Radlständer am Rößlekellerberg

Auf jeden Fall mit Dach

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So soll die Fahrrad-Abstellanlage oberhalb des Rößlekellerbergs aussehen.

Schongau – Im Dezember hatte der Schongauer Stadtrat einstimmig den Weg freigemacht für eine Fahrrad-Abstellanlage oberhalb des Rößlekellerbergs. Angeregt hatte sie die SPD aufgrund der Vielzahl an Rädern, die Schüler täglich dort wild parken. In der jüngsten Bauausschusssitzung ging es nun um die genaue Ausgestaltung. Streit entzündete sich dabei an der Frage, ob die Radlständer ein Dach bekommen sollen oder nicht.

Martin Blockhaus vom Stadtbaumt hatte verschiedene Hersteller um Angebote für den Bau einer Abstellanlage für 60 Fahrräder entlang des Fußwegs im Forchet zwischen den Firmen Hoerbiger und Gustav Klein gebeten. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse käme nur eine kompakte Überdachung aus Stahlrohrprofilen samt Flachdach aus Verbundsicherheitsglas in Betracht, erläuterte Blockhaus. Eine Rückwand sei zudem nicht vorgesehen, da Hoerbiger die dahinter liegende Hecke pflegen müsse. Die Gesamtkosten lägen je nach Modell zwischen 65 000 und 75 000 Euro.

Viel Geld, weshalb die Verwaltung noch geprüft hatte, alternativ im Bauhof gelagerte alte Radständer zu verwenden. Dies habe man jedoch wieder verworfen, sagte der Stadtbauamtsmitarbeiter, nachdem der ADFC von den als „Felgenkiller“ bekannten Modellen abgeraten habe. Immerhin: Die Stadt muss die Kosten nicht alleine tragen. 50 Prozent fördert der Bund im Rahmen Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität. „Der Zuwendungsbescheid wurde uns bereits zugestellt“, sagte Blockhaus.

Während Friedrich Zeller (SPD) die vorgestellte Planung positiv fand („Wir entlasten damit auch die Zufahrt zum Schulzentrum“), hatte Michael Eberle so seine Probleme mit dem vorgesehenen Dach. Ihn reue zum einen das Geld („Radl sind für den Outdoorbereich gemacht, Regen halten die schon aus“). Zum anderen befürchtete der CSU-Fraktionschef, dass Schüler den trockenen Ort als Treffpunkt nutzen könnten, etwa, um zu rauchen.

Zeller hielt dagegen, dass ein Dach auch eine Frage des Services für Radler sei. „Da bleibt der Sattel trocken, dass ist unkompliziert.“ Und überhaupt, wieso sollte man etwas dagegen haben, dass sich Schüler dort treffen, fragte der SPD-Stadtrat in die Runde. Unterstützung bekam er von Bettina Buresch (ALS). „Es ist unschön, wenn man hinkommt und findet ein nasses oder eingeschneites Rad vor.“ Und Bürgermeister Falk Sluyterman mutmaßte, dass ein überdachter Abstellplatz Schüler möglicherweise motiviere, „auch an nicht so schönen Tagen mit dem Rad zur Schule zu fahren.“

Eberle jedoch blieb dabei: Ein Dach sei „Luxus“ und habe viele Nachteile. Davon rückte der CSU-Fraktionschef auch nicht ab, als Stadtbaumeister Ulrich Knecht darauf hinwies, dass die Förderung nur für die überdachte Variante gelte und letztere somit unter dem Strich nur 12 000 Euro teurer sei.

Bei der folgenden Abstimmung sprach sich das Gremium einstimmig für das von der Verwaltung präferierte günstigste Modell aus. Gegen die Stimmen der CSU wurde auch die Überdachung mit deutlicher Mehrheit beschlossen (9:3). Geplant ist, dass die Baumeisterarbeiten noch in den Sommerferien über die Bühne gehen, das Dach soll in den Herbstferien montiert werden. 

Dann wird sich auch zeigen, ob Siegfried Müller mit seiner Befürchtung recht hat. Der ALS-Stadtrat bezweifelte nämlich, dass die Anzahl der Stellplätze ausreicht. „Im Sommer stehen da locker 80 bis 100 Räder.“ Der ein oder andere werde daher seinen Drahtesel weiter am Zaun parken müssen.

Christoph Peters

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