"Jugend forscht" in Schongau

Von Ventilwärmer bis Eisen-Drucker

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David Wintersberger (13) demonstrierte die Funktionsweise des sicheren Wagenhebers anhand eines Modellbaus.

Schongau – Daniel Düsentrieb wäre stolz auf sie: 107 junge Tüftler haben sich in diesem Jahr mit 64 Projekten bei den Wettbewerben „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren in der Region Alpenvorland angemeldet. Was sie sich ausgedacht haben, präsentierten sie am gestrigen Dienstag erstmals Besuchern und Jury in der Schongauer Lechsporthalle. Eine Auswahl.

 Wer die Sporthalle betritt, der wird als erstes von einem angeregten Stimmengewirr empfangen. In mehreren Reihen fügt sich wie auf einer Messe Stand an Stand. Und irgendwie ist es auch eine Art Messe, die an diesem Tag hier stattfindet, eine für Erfinder und Erfinderinnen. Monatelang haben junge Tüftler an ihrer Idee gefeilt, um sie im Rahmen der Wettbewerbe „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ präsentieren zu können.

Für die besten Einfälle in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo/Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Physik und Technik winkt das Weiterkommen zum Landeswettbewerb. Dort entscheidet sich dann, wer zum Bundesfinale darf.

Soweit voraus denken die meisten Teilnehmer an diesem Tag freilich noch nicht. Erst einmal gilt es, die Jury des Regionalwettbewerbs, der auch heuer wieder von Hoerbiger ausgerichtet wird, vom eigenen Projekt zu überzeugen. Ulrich Notz scheint das durchaus zu gelingen, als er den Juroren seinen elektrischen Ventilwärmer für das Waldhorn vorstellt.

Der Schongauer, der gerade seine Ausbildung bei Hoerbiger absolviert, spielt seit mehreren Jahren in der Stadtkapelle und kennt das Problem mit einfrierenden Ventilen aus eigener Erfahrung.

Gleich nebenan präsentieren die drei Kemptener Gymnasiasten Kilian Müller, Benjamin Bestler und Jonas Strauch ihre „Spheredrohne“, die mit einem kugelförmigen Gehäuse aufwartet. Dieses soll die sechs verbauten Rotoren vor Schäden schützen. „Auf die Idee hat uns der Film Prometheus gebracht, in dem fliegende Kugeln vorkommen“, erklärt Müller. Bis ihr Prototyp richtig abheben kann, haben die drei noch einige Arbeit vor sich.

Wer schon mal beim Reifenwechsel über die Fummelei mit dem Wagenheber geflucht hat, der dürfte es kaum erwarten, dass die Erfindung von David Wintersberger in Serie geht. Der 13-jährige Schüler der Pfaffenwinkel-Realschule hat eine Vorrichtung entwickelt, die fest im Fahrzeug verbaut wird und dieses auf Knopfdruck hydraulisch anhebt.

"Jugend forscht" in Schongau - die Bilder

3D-Drucker sind nichts Neues, doch Timo Korinth, Jonas und Benjamin Biereder gehen einen Schritt weiter. Wird beim herkömmlichen Verfahren Plastik geschmolzen und in Form gebracht, wollen die drei Schongauer Realschüler mit heißem Eisen drucken.

„Gerade in armen Ländern ist es schwierig und teuer, Ersatzteile zu bekommen. Mit unserer Erfindung könnte man sie direkt vor Ort anfertigen“, erklären die Drei die Vorteile. Bis dahin dürfte allerdings noch eine Weile vergehen, denn von einem funktionierenden Prototyp ist ihr Modell noch ein ganzes Stück weit entfernt. „Wir wollen daran die nächsten Jahre arbeiten.“

Bereits weiter entwickelt hat Seppi Frühschütz-Grüning seine Erfindung. Für die „Zoombrille“ hatten er und seine zwei Mitstreiter 2015 den Preis für die pfiffigste Idee bekommen. Heuer tritt der 13-jährige Schüler der Schongauer Realschule allein an. „Unser Modell letztes Jahr war funktional, aber viel zu schwer“, erklärt er.

In den vergangenen Monaten habe er deshalb an einer praxistauglicheren Version gearbeitet. Tatsächlich lässt sich die neue, aus Metall konstruierte Zoombrille wie eine normale Brille aufsetzen. Frühschütz-Grüning hofft, dass sich damit diesmal für ihn der Traum vom Weiterkommen erfüllt.

Erfahren wird er es wie alle anderen Mitstreiter am heutigen Mittwoch, wenn ab 15 Uhr in der Peitinger Schloßberg­halle die Siegerehrung stattfindet. Von 10 bis 13 Uhr ist zuvor die Ausstellung in der Lechsporthalle noch einmal für alle Besucher geöffnet.

Christoph Peters

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