Gemeinderat mal anders

Altenstadt verleiht Ehrenringe und Bayrische Löwen

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Andreas Socher und Hans Reich (v. links) von der Blaskapelle Altenstadt sowie Markus Demmler und Franz Hadersbeck (4. und 5. v. links) vom Schützenverein Schwabniederhofen erhielten für die erfolgreiche Ausrichtung des Bezirksmusikfestes bzw. des Gauschießens den Bayerischen Porzellan­löwen mit dem Wappen der Gemeinde. Dieser wurde später aus den Händen von Bürgermeister Albert Hadersbeck (Mitte) auch dem hinzugekommenen Hansi Daxer zuteil.

Altenstadt – Zu der von Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck geleiteten Jahresabschlusssitzung des örtlichen Gemeinderats hatte man nicht in den Sitzungssaal im Rathaus, sondern ins Bürgerzentrum der Gemeinde eingeladen, denn es kamen zahlreiche Gäste. Sogar für Musik hatte die Gemeinde gesorgt und mit den „Schongauer Landstreichern“ eine sehr gute Wahl getroffen.

In seiner Ansprache ging der Bürgermeister auf die wesentlichen Themen des Gemeinderats im zu Ende gehenden Jahr 2019 ein. Neben der Befassung mit den zahlreich vorgelegten Bauplänen für Neu-, Erweiterungs- und Ausbauten nehme auch die innerörtliche Bauland­entwicklung Formen an. Weiterhin legte er die Maßnahmen zur Dorferneuerung bei der Neugestaltung des Marienplatzes in Altenstadt und eines neuen Konzepts für das Sport- und Spielgelände in Schwabniederhofen dar.

Mit Informationen zu weiteren Handlungsfeldern wie der kostenintensiven Sanierung des Schwimmbads, der Neuverlegung der 110kV-Leitung zwischen Schwabbruck und Schongau über das Gemeindegebiet Altenstadt, der Verlegung des Firmenstandortes Hawe von Altenstadt nach Kaufbeuren sowie zur interkommunalen Zusammenarbeit zeigte er allen Anwesenden zwar nur einen Teil, aber auch die Vielfalt der Gemeinderatsarbeit in den letzten zwölf Monaten auf.

Zur Hawe-Verlegung merkte er an, dass ggf. eine sich weiterentwickelnde örtliche Firma die im Laufe des nächsten Jahres leerstehenden Räume übernimmt. Näheres ließ er offen.

Hadersbeck führte weitere erfreuliche Entwicklungen wie die Investitionen der Bundeswehr in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die daraus resultierende an. Daraus resultiere eine hohe Beschäftigungsquote einhergehend mit guten Handlungsmöglichkeiten der öffentlichen Haushalte durch hohe Steuereinnahmen. Bedauerlicherweise habe all das aber nicht zu einer zu erwartenden großen Zufriedenheit und positiven Lebenseinstellung geführt – von vielen würden vor allem die ungelösten Probleme und Aufgaben in den Vordergrund gestellt. Er warb in diesem Zusammenhang für mehr Optimismus.

Gut temperierte Feste

Seine Stimmung hellte sich jedoch schnell wieder auf angesichts der Tatsache, was sowohl die Blaskapelle Altenstadt im Mai als auch der Schützenverein Schwabniederhofen im August mit der Ausrichtung des Bezirksmusikfestes bzw. des Gauschießens geleistet hatten.„Beide Veranstaltungen waren ein Aushängeschild besonderer Güte für unsere Gemeinde und die Besucher haben sich durchweg positiv darüber geäußert“, so Hadersbecks Fazit. Er zeigte sich stolz auf die Vereine und die Dorfgemeinschaft, ohne deren Mithilfe diese beiden großen Veranstaltungen nicht hätten gestemmt werden können. Als Anerkennung überreichte er dem 1. und 2. Vorstand der Blaskapelle Altenstadt Hans Reich und Andreas Socher sowie dem Dirigenten Hansi Daxer den Bayerischen Porzellanlöwen mit dem Wappen der Gemeinde Altenstadt. Auch der 1. und 2. Schützenmeister des Schützenvereins Schwabniederhofen Markus Demmler und Franz Hadersbeck durften sich über diese besondere Würdigung freuen. Scherzhaft fügte der Bürgermeister bei der Übergabe in Anspielung auf die seinerzeit hohen Temperaturen hinzu, dass er den Regler deutlich zu hoch eingestellt habe.

