Peitinger Verein "Bewegung und Begegnung"

Ehrgeizige Ziele für die Zukunft

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Beim Sommerfest des Vereines „Bewegung und Begegnung“: Stefan Jenuwein (von links, BUB-Vorsitzender), seine Frau und Schatzmeisterin Hauke, die Architekten Johannes Krohne und Bernhard Kunz sowie Udo Leist als Förderer des BUB. Vorne Christine Kuisel mit ihrer Tochter Miriam im Geländerolli.

Peiting/Schönberg – Sein Ziel ist es, zeitgemäße Konzepte der Inklusion durch Klettern, Sport und Bewegung umzusetzen: Der Verein „Bewegung und Begegnung“, kurz BUB, möchte körperliche Aktivitäten anstoßen, die Freude machen und zugleich das Selbstvertrauen behinderter Menschen steigen lassen. Beim Sommerfest an der Birkländer Straße konnten sich interessierte Besucher einen Eindruck davon verschaffen, welche Angebote nach und nach geschaffen werden können und welches Gelände dafür geeignet ist.

Das Sommerfest fand auf der Wiese an der Birkländer Straße statt, die später mal zum Gelände des Vereines „Bewegung und Begegnung“ werden soll. Herzogsägmühle stellt sie zur Verfügung. An diesem Ort können sich Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe begegnen; dabei sollen sie vielfältige Möglichkeiten für Bewegung vorfinden. Dazu gehören Klettern, Beachvolleyball, ein Slackline-Parcour mit Gurten, die zwischen Bäumen gespannt werden, und vieles mehr.

Noch in den Anfängen

Motor beim Verein BUB ist Stefan Jenuwein, der in Schönberg wohnt und in Herzogsägmühle arbeitet, wo er therapeutische Klettergruppen betreut. Seine Frau Hauke, Sportlehrerin von Beruf, ist Schatzmeisterin im Verein, der Ende 2016 gegründet wurde und noch in den Anfängen steckt.

Kletterwand als zentrales Element

Zentraler Baustein eines Geländes mit Angeboten für Behinderte und Nichtbehinderte soll ein Gebäude mit einer Kletterwand innen und außen sein, das jedoch nicht beheizt wird. Wichtig sei vielmehr, dass sich die Kletterwand in der Neigung verstellen lasse, damit sie sich dem Menschen anpasse und nicht umgekehrt. Jeder habe da andere Voraussetzungen und Bedürfnisse, wenn man nur an psychische Erkrankungen oder an völlig unterschiedliches Körpergewicht denke, gibt Jenuwein zu verstehen.

Beispielhaft sei die Wand in Peißenberg. Dort finden nahezu alle therapeutischen Kletterangebote aus Herzogsägmühle statt. Entscheidend sei, das „Einstiegsniveau“ bei so einer Installation an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Dabei spiele der Neigungsgrad eine große Rolle. Suche ein Mensch mit Handicap die (kleine) Kletter-Herausforderung, erziele aber wegen zu großer Schwierigkeitsstufen anfangs kein Erfolgserlebnis, sei Frust vorprogrammiert, erklärt der Sporttherapeut.

Felix Brunner vermittelt

Jenuwein hat Mitstreiter ins Boot geholt. Sie kommen aus dem Schongauer Land, aber auch von weither. Für die Idee begeistern lassen sich auch die beiden jungen Architekten Johannes Krohne aus Berlin und Bernhard Kurz aus München. Der Kontakt Jenuweins zu ihnen kam über Felix Brunner zustande, der auch nach seinem Sturz in eine Eisschlucht und trotz Querschnittslähmung Ausdauersport betreibt.

Krohne und Kurz haben einen Plan, wie an der Birkländer Straße, am Eintrittstor zu Herzogsägmühle, die vielfältigen Funktionen am neuen Ort für Bewegung und Begegnung dargestellt werden können. Vorgesehen sind mehrere kleine Einzelgebäude wie Kletterhalle, Gemeinschaftshaus, (evtl. mit kleinem Laden), eine Multifunktionshalle, möglicherweise ein Beachvolleyballplatz, ein Gästehaus und Hütten als Unterkünfte, ein Zeltplatz und Sanitärräume. Wert gelegt wird immer auf eine barrierefreie Anbindung.

Beim BUB-Sommerfest präsentierte sich auch der Münchner Verein „Ich will da rauf“, der sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Klettersport einsetzt. Doch an diesem Tag konnten die Besucher noch viel mehr ausprobieren. Dazu gehörten Seilrutsche, Tauklettern, der Rolliparcour, Slackline, ein Workshop im Tipi-Zelt, Bogenschießen, eine Hüpfburg und ein kleiner Abenteuerspielplatz. Zu späterer Stunde kam auch musikalisch einiges in Bewegung: Mit der lokalen Band „Die Plomaten“ gab’s Deftiges auf die Ohren.

Johannes Jais

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