eine neue Dynamik erhalten habe. Die mystische Basilika mit dem beeindruckenden Kreuz, wo Jesus mit dem goldenen Reif des Königs dargestellt ist, sei für die Zukunft ein Hoffnungssignal, sagte Losinger in der Predigt. 

Der Festgottesdienst, bei dem Pfarrer Karl Klein sowie die beiden Ruhestandspfarrer Siegfried Beyrer und Hans Frieß konzelebrierten, wurde vom Kirchenchor und vom Orchester mit der Messe in G-Dur von Mozart gestaltet. In der festlichen Stunde am Vorabend des vorgezogenen Patroziniums sagte Prälat Hans Frieß: „Dieser Raum atmet eine tiefe innere Ruhe und Geborgenheit“. Und er ergänzte: „In einer Zeit der Reizüberflutung – täglich, stündlich, fast überall – tut das Aufatmen können in der Basilika so gut.“ 

Frieß befasste sich mit der Urkunde von 1965 aus Rom; eine Foto-Ablichtung des von Paul Ressl gefertigten Faksimiles mit lateinischem Text und darunter deutscher Übersetzung steht seit dem vergangenen Wochenende im linken Seitenschiff. In der Urkunde steht, dass die im 12. und 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaute Kirche „schon durch ihre festen Steine und Säulen“ die Standfestigkeit des Glaubens darzustellen scheine. 

Der Prälat erwähnte zudem, dass in der Urkunde, auch Breve genannt, der Blick nach der Betrachtung des Großen Gottes von Altenstadt zudem auf die wertvolle Marienfigur in der Apsis im linken Seitenschiff gerichtet werde und zudem auf den Taufstein, der aus der Bauzeit der Kirche stammt und zu den bedeutendsten romanischen Taufbrunnen Deutschlands gehöre. 

Frieß schloss seine Ausführungen, die mit geistlicher Musik der Gregorianischen Schola aus Garmisch, der Posaunenbläser Altenstadt und des Streicherensembles Schongau stimmig abwechselten, mit einem Dank an alle, die in den letzten fünfzig Jahren am Erhalt und an der mehrmaligen Renovation mitgewirkt haben. Pfarrer Klein schloss sich den Dankesworten an. 

Ebenso drückte Marianne Anderle für den Pfarrgemeinderat ihre Anerkennung an den Förderverein für die Gestaltung der festlichen Stunde aus. Ihrer Ermunterung, auf die festliche Stunde eine gemütliche Stunde der Begegnung im Pfarrsaal folgen zu lassen, leisten noch mehr als 100 der 250 Gäste spontan gerne Folge, um sich über die Eindrücke auszutauschen.

jj

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