Nachfolgend wurde auch Gemeinderat Michael Dulisch ein Bayrischer Porzellanlöwe als Anerkennung seines 24-jährigen kommunalpolitischen Engagements und für seine stets zuverlässige Unterstützung im Gemeinderat zuteil. In der Zeit von 2002 bis 2008 war Dulisch zudem 2. Bürgermeister.

Highlights zum Ende

Als Highlight des Abends standen zwei weitere Verleihungen der höchsten Auszeichnung, die die Gemeinde Altenstadt zu vergeben hat, an. Zuerst durfte der seit 1990 dem Gemeinderat angehörende Peter Filser den Goldenen Ehrenring nebst Urkunde entgegennehmen. Filser gehört dem Gremium seit 1990 und damit fast 30 Jahren an. In dieser Zeit war er 26 Jahre 2. Vorsitzender und zehn Jahre Fraktionsvorsitzender der UWV/FW. „Neben dem Bereich Landwirtschaft hat er sich insbesondere auch für die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des örtlichen Gewerbes eingesetzt“, so Hadersbeck neben weiteren Hinweisen in seiner Laudatio. „Nicht jede Sitzung war stimmungsaufhellend“ stellte Peter Filser in seiner Dankrede fest. Er hob aber hervor, dass der Gemeinderat über Jahrzehnte hinweg einen durchgehend fairen Umgang miteinander gepflegt habe.

Mit Pfarrer Siegfried Beyrer erhielt auch ein Vertreter der Geistlichkeit den Goldenen Ehrenring. Beyrer wurde im September 1996 in das Amt als Seelsorger in Altenstadt eingeführt. Bis 2012, also insgesamt 16 Jahre führte er das Amt gewissenhaft und engagiert aus. „In dieser Zeit fand unter anderem die wichtigste und aufwendigste Sanierung der beiden Türme unserer wunderbaren Basilika – Kulturzentrum von nationaler Bedeutung – statt“, erinnerte Hadersbeck. Seit Beginn seines Ruhestandes im Jahr 2012 ist Pfarrer Beyrer als „Priester in Reichweite“ auch weiterhin für die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt mit sechs Pfarreien in der Seelsorge tätig. Und das mit großer Beliebtheit, so der Bürgermeister. Pfarrer Beyrer zeigte in seiner Dankrede anhand einiger Zahlen die Vielschichtigkeit seiner Tätigkeit auf. So habe er insgesamt 1.500 Taufen, 1.400 Beerdigungen und 750 Trauungen durchgeführt. Mit Verweis auf die Trauungen sagte er: „Es ist das erste Mal, dass ich einen Ring angesteckt bekomme“. Er erinnerte auch an die Jahre 2003 und 2007, als das ZDF seine Gottesdienste im Fernsehen übertrug. Das habe nur geklappt, weil die Gemeinde hinter ihm gestanden habe.

Der abschließende Dank des Bürgermeisters galt neben den Mitgliedern des Gemeinderats und dem 2. Bürgermeister Sepp Reich vielen weiteren Angehörigen der Dorfgemeinschaft und seinen Mitarbeitern in der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt. Nach dem offiziellen Teil dürfte Albert Hadersbeck, der nach fast 18 Jahren im Amt des Bürgermeisters bei den Kommunalwahlen im März nicht mehr antreten wird, ein wenig Wehmut beschlichen haben.

mel

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